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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Reisebericht. der deutschen Bark „Auguste“, 
uns die Ausführung desselben viel Zeit in Anspruch zu nehmen schien, besonders 
so lange, als das Schiff mit dem Kopfe nach dem Lande gerichtet war. Die 
Briese frischte indessen von N und NNE bald bis zur Stärke 4—5 auf, und 
kamen wir damit, zwischen den Inseln Gagi und Gebi kreuzend, rocht gut voran, 
so dafs um 8 Uhr Morgens den 8. Januar die Insel Oetoe (bei Gebi) Süd und 
der Pik auf der Insel Ruzb SOz0!/2O. peilte. Wir beschlossen, die Durchfahrt 
zwischen den Inseln Syang und Wyang zu nehmen, und wendeten demgemäfs. 
Am Mittag befanden wir uns bei leichtem Nordwinde gerade in dieser Passage, 
auf 0,2° N-Br und 129,9° O-Lg. In derselben hatten. wir starke Strom- 
kabbelungen; das Wasser kochte förmlich, und dicht unter der Südküste von 
Syang stehend, wurde das Schiff plötzlich mit fliegender Fahrt südlich und 
östlich nach. Wyang hinübergesetzt. Die Anfangsgeschwindigkeit nahm inde(fs 
bald ab, dauerte aber immerhin lange genug, uns befürchten zu lassen, dafs die 
Durchfahrt der Strafse kaum noch ausführbar sei. Die Wyang-Inseln machen 
ginen durchaus. anderen Eindruck, als man nach der einfachen Schraffirung, wo- 
mit sie in der Karte verzeichnet sind, anzunehmen geneigt ist. Ich weifs sie 
nicht besser zu vergleichen, als mit einer Anzahl Heuhaufen auf einer grofsen 
Wiese, natürlich in vergröfsertem Maßstabe. 
Nunmehr vom Lande frei und nördlich vom Aequator stehend gelangten 
wir mit flauen und leichten Winden von N, NW und WNW am Mittag des 
10. Januar nach 1,4° N-Br und 131,1° O-Lg. Hier wurde es fast windstill, und 
da die südliche Gegenströmung, die bisher nur !/s Kn betragen und abwechselnd 
auch nach Ost oder West gesetzt hatte, nun bis 1 Kun zunahm, frieben wir mit 
den uns jetzt zu Theil werdenden flauen Winden von NE bis NW. und zeit- 
weiligen Stillen wieder zurück, wobei wir uns die Asia-Inseln der Reihe nach 
von drei Seiten aus betrachten konnten. Am Mittag des 11. Januar standen 
wir wieder auf 1,2° N-Br in 131,4° O-Lg, am folgenden Tage sogar wieder auf 
1,1° N-Br in 131,7° O-Lg. In den nächsten Tagen konnten wir wieder etwas 
Nord anholen, was wir immer schon während der Nacht durch die Meridian- 
höhen der nach einander kulminirenden Sterne feststellten. Der Wind hielt 
sich, wenn auch mit nur geringer Stärke, in der Nähe des Nordoststriches, war 
3ogar mitunter ENE und zeitweise etwas frischer, so dafs wir am Mittag des 
15. Januar 2,9° N-Br und 131,1° O-Lg erreichten, als die Insel Tobi NNW'!/W 
peilte, wonach unsere Länge etwa 4‘ östlicher sein sollte. Die Strömung war 
noch immer südlich und westlich, von etwa !/ı Kn Geschwindigkeit, ; 
Kurz nach Mittag sahen wir von der Insel Tobi neun grofse,. stark be- 
mannte Segelkanoes auf uns zukommen. Die ersten drei legten trotz alles 
Rufens, Winkens und Drohens unsererseits direkt auf Seite, so dafs wir uns 
veranlafst sahen, sie mit Gewalt zu vertreiben und dann, ganz gegen unseren 
Wunsch, nach Südost zu wenden, um erst in der Nacht zwischen Tobi-Insel 
und Helen-Riff hindurch wieder nordwärts zu segeln, wobei wir uns, weil wir 
uns schon am Nachmittag östlich versetzt fanden, durch Breiten- und Längen- 
bestimmungen nach Sternhöhen fortgesetzt des Schiffsortes versichert hielten. 
Schon von südlich der Djülolo- beziehungsweise von der Bowgainville- 
Passage an war uns beständig ‚eine nördliche bis nordöstliche Dünung von 
beträchtlicher Höhe sehr hinderlich gewesen. Das Barometer schwankte nördlich 
von der Allas Straße und in den Passagen zwischen 760 und 762 mm (unred.); 
die Temperatur der Luft fiel nicht unter 26°, stieg aber selten höher als 80° C. 
Von der Insel Tobi an besserten sich die Verhältnisse; der Wind war 
vorherrschend NE, zeitweilig sogar ENE, bei einer durchschnittlichen Stärke 3, 
und die Strömung veränderte sich zu unseren Gunsten. Am 16. Januar, auf 
3,9° N-Br und 131,2° O-Lg, beobachteten wir den Strom zu 0%4N 18 Sm, am 
17, Januar, auf 5,5° N-Br und 131,6° O-Lg, zu N0z0%40 33 Sm im Etmal. Am 
Abend des letztgenannten Tages hatten wir ein längeres stürmisches Schauer 
mit klatschendem Regen, so dafs wir schon das Einsetzen eines steifen Nord- 
ost-Monsuns erwarteten, allein der Wind wurde nur zu bald wieder flau und 
blieb es auch... Zwischen 9° und 10° N-Br erlangte der Monsun bei einer recht 
östlichen Richtung noch einmal wieder die Stärke 3—4; nördlich von 10° N-Br 
war die Stärke des Windes jedoch mehrere Tage nur 1—2 und seine Richtung 
südlich von'Ost. Indessen ging es, wenn auch nur langsam, doch beständig auf 
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