Die Banks-Inseln.
305
und bepflanzt. Das Nordostende ist niedrig; an der Ostseite fällt das Terrain
allmählich, an der Nord- und Westseite steil ab, Gaua ist dichter bevölkert
als die übrigen Inseln und hat ungefähr .2000 Einwohner; an verschiedenen
Plätzen der Küste befinden sich Missionsstationen. Das Landen ist an der
Süd- und Ostseite schwierig, läfst sich aber in den verschiedenen kleinen Buchten
gut bewerkstelligen, indem das Saumriff, durch welches Bootspassagen hindurch-
führen, die See abhält. Früchte, Gemüse, Geflügel und Schweine sind in Menge
yorhanden und könneu leicht für Tabak erstanden werden.
Wenn ınan sich der Nordost- und Ostseite der Insel Nachts nähert, mufs
man vorsichtig sein, da man sich infolge der niedrigen Küste und des hohen
Hinterlandes leicht in der Entfernung täuscht. Die Riffe an der Nordostseite
erstrecken sich bis zu einem Abstand ‚von %4 Sm, von denselben läuft. eine
Bank mit 13 bis 18m Wasser aus; sonst laufen die Riffe dicht an der Küste
ontlang.
Sgaua besitzt keinen Hafen, jedoch mehrere offene Rheden, wo man
Ankerplätze und Schutz finden kann. Au der Nord- und Nordostseite sind
Einschnitte in den Riffen, wolche, wenn sie auch als Ankerplätzo sehr klein,
doch kleinen Schiffen zum Verladen nützlich sein können. Die an der West-
küste gelegene, %4 Sm tiefe Lakova-Bai bietet Ankerplätze in 18 m (10 Fad,)
Wasser auf schwarzem Sand, !/a Sm von der Küste und !/a Sm südlich eines
an der Nordseite der Bai liegenden gut sichtbaren Wasserfalls. Auf dem Wege
nach diesem Ankerplatze von Westen her liegen einige gefährliche Stellen, deren
Position nicht genau bestimmt ist. In der Mündung eines kleinen Flusses kann
man Wasser einnehmen.
Massevonu, an der Nordwestseite von Gaua, bietet unter dem Schutze
des Riffes bei Südostwinden guten Ankerplatz. Man erkennt denselben an
einem grofsen Hause östlich von dem Orte.
Losolava-Rhede an der Nordseite wird gebildet durch den gröfsten
Einschnitt im Riffe und ist von einem passirenden Schiffe leicht erkennbar.
Dampfer können im äufseren Theile derselben auf 14,6—23,8 m (8—13 Fad.)
Wasser ankern oder auch an die Innenseite des Riffes gehen und hier in
9 oder 11m (5 oder 6 Fad.) Wasser auf Sandgrund, einige Hundert Meter
vom Lande, liegen. Der Kurs zum Einsteuern ist ungefähr SSW., In einer
Entfernung von 1 Sm nach Westen dient ein kleiner rother Felsen zur Positions-
bestimmung bis zum Riffe, dann muß man bei günstiger Beleuchtung nur nach
dem Auge navigiren. Beim Hineingehen mufs man sich dicht am Riffe an der
Ostseite des Einganges halten, um zwei Korallenriffe, die nahezu in der Mitte
der Einfahrt liegen, zu vermeiden.
; Bei Avire, etwas östlich von Losolava, befindet sich eine ca 64m breite
Oeffnung, welche zu einem kleinen, aber wohlgeschützten Ankerplatze gegenüber
der Ortschaft führt; er ist jedoch nur für kleine Schiffe benutzbar. Die Leit-
marke bildete ein grofser, weithin sichtbarer Baum am Landungsplatze: in Linie
mit einer hervorragenden Bergspitze, in SW*/48S.
Torosag, an dem äufsersten Nordostende der Insel, soll gröfser als
Avire sein, ist aber zu Luvard nicht durch vorliegendes Land geschützt,
Zwischen Avire und Torosag findet man !/4—'/2 Sm vom Riffe entfärbties
Wasser mit 12,8 bis 18,3 m Y bis 10 Fad.) Tiefe auf felsigem Grunde,
. Auf der Ostseite der Insel befindet sich auf einem 120—150m hohen
Plateau ein grofser See, .aus dem sich ein von See aus sichtbarer Wasserfall
ergiefst, und der frisches Wasser liefert.
St. Claire oder Merigi ist eine kleine ca 60m hohe Insel, ziemlich
in der Mitte zwischen Meralaba und Gaua, mit 15 bis 20 Einwohnern. Man
kann hier weder ankern, noch an der Nordostseite landen... Wasser ist knapp.
Vänua Lava, die gröfste Insel der Gruppe, ist in der Richtung
Nord—Süd 15 Sm Jang bei einer Breite von 10 Sm. Eine vulkanische Gebirgs-
kette von über 900m (3000 Fufs) Höhe zieht sich der Länge nach durch die
ganze Insel; ‚der Gipfel derselben wird durch einen Krater gebildet, welcher
häufig Dampf entwickelt.:-- An der Nordostseite liegen nahe der Küste zwei gut
sichtbare kegelförmige Piks, von denen der nördliche 798 m, der südliche 770 m
hoch ist. Das Südostende dieses Gebirgszuges läuft in einen 950m hohen
runden Berg aus, den. höchsten Punkt des Gebirges, dessen Ausläufer längs