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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte.
Auf S, 34 stieg das Barometer am 10. bis Mittag und fiel hierauf bis 8a am 11. auf 751,0,
worauf neues Steigen folgte.
Auf S. 40 stieg das Barometer am 10. von Mittag bis 8 p, darauf anhaltendes Fallen; am
12. um 8 a Barometer 738,4.
Der aus den Tropen heranziehende kleine Wirbel war in den Tagen vom
8.—10. keinem der für die Seewarte Journal führenden Schiffe anders, als
durch die mäfsigen Winde seines äufseren Theiles bemerkbar. Erst vom 11.
an, als derselbe wie gowöhnlich in 40° Breite seinen Umfang erweiterte, ge-
langten mehrere Schiffe in seinen heftig stürmenden centralen Theil, wie die
folgenden Auszüge zeigen mögen:
Am 11. September. S. 33. Um 4a Wind SW 7, um 8a SW 7, um 12a SW8, um 4p
SW9, um 8p SW9, um 12p SW 9; früh grofser Hof um den Mond, Nachmittags zunehmende
WNW-Dünung, diesig; Abendroth.
Am 12. September. D. 9. Wilde unregelmäfsige See. Wind im Laufe des Tages zum
sehr heftigen Sturme zunehmend und dabei hoch südlich laufend; um l0p niedrigster Luftdruck,
744,8, bei S11; um 12p Wind SSE11. — S. 33. Um 4a SW 9, um 8a SW 8, um 12a WSW 9,
um 4p WSW 9, um 8p WSW 10, um 12p WSW 9; Dünung aus WNW, Morgens und Abends
Himmel „häfslich roth“. — D. 23. Um 48 Bar. 760,0, Wind SW 4.
Am 13. September. D, 9. Um 4a niedrigster Luftdruck, 743,2, bei SE 7; Wind durch
E nach N umgehend.
Am 14. September. S. 42. Um 12p Bar. 742,8, Wind NNE 10, heftiges Gewitter. (In
derselben Nacht wurde auf D. 37 südlich von Neuschottland ein Nordlicht beobachtet.)
Am 15. September. D. 54, Um 111% a Wind umlaufend von SSE nach NW; um 8p
Wind WNW 6. — S. 40. Um 12a Bar. 746,3, Wind SE4; um 2p Wind umspringend nach
NNW 4, heftige Böen, Blitzen, — S. 44. Um 8p Wind SE 6, um 10p SEzE 3, um 12 p NWzW 9;
Bar. um 8p 750,5.
Sehr interessant, jedoch schwer zu verfolgen, sind die Vorgänge, die
sich in derselben Zeit an der südlichen Grenze des Passats abspielen. Zu
ihrer Erkennung bedarf es, bei der Kleinheit der Gradienten in diesen niederen
Breiten, mindestens des Zurückgehens von den Isobarenkarten auf die einzelnen
ihnen zu Grunde liegenden Barometerstände und die Zeichnung von Zwischen-
isobaren, z. B. jener von 762,5 mm. Das wiederholte Verdrängen, in der Gegend
der Kapverden, des nach N oder NE umgegangenen Nordostpassats durch den
Südwestmonsun ging uuter Bildung und Fortpflanzung kleiner barometrischer
Depressionen vor sich, deren Lage man auf den Karten I und II sieht. Recht
heftig, obwohl auch nur von geringer Barometerschwankung begleitet, war
unter diesen Wirbeln derjenige, welcher am 15. September westlich von den
Kapverden lag, wie man aus folgenden Journalauszügen von diesem Tage sieht:
$. 17. Um 4h p.m. niedrigster Luftdruck = 760,6 mm. KRegnerisches Wetter, Blitzen,
Wind meist WNW 3.
S. 13. Nach 0% a. m. stürmisch werdend bei stark regnerischem Wetter; Luftdruck dabei
stark abnehmend. Um 12b a.m. niedrigster Luftdr, == 758,4 mm. Wind um 2% a. m. WSW 7, um
Ah a.m. SSW 8, um 6h a. m. SSE9 und um 12% a. m. ESE 6. Viele Segel des Schiffes zerrissen,
D. 20. Während der ersten Wache der Wind rasch zum heftigen, in orkanartigen Böen
wehenden Sturme zunehmend. Während der Sturm aus E wehte, zogen die Wolken mit grofser
Schnelligkeit aus SW. Um 4% a. m. Luftdruck = 759,1 mm. Während des Tages veränderte sich
der stürmische Wind nach S und wurde dann ganz flau.
S. 16. Während der Nacht vom 14. auf den 15. September drehte der stürmisch wehende
Wind von WNW durch W nach SSW. Um 4b a. m. niedrigster Luftdruck von 760,6 mm.
Am folgenden Tage ging der Wind auf dem am westlichsten stehenden
Schiffe 17 langsam nach S um unter heftigem anhaltendem Blitzen; weiterhin
geht die Spur dieser kleinen Cyklone fürs erste verloren, doch scheint sie, wie
wir unten sehen werden, mit der 5 Tage später auf der Mitte des Oceans er-
scheinenden identisch zu sein.
Ein sehr eigenthümlicher Charakterzug dieses Zeitabschnittes vom
11.—18. September war, dafs die von West oder SW heranziehenden Wirbel
zwar meistens, wie gewöhnlich, auf dem Ocean zunächst an Intensität gewannen,
jedoch auf der Mitte des Oceans, in der Länge von 30—40° West, sich auf-
lösten, während gleichzeitig tiefe Depressionen vom Eismeere in das östliche
Europa eindrangen. Beide Erscheinungen standen mit der Existenz des Hoch-
äruck-Gebietes auf der Ostsee und Nordsee in offenbarem Zusammenhange;
beide dauerten zwar noch während der ersten Tage des nächsten Zeitabschnitts
fort, erreichten jedoch ihr Ende, als dieses Maximum dem vierten der vom