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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Innenpassage zwischen Tanga und Wasin an der Ostküste Afrikas. 
Längs der Küste, nördlich der Insel Kwale, sind Riffe beobachtet: bei 
dem Orte Boma, vor der kleinen Bucht bei Ras Mkadini, und südlich von der 
Gomani-Bai. Das letztgenannte Riff, welches ziemlich weit ausspringt, scheint 
sich nach Norden zu fast über die ganze Einfahrt der Bai zu erstrecken, während 
am Nordkap der Bucht keine Untiefe nach aufsen vorspringt. Vielmehr ist 
zwischen diesem Nordkap und der Untiefe Mwezi eine breite und tiefe Passage, 
welche S. M. Kr. „Nautilus“ zwei Mal passirt hat, 
Von hier aus nach Norden zu fällt der Strand bei Ebbe auf sehr aus- 
gedehnte Strecken trocken und soviel von der Marsraa aus gesehen werden 
konnte, existirt innerhalb der Insel Si und dem Festlande östlich davon keine 
Passage nach dem Orte Vanga zu. Ueberhaupt ist die ganze Bucht, an welcher 
Sic liegt, so flach, dafs ein Versuch, bei halber Fluth auf dem Wege nördlich 
von dieser Insel nach dem Umba-Flusse zu gelangen, an der für den Dampf- 
kutter ungenügenden Wassertiefe scheiterte. 
Die in der britischen Karte gezeichnete Durchfahrt von hier nach der 
Pongwe-Bai ist nicht vorhanden. Vielmehr verengen sich die anfangs breiten 
und ziemlich tiefen (3,5 ın) Kreeks, welche aus der Bucht im Norden von Si 
nach Nordost und Norden führen, schon wenige Meilen von ihrer Mündung so 
erheblich, dafs ein weiteres Vorgehen selbst für die Gig nicht möglich war. 
Für die Navigation können für Schiffe, welche von Süden kommen, die. 
folgenden Anweisungen als Anhalt dienen. 
Von Kwale bis zur Entfernung von einer Meile vom Südkap der Gomani- 
Bai halte man ia einem Abstande von 1—2 Sm an der Küste entlang. Erst 
von hier ab wird es nöthig, einen Ausguck im Topp zu postiren, zunächst zum 
Passiren der Untiefe Mwezi; S, M. Kr. „Nautilus“ ist nur im Westen dieser 
Untiefe passirt; für die Benutzung der östlichen Passage, zwischen . Mwezi und 
Kipwa Mitu, können daher keine Anweisungen gegeben werden. Im Uebrigen 
dürfte sich auch die westliche Durchfahrt besser zur Benutzung eignen, als jene, 
da, wenn man zwischen dem Festlande und Mwezzi, die Mitte des Fahrwassers 
haltend, hindurch gegangen ist, ein gerader Kurs NO0%0O freies und tiefes 
Wasser bietet, bis das NW-Kap der Insel Wasin O°/sS peilt. Von dieser 
Peilung aus halte man nach Augenmafs die Mitte des Fahrwassers zwischen 
der Insel und dem Festlande, um die offene See zu erreichen. Auf dem oben- 
genannten Wege sieht man nach dem Passiren von Mwezi sehr bald im Westen 
das in der Karte eingetragene Doppelrif. Im Osten schließen sich ausgedehnte 
Untiefen und Sandbänke an einander, getrennt durch tiefere Rinnen, welche für 
die gewöhnliche Schiffahrt zwar ohne Werth sind, doch für den Nothfall zu 
passirende Durchfahrten bilden. Das nördlichste dieser Riffe ist das Wasin- 
Riff, welches mit dem gegenüberliegenden SO-Riff der Insel Sir das sonst er- 
heblich breitere Fahrwasser bis auf !/a Sm verengert. Da diese Bank, an der 
Westseite der Insel Wasin hinlaufend, am NW-Kap derselben noch eine vor- 
springende Zunge hat, so hüte man sich davor, einen östlicheren Kurs einzu- 
schlagen, ehe, wie oben erwähnt, das NW-Kap in die Peilung 0%S gebracht 
ist. Im Uebrigen bietet ein guter Ausguck und die vielen zu Peilobjekten 
geeigneten Punkte, Küluli, Jombo, Si, Kisiti, Pungutiacht genügenden Anhalt 
für die Passage, 
Für die Einsegelung nach Wasin sind in diesen Annalen 1888, Seite 169 
sowie in den Segelanweisungen bereits Anweisungen gegeben worden. Dem 
ist hinzuzufügen: 
Während der Durchfahrt durch den Wasin-Kanal halte man sich etwa 
in der Mitte des Fahrwassers, indem man besondere Achtung giebt, die etwa 
in der Mitte des Kanals, von den ersten Mangroven aus nach Süden zu aus- 
springende Untiefe zu vermeiden. Das NW-Kap der Insel Wasin, nicht weit 
vom Dorfe gelegen, darf nicht zu nahe passirt werden, und nehme man den 
Kurs, bis die NW-Spitze der Wasin-Bank etwa querab ist, gut nördlich frei von 
der Insel Si event. auf Kap Kiromo zu. Darauf führt ein Kurs auf das Süd- 
ande von Sit mitten in die Bucht hinein. Von der Mitte der Bucht an dient 
der Kıluli als eine sehr gute Leitmarke, wenn man, je nachdem das Schiff 
näher an Sit oder näher an den Ostbänken liegt, beim Südwärtssteuern ihn 
mehr oder weniger an St-B. voraus hält. Zu Peilungen sind aufser den bereits 
erwähnten Punkten noch geeignet:
	        
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