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Reisebericht der deutschen Bark „Auguste“.
war um Mittag den 31. Dezember, zwischen Boeton-Insel und Wangi-Wangi,
auf 5,4° S-Br und 123,3° O-Lg.
Auf der Strecke von der Boeton- nach der Pitts Passage wehten sehr
filaue nordwestliche und westnordwestliche Winde, welche mitunter von etwas
frischerem Westwinde und Stillen unterbrochen wurden und schliefslich sogar
in Mallung von ENE, NE und SW übergingen. Demzufolge war denn auch
unser Schiffsort am 4. Januar 1886 erst in 2,6° S-Br und 125,7° O-Lg, in un-
mittelbarer Nähe der Südspitze der Insel Soela Best, Die Strömung hatte uns
im Ganzen etwas nördlich versetzt, abwechselnd aber auch östlich und westlich.
Im Anfange der Pitte Passage trafen wir sehr flaue Winde aus ver-
schiedenen Richtungen, auch Mallung und Stille. Erst mittewegs zwischen
Soela Besi und Gomona-Insel frischte die flaue nördliche Briese plötzlich kräftig
auf bis zur Stärke 6, begleitet von Regenschauern, womit wir um 12 Uhr
Mittags den 5. Januar 2,0° S-Br und 127,5° O-Lg, eben südwestlich von der Insel
Gomona, erreichten. Seit dem vorhergehenden Tago hatte uns die Strömung
22 Sm nach ONO!4O versetzt. Die nördliche Briese, wenn auch etwas flauer,
und die östliche Strömung von etwa 1 Kun Geschwindigkeit, hielten auch während
des Nachmittags an. Als wir noch den Durchblick zwischen Obi Mayor- und
Loekisong-Insel erwarteten — welche wir überall nicht entdeckten — sahen
wir bereits in die Gasses Strafse hinein; eine Thatsache, welche uns indessen
erst durch eine obserrvirte Länge klar wurde, und erst später sagten wir uns,
dafs diese Strafse für die erwartete zu breit sei. Die Täuschung war nur durch
den oben erwähnten östlichen Strom möglich geworden, Wir versuchten noch
die Gasses Strafse zu durchsegeln, was uns jedoch nicht gelingen wollte, da die
Briese in der Nähe der Insel unstät wurde und wir uns, mit Rücksicht auf die
starke östliche Strömung, nicht der Gefahr aussetzen wollten, die mit dem
Passiren luvwärts von der Insel verbunden war. Wir umsegelten also Gasses-
Insel an ihrer Ostseite und mufsten somit leider ein gutes Stück Luv verlieren,
Um 12 Uhr Nachts standen wir in der Nähe der Nordspitze der Insel Gasses,
bei flauer westlicher Briese, die um 1 Uhr nördlich sprang und uns zwang, zu
kreuzen. Um 4 Uhr Morgens den 6. Januar peilte die Insel Kekik O'/aN,
worauf wir den ganzen Tag gegen leichte nordwestliche und nördliche Winde,
ohne besonders zu gewinnen, kreuzten, wobei die Insel Topperhoedje sich bald
mit der oben genannten Insel deckte, bald von derselben frei lag. Um Mittag
standen wir in der Nähe der letzteren auf 1,5° S-Br und 128,5° O-Lg. Pulo
Pisang war natürlich ebenfalls in Sicht und in der Ferne auch die Insel Hassel.
Nach 8 Uhr Abends traten Mallungen auf, erst aus westlicher, dann aus nörd-
licher Richtung. Zwischendurch wehte auch wohl eine leichte bis frische Briese,
bei der aber das Schiff seltsamerweise, aber gewifs infolge des Stromes, nicht
zu steuern war, selbst nicht einmal, als der Wind die Stärke 4—5 hatte. Nach
Mitternacht wurde das Wetter bei frischen, umherspringenden Winden dick von
Regen, welcher bis 2 Uhr anhielt; dann kam eine mäfsige, beständige Briese
von NNW durch, mit der die Luft schön abklarte und wir nordöstlich weg-
lagen. Um 4 Uhr Morgens den 7. Januar peilten wir Pulo Pisang in SOzS,
etwa 7—8 Sm entfernt, Die Briese hielt an, raumte im Ganzen etwas auf und
war zeitweise frisch, so dafs wir um 8 Uhr die Boe-Inseln passirt hatten. Am
Vormittag wehte der Wind, bei schauerigem Wetter, sogar steif,* und da wir
aufserdem einen Strom von 1. Kn Fahrt mit hatten, so machten wir tüchtigen
Fortschritt in nordöstlicher Richtung. Am Mittag standen wir auf 0,7° S-Br
und 129,6° O-Lg, als gleichzeitig die Westspitze der Insel Gagi NOYAN peilte.
Am Nachmittag lagen wir bei frischer Briese von NW und steifen, lange an-
haltenden Regenschauern aus derselben Richtung auf Gagi-Insel zu, beziehungs-
weise eben klar von ihrer Westküste, so zwar, dafs wir, als es um 4 Uhr etwas
aufklarte, zeitweise die weiße Brandung an der Nordküste dieser Insel auf-
spritzen sahen, Bald nach 4 Uhr Nachmittags, als wir eben gewendet hatten,
wurde es plötzlich ganz unerwarteter und noch mehr unerwünschter Weise, bei
auhaltendem Regen, flau und still, so dafs wir sehr besorgt waren, durch die
östliche Strömung, in Verbindung mit einer nordnordöstlichen Dünung, auf die
nahe Insel getrieben zu werden, Erst zach 8 Uhr Abends kam leichte Briese
aus NNE durch, weshalb wir, da das Schiff Ost anlag, halsen mufsten. Bei
diesem Manöver näherten wir uns noch mehr dem Lande, aus welchem Grunde