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Innenpassage zwischen Tanga und Wasin an der Ostküste Afrikas.
Längs der Küste, nördlich der Insel Kwale, sind Riffe beobachtet: bei
dem Orte Boma, vor der kleinen Bucht bei Ras Mkadini, und südlich von der
Gomani-Bai. Das letztgenannte Riff, welches ziemlich weit ausspringt, scheint
sich nach Norden zu fast über die ganze Einfahrt der Bai zu erstrecken, während
am Nordkap der Bucht keine Untiefe nach aufsen vorspringt. Vielmehr ist
zwischen diesem Nordkap und der Untiefe Mwezi eine breite und tiefe Passage,
welche S. M. Kr. „Nautilus“ zwei Mal passirt hat,
Von hier aus nach Norden zu fällt der Strand bei Ebbe auf sehr aus-
gedehnte Strecken trocken und soviel von der Marsraa aus gesehen werden
konnte, existirt innerhalb der Insel Si und dem Festlande östlich davon keine
Passage nach dem Orte Vanga zu. Ueberhaupt ist die ganze Bucht, an welcher
Sic liegt, so flach, dafs ein Versuch, bei halber Fluth auf dem Wege nördlich
von dieser Insel nach dem Umba-Flusse zu gelangen, an der für den Dampf-
kutter ungenügenden Wassertiefe scheiterte.
Die in der britischen Karte gezeichnete Durchfahrt von hier nach der
Pongwe-Bai ist nicht vorhanden. Vielmehr verengen sich die anfangs breiten
und ziemlich tiefen (3,5 ın) Kreeks, welche aus der Bucht im Norden von Si
nach Nordost und Norden führen, schon wenige Meilen von ihrer Mündung so
erheblich, dafs ein weiteres Vorgehen selbst für die Gig nicht möglich war.
Für die Navigation können für Schiffe, welche von Süden kommen, die.
folgenden Anweisungen als Anhalt dienen.
Von Kwale bis zur Entfernung von einer Meile vom Südkap der Gomani-
Bai halte man ia einem Abstande von 1—2 Sm an der Küste entlang. Erst
von hier ab wird es nöthig, einen Ausguck im Topp zu postiren, zunächst zum
Passiren der Untiefe Mwezi; S, M. Kr. „Nautilus“ ist nur im Westen dieser
Untiefe passirt; für die Benutzung der östlichen Passage, zwischen . Mwezi und
Kipwa Mitu, können daher keine Anweisungen gegeben werden. Im Uebrigen
dürfte sich auch die westliche Durchfahrt besser zur Benutzung eignen, als jene,
da, wenn man zwischen dem Festlande und Mwezzi, die Mitte des Fahrwassers
haltend, hindurch gegangen ist, ein gerader Kurs NO0%0O freies und tiefes
Wasser bietet, bis das NW-Kap der Insel Wasin O°/sS peilt. Von dieser
Peilung aus halte man nach Augenmafs die Mitte des Fahrwassers zwischen
der Insel und dem Festlande, um die offene See zu erreichen. Auf dem oben-
genannten Wege sieht man nach dem Passiren von Mwezi sehr bald im Westen
das in der Karte eingetragene Doppelrif. Im Osten schließen sich ausgedehnte
Untiefen und Sandbänke an einander, getrennt durch tiefere Rinnen, welche für
die gewöhnliche Schiffahrt zwar ohne Werth sind, doch für den Nothfall zu
passirende Durchfahrten bilden. Das nördlichste dieser Riffe ist das Wasin-
Riff, welches mit dem gegenüberliegenden SO-Riff der Insel Sir das sonst er-
heblich breitere Fahrwasser bis auf !/a Sm verengert. Da diese Bank, an der
Westseite der Insel Wasin hinlaufend, am NW-Kap derselben noch eine vor-
springende Zunge hat, so hüte man sich davor, einen östlicheren Kurs einzu-
schlagen, ehe, wie oben erwähnt, das NW-Kap in die Peilung 0%S gebracht
ist. Im Uebrigen bietet ein guter Ausguck und die vielen zu Peilobjekten
geeigneten Punkte, Küluli, Jombo, Si, Kisiti, Pungutiacht genügenden Anhalt
für die Passage,
Für die Einsegelung nach Wasin sind in diesen Annalen 1888, Seite 169
sowie in den Segelanweisungen bereits Anweisungen gegeben worden. Dem
ist hinzuzufügen:
Während der Durchfahrt durch den Wasin-Kanal halte man sich etwa
in der Mitte des Fahrwassers, indem man besondere Achtung giebt, die etwa
in der Mitte des Kanals, von den ersten Mangroven aus nach Süden zu aus-
springende Untiefe zu vermeiden. Das NW-Kap der Insel Wasin, nicht weit
vom Dorfe gelegen, darf nicht zu nahe passirt werden, und nehme man den
Kurs, bis die NW-Spitze der Wasin-Bank etwa querab ist, gut nördlich frei von
der Insel Si event. auf Kap Kiromo zu. Darauf führt ein Kurs auf das Süd-
ande von Sit mitten in die Bucht hinein. Von der Mitte der Bucht an dient
der Kıluli als eine sehr gute Leitmarke, wenn man, je nachdem das Schiff
näher an Sit oder näher an den Ostbänken liegt, beim Südwärtssteuern ihn
mehr oder weniger an St-B. voraus hält. Zu Peilungen sind aufser den bereits
erwähnten Punkten noch geeignet: