Innenpassage zwischen Tanga und Wasin an der Ostküste Afrikas. 383
In Betreff der Tabellen ist zu bemerken, dafs der Grad der Bewölkung
in Zehnteln der Bedeckung des Himmels (0 = ganz klar, 10 = ganz bedeckt)
ausgedrückt ist. Bei der Zahl der Winde kommen auf jeden Tag.drei Beob-
achtungen. Während in der früheren Tabelle als Tage mit starkem Wind die-
jenigen angesehen wurden, an denen nach Schätzung die Windstärke 8 (nach
Beaufort’s Skala) zu einer der drei Beobachtungszeiten herrschte, sind diesmal
als solche diejenigen gerechnet worden, an denen die Windgeschwindigkeit
wenigstens während einer Stunde 15m und darüber erreichte, In dem früheren
Zeitraum war letztere Berechnungsart nicht durchführbar, weil das Anemometer
nicht während dieses ganzen Zeitraumes funktionirte.
Als Tage mit Niederschlag sind diejenigen gerechnet, an denen Regen,
Schnee, Hagel und Graupeln fielen. Die Rubrik „Zahl der Tage mit Nieder-
schlag“ giebt daher die Anzahl der Tage, an denen überhaupt Niederschlag
stattgefunden, nicht aber die Summe der daneben stehenden Tage, an denen
die Arten des Niederschlags getrennt aufgeführt sind.
Hinzugefügt wurde noch diesmal eine Tabelle, worin die Zahl der Winter-,
Frost- und Sommertage in den einzelnen Jahren enthalten ist. Als Wintertage
wurden solche gerechnet, an denen das Temperaturmaximum auf oder unter
dem Gefrierpunkt blieb, als Frosttage solche, an denen die Temperatur auf
Null oder tiefer sank,. und als Sommertage diejenigen, an denen die Wärme
25° 0. erreichte oder überstieg.
Nach einer nachträglich von der Seewarte in Hamburg erfolgten Mit-
theilung ist der Stand des dortigen Normalbarometers um 0,46 mm zu hoch
erkannt worden, und ist demgemäfs an alle nachstehend mitgetheilten Barometer-
stände zur Reduktion auf das Normalbarometer eine Korrektion von —0,46 mm
anzubringen.
Die Innenpassage zwischen Tanga und Wasin an der Ostküste
Afrikas.)
S. M. Kr. „Nautilus“ hat auf den Kreuzfahrten an der ostafrikanischen
Küste zwischen Tanga und Wasin zwei Mal die Passage innerhalb der North
Head-Riffs und der übrigen sich längs dieses Küstenstrichs erstreckenden Un-
tiefen benutzt und zur Feststellung der Lage von Bänken und kleinen Inseln
einige Vermessungsarbeiten daselbst ausgeführt. Der Kommandant, Korv.-Kapt.,
von Hoven, berichtet darüber das Folgende:
Die Innenriffpassage zwischen Tanga und Wasin bietet Schiffen, welche
von oder nach ersterem Orte gegen den Monsun gehen den Vortheil, keinen
Gegenstrom und glatte See zu haben; hoher Seegang vermag hier nicht aufzu-
kommen. Die Abkürzung des Weges ist unbedeutend.“ Da die Mehrzahl der
Riffe schon bei ?/s Ebbe oder noch früher trocken fällt, alle Untiefen aber
durch die Farbe des Wassers sehr leicht kenntlich sind, so ist die Navigirung
keineswegs eine schwierige zu nennen.
Die Küste zwischen der Insel Kwale und dem Umba-Flufß liegt wahr-
scheinlich bis zwei Längenminuten westlicher, als auf der britischen Karte
(No. 664, Tit. IX: 72) gezeichnet. Jedenfalls gilt dies für die Insel Sü,
welche, wenn die NO-Spitze der Insel Wasin mit 39° 23,3‘ O-Lg richtig einge-
tragen ist, nicht wie in der britischen. Karte auf 39° 17,4‘ O-Lg, sondern auf
ungefähr 39° 15,4‘ O-Lg liegt. Ebenso ist die Nordseite der Insel Wasin um
ca 1,5 Längenminuten zu kurz, die Insel Kisiti um 0,5‘ zu östlich eingetragen,
während die Längen der Insel Pungutiachi und Pungutiayw richtig zu sein
scheinen.
Mit dem in der Karte angegebenen Breiten sind keine Differenzen er-
mittelt; nur die Insel. Kisiti liegt ca 0,7 Sm südlicher, als sie in derselben ein-
gezeichnet ist,
\ „Africa Pilot“, Part IIT. 1884, Seite 361 u. £.