Kleine Notizen.
417
wurden dieselben mit einer Skala verglichen, welche dadurch gewonnen wurde,
dafs man dasselbe Papier der Einwirkung der Sonne an der freien Luft während
verschieden langer (nach Sekunden gemessener) Zeitdauer aussetzte.
Die Versuche haben folgende Resultate ergeben:
Vom 8. zum 9. März 1887
Am 11. Mai 1887 , . .
Vom 5. bis 7. Juli 1887. . .
Am 6. September 1887 . . .
Vom 9. bis 12. November 1887
Am 7. Februar 1888 . . ..
Vom 4, bis 6. März 1888 , .
Tiefo, bis zu welcher das Licht Sichtbarkeits-
auf das Chlorsilber einwirkt grenze
15,6 m
?
5,5m
5,0 m
12,3m
18,0 m
165m
Die Schwankungen in den Tiefen, bis zu welchen eine Lichtwirkung auf
das Chlorsilberpapier zu bemerken war, entsprechen der Sichtbarkeitsgrenze,
d. h. derjenigen Tiefe, bis zu welcher eine weifßse Scheibe dem Augo sicht-
bar blieb.
Das Wasser ist im Winter klarer als im Sommer; es hat dies seinen
Grund in einer reichlicheren Beimengung von organischen Staubtheilchen in
letzterer Jahreszeit.
Die Abnahme der photographischen Wirkung in der Nähe der Licht-
grenze erfolgt im Sommer schneller als im Winter.*)
2. Die Lagune von Vichuquen, Küste von Chile, Nach dem in
Valparaiso erscheinenden „Mercurio“ vom 30. April d. J. ist von der chile-
nischen Regierung die Lagune von Vichuquen, welche in ca 34° 46’ S-Br und
72° 6‘ W-Lg liegt, als Kriegs- und Handels-Hafen in Aussicht genommen,
In der genannten Zeitung wird von der Besichtigung dieser Lagune Seitens des
Präsidenten von Chile und einer aus Ingenieuren bestehenden Kommission be-
richtet. Die Lagune hat weichen Grund und ist selbst in ihren Buchten bis
nahe an ihre Ufer so tief, dafs die gröfsten Schiffe in der Nähe des Strandes
ankern können. Fast überall könnten kurze Molen (12 bis 15m Länge würden
hinreichen) erbaut werden, zum Anlegen von Kriegs- und Handelsschiffen. Die
Lagune, deren Länge 6 bis 7 Sm und deren Breite 1 bis 1’/» Sm beträgt, besteht
aus zwei, durch einen Kanal von ?%% Sm Länge zusammenhängenden Theilen; sie
wird fast ganz von einem Höhenzug eingeschlossen, welcher nach dem Meere
hin ziemlich hoch und steil ist. Zur Umwandlung der Lagune in einen Hafen
ist die Erbauung einer Eisenbahn von der Lagune nach Curicö, die Vertiefung
und Verbesserung des Kanales zwischen der Lagune und dem Meere und die
Anlegung eines Vorhafens, um die Einfahrt in den Kanal zu sichern, erforder-
lich. Die Eisenbahn: würde sich. leicht mit mäfsigen Kosten herstellen lassen,
ebenso die Vertiefung des Kanales, da dessen Grund durchweg aus feinem Sand
und Muscheln besteht und an verschiedenen Stellen schon jetzt beträchtlich tief
ist. Schwieriger und auch bedeutend kostspieliger würde die Konstruktion des
Vorhafens sein, weil für denselben die Anlage von zwei grofsen Steinmolen
nothwendig ist, von denen die südliche eine Länge von 800 bis 1000 m und die
nördliche eine solche von 400 bis 500 m erhalten müfste. Es soll in nächster
Zeit eine Kommission nach der Lagune geschickt werden, um dieselbe sowie
den Einfahrtskanal genau zu untersuchen und einen Plan nebst Kostenanschlag
über das Projekt der Hafenanlagen auszuarbeiten.
3. Strömungen zwischen Yokohama und Hongkong. Auf der
Reise von Yokohama nach Hongkong im Mai d, J. beobachtete das Kreuzer-
geschwader die folgenden Stromversetzungen:
Ü Comptes rendus 1888, No. 14. ;