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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
D. 37. Um 10p Nordlicht. — S. 26. Während der Nacht vom 14. zum 15. und vom 15. zum 16. 
Nordlicht. 
16. Oktober. D. 59 (65° W, 26° N). Wind um 0% a. m. S9, um 12a S11, um 2p 
SSE 9, um 4p W9 und um 12p W7. Um 12a niedrigster Luftdr, = 744,6; orkanartiger Sturm, 
Blitz. Viele kleine Landvögel beim Schiff. — 5S. 111. Um 2a niedrigster Luftdruck = 750,1 bei 
SSW 10; um 3a NW9. — S. 23. Um 6a Wind S 10, um 8a WNW 7. 
17. Oktober. D. 53 (42° W, 38° N). Um 2a sprang der Wind plötzlich um von S6 
nach NNE 5; Regen. — S. 86. Um Oh a. m. Wind S10, Bar. 748,5. — S. 71. Um 6p beganu 
88 zu regnen; um 8p sprang der Wind um nach N und wurde schwächer, 
18. Oktober. S. 27 (südl. von N.-Fundl.). Um 4a NE 10, Bar. 749,0. — D. 39 (dgl). 
Um Mittag stürmischer Südwind; um 8p Wind S5, Bar. 745,2. — S. 91 (55° N). Um Oh a, m. 
schwerer Sturm aus SW. 
19. Oktober. S. 45 (südl. von N.-Scotia), Der Wind wehte in heftigen Stöfsen. — D. 41 
35° W). Um 11p Bar. 747,0 bei heftigem SW-Sturm. 
20. Oktober (in 42° W). S. 86. Gegen Mittag wehte der Wind in heftig stürmenden 
Böen; in mehreren derselben wurden kleine Windhosen bemerkt. — S. 23. Sturm bei zunehmendem 
Luftdruck; um 8p Wind NW 10, Bar. 768,3. 
21. Oktober. D. 41 (46° W). Um 3a Bar. 756,1, Wind SW 10; um 42 Bar. 754,8, 
Wind SW 9. — 5$. 91. Um 4p. niedrigster Luftdr. = 740,6, bei WSW 2; um 6p WSW9, um 
12p W110. 
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In den Tagen vom 19.—23. fand eine rasche Verschiebung der beiden 
Maxima an der West- und Ostseite des Oceans nach Osten statt, wobei die 
zwischen ihnen liegende Furche (oder V-förmige Theildepression) von der Neu- 
fundland-Bank bis vor den Kanal fortschritt, Die heftigen Winde, welche sie 
südwärts umsäumten, zeichneten sich, wie man aus den obigen Angaben vom 
19. und 20, sieht, auf der Rückseite durch jenes stofsweise Wehen in Ver- 
bindung mit kleinen wasserhosenartigen Gebilden aus, welches die NW-Winde 
äber dem Golfstrom öfter zu zeigen scheinen (vgl. unten, Notizen vom 23. und 
24. Oktober und „Ann. d. Hydr.“ 1879, S. 329), Vom 23. an, wo die beiden 
Maxima in 40° W und 30° O0 angekommen waren, wurde ihre Bewegung langsam 
und unregelmäfsig, und schnürte sich das Südende des V zu einer kleinen ge- 
zonderten Depression ab, welche in den folgenden Tagen einen Viertelkreis um 
das westliche Mazimum bis nach den Kanaren beschrieb, während gleichzeitig 
ein Gegenstück von ihr von den Alpen zur Ostsee wanderte, ohne jedoch das 
ruhige, heitere, kalte Wetter wesentlich zu unterbrechen, das in diesen Tagen 
in Deutschland herrschte und durch die unbehinderte Ausstrahlung zu den ersten 
kräftigen Nachtfrösten führte. 
Dieser Zeitabschnitt, den wir vom 22.—25. Oktober rechnen 
können, ist besonders durch die für den Ocean ungewöhnlich intensive Ent- 
wickelung des Maximums westlich von den Azoren bemerkenswerth, in welchem 
der Druck am 24. und 25. bis über 780 mm stieg. Ueber Nordamerika kam 
in diesen Tagen ein neues Maximum herangezogen, das aber nach dem 25. von 
einem in nördlicherer Lage nachrückenden absorbirt wurde. Durch die Däne- 
mark-Strafse und im Europäischen Eismeer verfolgten unterdessen starke baro- 
metrische Minima, welche, so weit erkennbar, die direkten Fortsetzungen im 
vorigen Zeitabschnitt erschienener Cyklonen waren, ihren Weg nach Osten weiter. 
Die Schiffsjournale aus diesen Tagen bieten nicht viel Bemerkonswerthes. 
Am 22. wurde das St. Elmsfeuer um 1? a. m. auf S. 81 in 7° N beobachtet (in 
einer heftigen Gewitterböe mit schwerem Regen) und um 6'/4* p. m. auf D, 73 
in 50° N (bei starkem NW). 
23. Oktober. S. 45 (bei New-Jersey)., Um 0b a. m. Wind SW6, um 6a NNW7”, aus 
letzterer Richtung in heftigen Stöfsen. . . ” 
24. Oktober (südl. von N.-Scotia). S. 48. Der nach N umlaufende Wind wehte in heftigen 
Stöfsen aus klarer Luft. — D. 41. Am Nachmittag war eine grofse Wasserhose sichtbar. 
Am Schlusse dieses Zeitabschnittes zog ein Wirbel von tropischem 
Charakter bei den Bermuden von SSW nach NNO vorbei. Das vorhandene 
Material gestattet nicht bestimmt zu entscheiden, ob er von Westindien herkam 
oder, wie es mehr den Anschein hat, mit dem am 22.—23. von den Vereinigten 
Staaten südostwärts gewanderten Theilminimum zu identificiren ist. Folgendes 
ist ein Auszug aus den interessanten Aufzeichnungen zweier Schiffe darüber. 
S. 89 hatte am 24. den Tag über SSE 7—8; um Mitternacht jedoch NW 3—4; 
um 12h 45" trat der niedrigste Luftdruck ein, 753,0 mm, dabei aus Süd mit
	        
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