364 Konkurrenz-Präfung von Marine-Chronometern im Winter 1887-— 88.
auch der Uebertritt des neuen Wirbels vom Festland auf das Meer dahin, dessen
Intensität zu verstärken; da wir aber dieses schnelle Wachsthum der Knospungen
auf der SW-Seite vorhandener Depressionen auch in anderen Gegenden aus-
zeprägt finden, so dürften die lokalen Umstände in diesem Falle nur ein
günstiger, aber nicht der entscheidende Umstand sein.
(Schlufs folgt.)
Bericht
über die elfte auf der Deutschen Seewarte im Winter 1887—88
abgehaltene Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern.
An der, in Gemäfsheit der von dem Herrn Chef der Kaiserlichen Ad-
miralität unter dem 2. Dezember 1875 erlassenen Instruktion für die Deutsche
Seewarte, innerhalb der Tage vom 16. Oktober 1887 bis 15. April 1888 in der
der Leitung der Hamburger Sternwarte unterstellten Abtheilung IV der See-
warte veranstalteten elften Konkurrenz - Prüfung von Marine - Chronometern
hatten sich nachstehende Fabrikanten durch Einlieferung von von ihnen an-
gefertigten Instrumenten betheiligt:
Fabrikant
W, Bröcking
W. G. Ehrlich
Gebr. Eppner
A. Kittel
A. Mager
Wohnort Zahl der Chronometer
Hamburg fi
Bremerhaven
Berlin
Altona
Brake
Im Ganzen 21 Chronometer.
Bei den eingelieferten Uhren waren alle in dem Konkurrenz-Ausschreiben
angeführten Bedingungen bezüglich der Konstruktionszeichnung, Angabe des
Reinigungstermins u. s. w. erfüllt.
Die Chronometer wurden bis Anfang März jeden zweiten Tag um 10 Uhr
Morgens durch den Abtheilungs-Assistenten Herrn Dr. Stechert und von da
bis zum Sechlufs der Prüfung durch Herrn Dr. Ambronn mit den Normal-
ahren der Sternwarte auf chronographischem Wege verglichen; außerdem wurde
an jedem Dekadentage durch den Observator der Sternwarte, Herrn Dr. Luther,
zwischen 10 und 11 Uhr Vormittags eine zweite Vergleichung zur Herstellung
der nöthigen unabhängigen Kontrolle ausgeführt, Die zur Ermittelung des
Standes der Normaluhren erforderlichen Zeitbestimmungen wurden von Herrn
Dr. Stechert und Herrn Dr. Luther an den Instrumenten der Sternwarte
angestellt.
Das Verfahren bei der Prüfung, insbesondere die Anordnung der Tem-
peratur-Intervalle, war analog dem bei den früher auf der Abtheilung ab-
gehaltenen Konkurrenz-Prüfungen beobachteten, doch wurde den Beschlüssen
der im Juli v, J, auf Anordnung Seiner Excellenz des Herrn Chefs der Kaiser-
lichen Admiralität auf der Seewarte stattgefundenen Chronometer-Konferenz
gemäfs die Auswerthung der erhaltenen Resultate in anderer Weise vor-
genommen. Die ersten drei Dekaden der Prüfungszeit wurden bei der deßnitiven
Rechnung nicht mitberücksichtigt, da dieselben gewissermalsen dazu dienen
sollten, die Chronometer auf die hohen Temperaturen vorzubereiten, und aufser-
dem durch Zuziehung derselben die dieses Mal beabsichtigte Symmetrie in den
Temperaturen erheblich gestört worden wäre. Unter Wegfall dieser ersten