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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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* Ableitung wahrer Tagesmittel. 
etwas gröfser; die mittlere örtliche Abweichung wird bei ersterer durchschnitt- 
lich nur um 24/357, im letzteren um 14/46 verringert; noch erheblicher würde 
der Vortheil der Methode bei der Kombination !/s (8a + 2p + 8p) sein; allein 
immerhin dürfte auch bei ihr noch mein Endurtheil richtig bleiben, „dafs die 
Vortheile der Methode die bedeutende Mehrarbeit, die sie bedingt, kaum auf- 
wiegen“; wohl aber darf man das letztere für die geringere Arbeit nach der von 
mir jetzt vorgeschlagenen Methode in Anspruch nehmen, da die mittlere örtliche 
Abweichung nach derselben gegen jene des einfachen Mittels !/s (8a + 2p + 8p) 
im Jahresmittel von 0,19° auf 0,07° verkleinert ist. 
Das Obige war bereits niedergeschrieben, als ich durch Zufall entdeckte, 
dafs die Formel m = AARAU bereits 1884 von Prof. Mohn 
vorgeschlagen worden ist und seitdem vom Norwegischen Meteorologischen 
Institut ständig angewendet wird, jedoch auffallenderweise nur für Stationen 
jenseits des Polarkreises,') Der Fehler der. im Uebrigen vom Norwegischen 
Institut verwendeten Formel '/4 (8a + 2p + 8p + Min) ist natürlich bei diesen 
hochnordischen Stationen während der Winternacht, wo die tägliche Periode 
verschwindet, am gröfsten; sahen wir doch eben an Kingua, dafs alsdann die 
Korrektion des Mittels der 3 Termine Null oder selbst entgegengesetzten Zeichens 
wird. Aber es ist kein Grund vorhanden, den Faktor « südlich von Trondhjem 
in allen Monaten = 1 zu setzen und seine Gröfse dem Breitenunterschied 
proportional von da bis Bossekop abzustufen, wie es im „Jahrbuch“ geschieht. 
ie Korrektion verwendet das Institut, wie es scheint, direkt in der weniger 
bequemen Form des Faktors x, ohne Umwandlung desselben in die von mir 
mit k bezeichnete Form (s. oben). Der Werth von « für Bossekop ist aus den 
stündlichen Beobachtungen der norwegischen Polarstation 1882/83 nach der 
. 8a + 2p + 8p— 3m . ‘ 
Gleichung @ =— Mn abgeleitet. Derselbe, sowie das daraus 
Abzuleitende k, stellen sich nach S. XIII des Jahrbuches für 1884 wie folgt: 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt, Nov. Dez. 
Bosscka $ « 007 0,00 031 069 070 067 065 052 034 028 —0,01 —0,13 
Pk 002 000 009 018 0.19 018 018 015 010 0,08 —0,00 -—0,04 
Diese Werthe stimmen mit den für Kingua gewonnenen (s. oben) sehr 
gut überein. 
Zu der Formel 3) ist Prof. Mohn nicht gelangt, er begnügt sich bei 
Abwesenheit der Minimaltemperatur mit den Werthen für 8a und 8 p. 
Trotz der angegebenen Abweichungen in der Behandlung gebührt für 
die Formel 1) Herrn Prof. Mohn unzweifelhaft die Priorität, und es gereicht 
mir zur aufrichtigen Freude, die vorstehenden Auseinandersetzungen durch die 
Autorität eines so bedeutenden Meteorologen und die Erfahrung eines so vor- 
trefflichen Instituts stützen zu können. 
Zum Schluß wollen wir die Berechnung der Mittel für andere meteoro- 
logische Elemente, als die Temperatur, betrachten. Hier kommen, da Instrumente 
welche dem Minimumthermometer entsprächen, hier fehlen, nur die Termin- 
beobachtungen um 8a, 2p und 8p in Betracht. Im Folgenden ist der Faktor © 
stets als positiv bezeichnet, wenn die an !/s (8a + 8p) anzubringende Korrektion 
das Mittel jenem von 2* p. m. nähern soll, als negativ, wenn sie es von diesem 
entfernen soll (wenn nämlich beiderlei Mittel nach derselben Seite vom Tages- 
mittel liegen). 
wo 
, Vgl. Oesterr. Zeitschr. f. Met. 1884, S. 153, und Jahrbuch d. Norw. Met. Inst. für 1884, 
Xi. und XL
	        
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