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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Beiträge zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land, 
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von flachen, weit in das Meer hineintretenden Korallenbänken gebildet wird; 
auf der Südseite herrscht Sandstrand vor. In die Bucht münden fünf Flüsse: 
der Gorag-ag in unmittelbarer Nähe von Tugumor, der Namidsim-ag etwas 
westlich von diesem Dorfe, dann weiter der Dagaputa, Malobotan und Abui, 
Eine schmale Halbinsel trennt die Bucht von der bei Weitem kleineren, nahezu 
dreieckig geformten Bielau-Bucht. Im Grunde dieser Bucht liegen. die drei in 
nahem Zusammenhange stehenden Dörfer: Eidibal, Bielau und Nambar, Etwas 
westlich vom letztgenannten Dorfe stehen die Plantagen, zwischen denen hin- 
durch der Kabalinak, ein kleiner Flufs mit Korallenbett, seinen. Lauf nimmt, 
um etwas nördlich von Nambar in die Bucht auszumünden, 
Von Konstantinhafen aus unternahm Herr Dr, Hollrung größere Aus- 
füge die Küste entlang vom Weu gegenüber Bili-Bili bis Kap Maragun, auf 
die Berge im Süden der Bai zwischen Kabenan und Konstantinberg bis zu 6 km 
Entfernung von der Küste. Die Ufer der Astrolabe-Bai werden, 80 berichtet 
er, mit Ausnahme einer sehr kurzen Strecke, wo der Konstantinberg seinen Fuls 
bis an das Meer erstreckt, von ebenem Gelände gebildet. Zum größeren Theil 
ist der Strand sandiger, zum kleineren korallinischer Natury überall jedoch 
erhebt er sich mehr oder weniger schnell zu solcher Höhe über dem Meeres- 
spiegel, dafs ein Uebertreten des Seewassers in das Uferland, selbst bei hohen 
Fluthen, zu den gröfsten Seltenheiten gehören dürfte. Korallenstrand, in der 
ganzen Bai immer dieselbe charakteristische Form senkrecht oder doch nahezu 
vertikal in das Meer abstürzender zerrissener Mauern aufweisend, wird von 
Kap Maragun bis zum Maken, von Konstantinhafen bis zum Amiliwia (kleiner 
Bach, wenige Hundert Meter nördlich dieser Huk) und endlich nördlich von 
Bili-Bili bis zum Friedrich Wilhelms-Hafen angetroffen. Die dazwischen liegen- 
den Küstenstrecken sind bald mit sehr feinem, bald mit sehr grobem, dicke 
Steingerölle führendem Sande vulkanischer Natur bedeckt, Beomerkenswerth 
erscheint es, dafs westlich vom Kabenau, auch in der Nähe der Flufsmündungen, 
der feine Sand, östlich vom Kabenau das gröbere Gerölle vorherrscht. 
Die Menge der Niederschläge ist eine bedeutende, was durch die hohen, 
die Astrolabe-Bai allseitig mauerartig umschliefsenden Gebirgsmassen, welche 
die vorherrschenden Nordost- und Südost-Winde auffangen, bedingt wird: In- 
folge dieser bedeutenden Regenmengen werden der Astrolabe-Bai gröflsere und 
kleinere Wasserläufe in Menge zugeführt. Der kleinere Theil hiervon fällt, 
entsprechend der Konfiguration des Landes, auf den Westrand der Bali. Es 
münden hier die Flüsse Weu, Giwurr und Minjenka; der erstere ist der be- 
deutendste und an der Mündung über mannestief; vor der Mündung, die 
20—30 m breit ist, liegt eine weit in das Meer hinausgeschobene Bank. Giwurr 
und Minjenka, ersterer nördlich, letzterer südlich von Bokadjo, sind unter 
normalen Verhältnissen knietief, schwellen zu Zeiten jedoch, den Fluthwasser- 
marken nach zu urtheilen, sehr stark an. Auf der Südseite der Bai bis zum 
Kabenau kommt es nicht zu gröfseren Flufsbildungen, dagegen sind Bach- 
bildungen mit sehr kurzem Lauf viele vorhanden. Der Kabenau ist ein wasser- 
reicher, in ziemlich gerader Richtung von Südwest aus dem Hinterlande hervor- 
brechender Flufs ohne Barre, mit breiter Mündung, aber so starkem Gefälle, 
dafs er für Boote unbefahrbar ist. Mit dem Kabenau beginnt eine Reihe 
gröfserer Zuflüsse in die Astrolabe-Bai, welche im Bok ihre nächste Fortsetzung 
erfährt. Dieser ist gänzlich verschieden von dem Kabenau, hat wenig Gefälle, 
hohe Ufer, ein schmales Mündungsgebiet und führt keine oder wenig Gerölle 
in seinem Flufsbett. Er hat keine Barre und vertieft sich rasch (bis 1,6 m 
an der Mündung), so dafs er für Boote befahrbar zu sein scheint. Der weiter 
ostwärts gelegene Kolle, der Maken und der beim Kap Maragun mündende 
Kabarang gleichen vollständig dem Kabenau. Der Kolle ist der wasserreichste 
Flufs der Gegend, er mündet mit 8—10 starken, über knietiefen und einer 
weiteren grofsen Anzahl kleinerer Arme und nimmt hierzu eine Küstenstrecke 
von etwa 11km Länge in Anspruch,
	        
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