Reisebericht der deutschen Bark „Auguste“.
387
etwas weniger Geschwindigkeit, wieder westlich und nördlich und von 3° S-Br
in 26,5° W-Lg bis 5° S-Br in 27,5° W-Lg, bei der gröfsten beobachteten Ge-
schwindigkeit von 1,5 Kn, westlich und südlich setzend.
Den Aequator schnitten wir am 24. Oktober in ungefähr 25,3° W-Lg.
Ob es möglich gewesen wäre, diesen Schnittpunkt auch auf der Route westlich
von den Kap Verden ohne Mühe anzuholen, und ob er einen Vortheil gegenüber
einem westlicheren für uns hatte, weifs ich nicht, ;
Südlich von der Linie bis nach 3° S-Br in 27° W-Lg war der Passat
nur leicht und ziemlich schral, dann aber frischte und raumte er auf und‘ ge-
stattete uns, nachdem 10° S-Br in 29,3° W-Lg am 29. Oktober gekreuzt war,
einen rechtweisenden Südkurs innezuhalten. Am 2. November schnitten wir
20° S-Br in etwa 29,6° W-Lg. An demselben Tage passirten wir Trinidad an
seiner Westseite und fanden unser Chronometer richtig. .
Schon nördlich von 20° S-Br wurde der Passat flauer und das Wetter
schauerig, und in der Nacht vom 2. bis 3. November, in etwa 22° S-Br und
29° W-Lg, flaute der Wind, ohne vorher raumer geworden zu sein, bis zur
Stille ab. Dann folgten mehrere Tage mit Mallungen aus östlicher: und süd-
licher Richtung, so dafs wir, obschon wir jeden Vortheil ausnutzten, bis zum
Mittage des 5. November nicht mehr als 1,5° Süd gutmachen konnten. Hier
drehte sich der Wind durch E nach NE und dann nach N. Er blieb zwar zu-
nächst noch immer flau, aber wir konnten doch jetzt täglich nahezu einen Grad
Süd gutmachen und waren am Mittage des 10, November nach 27,4° S-Br in
29,7° W-Lg gelangt. Von nun an begannen die Verhältnisse sich etwas zu
bessern. Der Wind, der am 10. flau aus E war, ging am 11. auf NE zurück
und schwankte dann bis zum Abend des 14. zwischen N und NE, zugleich von
der Stärke 1—3 zur Stärke 5—7 auffrischend. Wir konnten mal wieder einen
erfreulichen Fortschritt machen und standen am Mittage des 14. auf 353,8° S-Br
und 22,1° W-Lg. Die Strömung war bis 27,5° S-Br noch nördlich mit etwas
W, dann südlich, bald etwas nach O, bald nach W abweichend..
Am 15. November drehte der Wind durch N westlich; um 12 Uhr dieses
Tages, in 35,4° S-Br und 18,2° W-Lg, war er frisch NW, nahm dann plötzlich
rasch ab und holte bei der Stärke 1—2 durch W nach S, worauf bis 8 Uhr
Abends Mallung und Stille, von anbaltendem Regen begleitet, herrschten.
Dabei lief eine unangenehme südwestliche Dünung, in der das Schiff sehr
schlingerte und die Segel bedauerlich mitgenommen wurden. Nach 8 Uhr nahm
der nunmehr zunächst im südlichen Viertel stehenbleibende Wind rasch zu,
gegen Mitternacht bis S5—6, und da er jetzt allmählich südöstlich holte, sahen
wir uns um 81% Uhr Morgens am 16. November genöthigt, zu wenden. .Die
Linksdrehung durch E und N fortsetzend, war der Wind am 17. November um
5 Uhr Abends jedoch schon NW 3—4 geworden und hielt sich dann, bald
mäfsig, bald stürmisch wehend, uns jedoch stets einen guten Fortgang ge-
während, für lange Zeit im westlichen Halbkreise. Von etwa 16° W-Lg in
37° S-Br an bis nach 101° O-Lg in 32° S-Br. hatten wir fast nur westliche
Winde; die östlichste Notirung des Windes war mifsweisend NNE. Das Baro-
meter, welches zwischen 26° und 27° S-Br einen hohen Stand — 770,5 mm
unred. — hatte, begann südlich von diesem Parallel zu fallen, stand aber erst
südlich von 30° S-Br wieder entschieden niedrig.
Am 22. November passirten wir gegen 6 Uhr Morgens 0° Länge in un-
gefähr 40,6° S-Br, 28,5 Tage, nachdem wir die Linie passirt hatten. Es war
ansere Absicht, den ersten Meridian südlicher zu schneiden, wurden hieran
jedoch durch eine hohe, unangenehme südwestliche Dünung gehindert, welche
uns bewog, erst etwas östlicher zu steuern, um dann allmählich wieder in die
empfohlene Route, welche 45,5° S-Br, als die höchste anzulaufende Breite, in
etwa 40° O-Lg schneidet, einzubiegen. Die anfängliche, nördlichere Route war
mit Rücksicht auf das Eis auch vielleicht ebenso richtig; später kamen wir
sogar, um den gegebenen Wind bestens ausnutzen zu können, noch unfreiwillig
über 46° S-Br hinaus, Beim Ablaufen der Länge begleiteten uns erwähnter-
mafsen fast nur westliche Winde, welche im Ganzen wohl hätten kräftiger sein
dürfen, Nur ein Mal, nämlich am 6. Dezember zwischen 59° und 62° O-Lg,
nahm der Wind die Stärke 10 an, wobei uns übrigens nur die fürchterliche,
merkwürdig brechende und brandende See, welche vielleicht durch die Begeg-