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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Reisebericht der deutschen Bark „Auguste“, 
das Ziel unserer Reise zu. Die Strömung war höchstens bis nach 7° N-Br östlich, 
von da an nördlich und westlich, mit einer Geschwindigkeit von %s bis %/4 Kun. 
Wir schnitten 10° N-Br in etwa 129,5° O-Lg am 20. Januar und 15° N-Br 
auf ungefähr 126,8° O-Lg am 23. Januar bei hoch südlichem Winde, Stärke 2. 
Hierauf .war der Wind sogar bald nordwestlich, bald südwestlich, von sehr ver- 
schiedener Stärke, die zwischen 1 und 5 schwankte. Später kamen leichte bis 
mäfsige nordöstliche und südöstliche Winde durch, die aber auch noch manch- 
mal wieder von Winden aus dem westlichen Halbkreise mit Regenschauern 
unterbrochen wurden. Unaufhörlich war uns eine beträchtliche kurze und hohe 
nördliche, zeitweise sogar nordwestliche Dünung hindernd entgegen. 
Jenseits des Ballintang Kanals, den wir in der Nacht vom 26. zum 
27. Januar, ohne vorher das Land gesehen zu haben, durchsegelten, raumte der 
Wind allmählich von NW bis nach NE auf und wurde steif; manchmal in Böen 
erlangte er die Stärke 7—8. Bei Tagesanbruch am Morgen des 27. Januar 
sahen wir noch im Nordosten und Südosten das hohe Land an beiden Seiten 
des Ballingtang Kanals und liefen dann, bei sehr steifem NE-Monsun und höchst 
polteriger See, in zwei Tagen nach der Chinesischen Küste hinüber, wo wir, 
ohne vorher genaues Besteck erhalten zu haben, am Freitag den 29. Januar um 
5% Uhr Morgens plötzlich dicht unter den Lema-Inseln standen. Bei Tages- 
anbruch liefen wir mit raumem Winde in den Taitami Kanal ein und Kkreuzten 
dann innerhalb der Lema-Inselu, in schlichtem Wasser, gegen mäfsigen nörd- 
lichen Wind auf. Zeitweilige nordwestliche und westliche Winde in Schauern 
unterstützten uns ab und zu, doch war eine südliche Gegenströmung recht 
hinderlieh. Gegen 11 Uhr Vormittags erhielten wir bei Lingting-Insel einen 
chinesischen Lootsen, unter dessen Anleitung wir weiter kreuzten, ohne be- 
sonders viel zu gewinnen. Aus dem West Lamma Kanal wehte eine steife bis 
stürmische Briese, die im Verein mit dem Gegenstrom das Aufkreuzen sehr 
erschwerte. Vor dem Ost Lamma Kanal aber war es flau. Als wir einsahen, 
dafs wir bei Tageslicht die Rhede von Hongkong nicht mehr erreichen konnten 
und im Dunkeln möglicherweise gezwungen sein würden, irgendwo zu ankern, 
segelten wir südlich der Lamma-Insel entlang nach der Cheagtchu Bai (Stanley 
Harbour), wo wir um.5 Uhr Nachmittags auf 22m (12 Fad.) Tiefe ankerten. 
Hier ist ein chinesisches Dorf und eine Polizeistation, deren Inspektor sehr 
zuvorkommend sofort ein Boot zu uns herausschickte, um sich zu erkundigen, 
ob wir irgend etwas benöthigten oder vielleicht nach der Stadt zu telegraphiren 
wünschten. 
Am nächsten Morgen den 30. Januar waren wir gegen 6 Uhr wieder 
anter Segel und kreuzten bei mäfsigem, zeitweise auch frischem bis steifem 
nördlichen Winde und günstiger Strömung in den Ost Lamma Kanal ein. Das 
Schiff arbeitete gut auf und wir ankerten um 11% Uhr Vormittags, nach einer 
Reise von 145 Tagen auf der Rhede von Hongkong. . 
Bemerkung, Zur Beantwortung der von Kapt. Jost gestellten Frage, 
ob er mit gröfserem Vortheil die Route westlich von den Kapverden genommen 
hätte, geben wir nachstehend eine kurze Uebersicht über den Verlauf der Reise 
der mit der Seewarte in Verbindung stehenden, nahezu um dieselbe Zeit auf 
demselben Wego wie „Auguste“ befindlichen Schiffe, und zwar für die Strecke 
von 30° N-Br bis 20° S.Br. 
von 
schneidet 30° 
30° N-Br [|N-Br 
bis 
Datum | in | 10° 
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schneidet 1° ! schneidet 0 det | 30° 
10° N-Br N-Br den Aequator GR 20° |N-Br 
» . bis . 90° S-Br bis 
atum | in |no Br Datum | in SB in 20° 
W-TL wr ST wLe SBr 
Schiff 
y. 1885 | 
„Richard Rickmers“|Sept. 20° 17,5° 
„Auguste“ » 25 19,0° 
„Urania“ „ 29 21,5° 
„Undine“ „ 29'20,7° 
„Indra“ „ 29'20,9° 1 
„Anna“ „ 3830!1924,3° I 
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22,6° | 16 „ 24 
26,4° | 11 „ 20 
26.6°] 12 „ 21 
21,9°] 14 „ 2 
26,4° 1 12 „ 23 
Tage 
23,2° | 7 
25,0° | 9 
27,7°% 3 
27,.1°8 5 
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27,4° 
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