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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Ueber Gangänderungen von Chronometern auf See, 
sich ergebenden Werthe von g, den Gangtabellen zu Grunde gelegt und aus 
diesen von Tag zu Tag die täglichen Gänge nach der jedesmaligen Temperatur 
an den vorherigen Stand angebracht. 
Um die auf See neu hinzutretenden Einflüsse unter ziffernmäfsiger Kontrolle 
zu halten, wurde zur Bestimmung der relativen Feuchtigkeit ein Psychrometer 
benutzt, nach einer willkürlichen Skala von 1 bis 3 schätzungsweise die Be- 
wegung des Schiffes täglich notirt und aulserdem über die Zeit, wo die Schraube 
nicht arbeitete, Buch geführt. Der Aufstellungsort war bis zum 8, September 
mittschiffs 1 m über Deck; als aber die Temperatur wegen der‘ Nähe des 
Maschivenraums 30° C. überschritt, wurden die Instrumenfie nach hinten gebracht, 
etwa 5m von der Schraube entfernt, bei derselben Höhe über Deck wie früher. 
Am 22, November 1887 erhielt ich durch die Güte des Herrn Vergara, 
Direktors der Sternwarte zu Santiago, in Valparaiso durch telegraphische Ueber- 
tragung genaue Greenwich-Zeit, und es zeigten sich die folgenden Abweichungen 
der vorausberechneten Stände von den aus dieser Uebertragung folgenden im 
Sinne Rechnung—Beobachtung: 
bei Broecking 1105 . . . 
„ Ehrlich 496. . . . +4 
„ Kutter 23 . WO 
— 10,7 
— 6,3 
A 400° 
Damit wurden nun neue Werthe von g, abgeleitet, welche der Rechnung für 
die Rückreise zu Grunde gelegt wurden. Am 18. Januar 1888 erreichten wir 
Hamburg, wo eine sofort auf der Sternwarte angestellte Vergleichung ergab, 
Jafs die Rechnung-—Beobachtung 
bei Broecking 1105 . . . —25,3° 
„ Ehrlich 496. . . . . —32,6° und 
„» Kutter 23 .. . . . . —181° betrug. 
Da in der gerade statthabenden Konkurrenzprüfung 1887/88 noch alle 
Temperaturen von 5° bis 30°C. in Aussicht standen, so benutzte ich die 
Gelegenheit, mir Aufklärung über die etwaigen Veränderungen der Temperatur- 
koefficienten zu verschaffen. Es zeigte sich hier in der That in Uebereinstim- 
mung mit den von Prof. Peters gemachten Erfahrungen eine nicht unbeträcht- 
liche systematische Gröfsenänderung. Dieselbe betrug bei: 
Broecking 1105 . 
Ehrlich 496 . 
Kutter 23 . 
Ab 
— 0,058 
— 0,077 
— 0,060 
Aa 
dga 
+ 0,0044 —0,72 
+ 0,0014 — 0,65 
+ 0,0020 +1,99 
Es leuchtet ein, dafs die Werthe von g, für die Aus- und Heimreise 
sich ändern müssen, je nachdem man die alten Kompensations-Koefficienten zu 
Grunde legt oder zwischen den aus den beiden Konkurrenzprüfungen resultirenden 
Gröfsen interpolirt. 
Der Verlauf von g, ist bei den einzelnen Chronometern aus folgender 
Tabelle ersichtlich: 
Epoche 
1886, Dezember 15. . . 
1887, Mai 25, . . °. 
August 15. . . 
Oktober 11 . . . 
Dezember 20. . 
März 10. . 
Sa 
Broecking 1105 
ww 0,445 
—0,67 
— 6,49 
—657 (— 6,62) 
— 7.21 
— 6,56 
Ehrlich 496 
+ 1,368 
+1,65 
+1,26 
+1,43 (+1,18) 
+0,75 (+0,65) 
HO71 
4.0.06 
Kutter 23 
+ 0,038 
+0,33 
+1,13 ! 
41,76 (+ 161) 
+1,39 4-1,24) 
+2,02 
+1,94 
Landgänge 
Seegänge 
Landgänge
	        
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