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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

360 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
— D. 48. Um 8p Wind SW 7, Bar. 758,5. — D. 52. Um 21/h p.m. Wind plötzlich aus NNE; 
rasch zunehmend. Um 8h p.m. Wind NNW9 und Luftdruck — 758,0. — 5S. 15. Wind in der 
zweiten Hälfte des Tages rasch zum schweren Sturme zunehmend, Um 4% p.m. Wind S10, um 
6h p.m. SE11, um 10h p.m. S12 und um 12h p.m. W112. Zur letzteren Zeit Luftdr, = 747,2 mm. 
Es wehte ein voller Orkan, das Schiff erlitt schwere Beschädigungen. 
25. September. S. 15. Um 2a niedrigster Luftdr., 744,1, bei W11; um 12p Wind 
W 10, Bar. 770,8. — S. 68 (57° N-Br). Um 4a Windstille, um Ga NNW 7, um 4p W110 und 
um 12p W111. 
Im folgenden Zeitabschnitt vom 26. September bis zum 2. Oktober 
(vgl. Karte II) sehen wir dieses Maximum, nach Erreichung des Kaspischen 
Meeres, sich wieder nordwärts wenden, in Südost- und Centralrussland stationär 
werden und an Höhe bedeutend gewinnen; während gleichzeitig ein neues, fast 
ebenso intensives von Neu-England nach den Azoren rückt, wo es mit dem 
Rest des vorhergehenden verschmilzt und für kurze Zeit (29. Sept.—2. Okt.) 
stationär wird. Während der ersten Tage entwickelte sich eine, am Schlusse 
des letzten Zeitabschnittes von der Davisstrafse gekommene Depression bei 
Island zu einem mächtigen Gebilde. Es war seit Ende Februar das erste 
Minimum, in welchem der Druck unter 720 sank und zu welchem hin die baro- 
metrischen Gradienten von Canada bis zum Ural gerichtet waren. So mächtige 
Wirbel sind, namentlich in dieser Breite, gewöhnlich ziemlich gleichmäßig 
radiär entwickelt, und ihre Fortpflanzung ist daher gering und unregelmäfsig. 
So blieb auch dieses Minimum während des ganzen Zeitabschnittes, mit ab- 
oehmender Tiefe, bei Island liegen. Bei der Annäherung und Intensitätszunahme 
eines neuen von Labrador am 1. Oktober heranziehenden füllte es sich end- 
lich aus. 
Es ist höchst bemerkenswerth, dafs die grofse Depression den Höhepunkt ihrer 
Entwickelung erreichte, nachdem sie am 25. mit dem oben beschriebenen kleinen 
iropischen Wirbel verschmolzen war, In diesem Zustande bildete sie (am 26.) 
an ihrem fernen Südwestrande ein Theilminimum auf dem Golfstrom aus, das 
ostwärts fortschritt, indessen sehr bald verschwand, Es machte sich den 
Schiffen durch plötzliches Umspringen des starken Windes bemerkbar; so hatte 
am 26. Schiff 29 um 8a WSW5, um 10a NNWZ, Schiff 19 um 10p plötzlich 
ebenfalls NNW 7, nachdem unmittelbar vorher SSW 7 geweht hatte. Auch die 
neue, von Labrador kommende Depression bildete in derselben Gegend ein 
Randminimum aus, das aber vom 1. Oktober an nicht mehr ostwärts, sondern 
unter dem Einflufs der sich nun vollziehenden Druckumlagerung nordostwärts 
wanderte. Einige Schiffsberichte aus seiner Umgebung dürften von Interesse sein: 
l. Oktober. S. 38. Abends um 10h Nordlicht, _ 
2. Oktober, D. 34. Um 3a ein Nordlicht. — S. 29. Um 4p Wind umlaufend von 
SSW 5 nach NNW 6; zugleich niedrigster Luftdruck, 755,0. — D. 24. Um 12 p niedrigster Luftdr., 
744,8, und Wind SSW 7. — S. 68 (in 57° N-Br, 29° W-Lg). Um Ob a. m. niedrigster Luftdruck, 
732,5, bei W8. 
3. Oktober. S. 48. Um 10a Wind NW 11. — S. 68. Um 0b am, Luftdruck 760,1, 
uam 12% a. m. 736,7: zur letzteren Zeit Wind W 8. 
Die neue Wetterlage, welche den Zeitabschnitt vom 3.—7 Oktober 
beherrschte, wurde, aufser durch das Verschwinden der grofsen Depression 
über Island, durch die Verschiebung des Maximums von den Azoren nach den 
britischen Inseln und seine Verstärkung gekennzeichnet. Der Luftdruck stieg 
in Schottland am 5, bis zu der für diese Gegend sehr ungewöhnlichen Höhe 
von 780 mm und darüber, Das Maximum über Russland dauerte fort, wurde 
aber am 2.—5, Oktober durch eine Rinne niedrigen Luftdrucks von jenem über 
Grofsbritannien getrennt. 
Auf der grofsen Zugstrafse längs der Nordgrenze der Vereinigten Staaten, 
welche auch im vorhergehenden Zeitabschnitte von mehreren Minima frequentirt 
wurde, kamen nun dicht hinter einander zwei Depressionen herangezogen, 
deren Verhalten nach Erreichung des Oceans ein sehr merkwürdiges war. 
Beim blofsen Vergleich der beiden synoptischen Karten vom Morgen des 6. und 
7. Oktober möchte man annehmen, dafs die erste dieser Depressionen bei Kap 
Race eine retrograde Bewegung nach W ausgeführt habe. Allein die Angaben 
der „Am, Monthly Weath. Rev.“ und die Beobachtungen in den Schiffsjournalen 
der Seewarte aus der Zwischenzeit zeigen, dafs das erste Minimum von dem
	        
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