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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Vierteljahrs- Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
Schiffen. Am 15. September drehte der nun heftig stürmende Wind bei beiden 
Schiffen durch West und Süd nach SE und nahm dann rasch ab. Die größte 
Stärke (9 bis 10) hatte der Wind erreicht, als er aus Süd wehte. An Bord 
der „Elisabeth Rickmers“, welcher fast alle Segel verloren gingen, beobachtete 
man mit 758,4 mm den niedrigsten Luftdruck. Bei der am 15. September in 
13,2° N-Br und 33° W-Lg stehenden „Fortuna“ bemerkte man zwar auch alle 
Anzeichen eines Orkans und ein Sinken des Luftdrucks bis auf 760,5 mm, die 
Stärke des westlichen Windes stieg aber nicht über 4. „Elisabeth Rickmers“ 
und „Suaheli“ fanden später einen recht günstigen Passat. 
Diejenige Gruppe von Schiffen, welche in der letzten Woche des September 
von südlicher in nördliche Breite überging, traf zwischen 0° und 10° N-Br 
keinen Südwest-Monsun mehr an und gebrauchte daher zur Zurücklegung dieser 
Strecke eine verhältnifsmäfsig lange Zeit. Der später angetroffene Passat be- 
gleitete die Schiffe auch kaum über 18° N-Br hinaus. Nördlich von diesem 
Punkte wurden sie für lange Zeit durch Mallung zurückgehalten, welche eine 
Folge jener schon zu wiederholten Malen erwähnten Verschiebung des Maximums 
mittlerer Breiten, wie sie Karte IV zeigt, war. Als die Verhältnisse später 
wieder normaler geworden waren, stellten sich auch wieder östliche Winde ein, 
die besonders im südlichen Theile des nach dem 22. Oktober herrschenden, bis 
auf 781 mm steigenden Maximums wehten (siehe Tafel V). Die östlichen Winde 
begleiteten die Schiffe bis über 40° N-Br hinaus. Den letzten Reiseabschnitt 
legte man bei günstigen Süd- und Westwinden zurück, die an der Nordseite 
des Gebietes hohen Luftdrucks wehten und durch die in höheren Breiten 
erscheinenden Depressionen verursacht wurden, 
Diejenigen Schiffe, welche um die Mitte des Oktober die südliche Halb- 
kugel verliefsen, trafen auf ihrem Wege zum Kanal ebenfalls keine günstigen 
Verhältnisse an. Der erste, bis nach 10° N-Br reichende Abschnitt konnte, da 
der Südost-Passat die Schiffe bis nach 6° N-Br hin begleitete, und weil einige 
der Schiffe, wie „Kaiser“ und „Romeo“, sogar noch wieder südwestlichen Monsun 
beobachteten, in ziemlich rascher Fahrt durchsegelt werden, Der danach an- 
getroffene Passat war jedoch ungünstig. Derselbe erstreckte sich kaum bis 
nach 22° N-Br, und nachdem nördlich von dieser Breite zunächst längere Zeit 
anhaltende Mallung beobachtet worden war, mufste der ganze übrige Theil der 
Reise bei östlichen Winden zurückgelegt werden. Dieselben waren theils eine 
Folge einer schon um die Mitte des November bei den Azoren erscheinenden, 
sich auf sehr ungewöhnlicher Bahn bewegenden Depression (siehe Karte VII), 
oder auch wurden sie hervorgerufen durch die grofse, zwischen Kanarien und 
Azoren gelagerte Depression der letzten Woche des November. Auch die an- 
fänglich recht gut verlaufende Reise des „Paul Rickmers“ wurde infolge dieser 
so bemerkenswerthen letzten Depression bedeutend verzögert. Nachdem dieses 
Schiff bis nach 23° N-Br in 36° W-Lg vom frischen Passat begleitet worden 
war, gerieth es in leichte Mallung, auf die nach einiger Zeit ein mäfsiger, sich 
von SE nach Nord verändernder Wind folgte. Es war dieser Vorgang eine 
Folge des sich theils nach der westlichen Hälfte des Atlantic zurückziehenden, 
theils im nordöstlichen Theile dieses Meeres bildenden Gebietes hohen Luft- 
drucks (siehe Karte VIII). Sowie das Schiff dann bei jenen Winden in rascher 
Fahrt nach NO segelte, gerieth es in den vollen Bereich jener von Nordwest, 
in der Lücke zwischen den beiden Maxima erscheinenden Depression, die vom 
25, bis zum 80. November südöstlich von den Azoren lag. Als „Paul Rickmers“ 
sich am 27, November bei 33° N-Br in 28,5° W-Lg befand, hatte man dort 
einen orkanartigen Sturm aus NNE, bei dem das Barometer auf 749,3 mm sank, 
zu überstehen. Gleichzeitig beobachtete man damals an Bord des sich dicht 
bei Teneriffa befindlichen Dampfers „ Valparaiso“ Südwest-Sturm 10, bei der in 
37,5° N-Br und 17,5° W-Lg stehenden „Savannah“ Sturm aus ESE 10 und bei 
„Amaranth“ in 23° N-Br und 23° W-Lg WSW-Wind 7. Dagegen scheinen, 
wie die Morgenkarte dieses Tages zeigt, damals in der Nähe des Centrums 
der Depression nur schwache Winde geweht zu haben. Anhaltende heftig 
stürmende Nordostwinde, wie solche, entsprechend der sich kaum verändernden 
Lage dieser von häufigen elektrischen Entladungen begleiteten Depressionen, in 
ähnlichen Fällen wiederholt beobachtet worden sind, herrschten auch noch
	        
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