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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Untersuchungen über den Einflufs der Dynamomaschine etc. auf den Kompals, 329 
Nadel nur einen Pol zu (endweise Lage) oder aber er kehrt einem Pole der 
abgelenkten Nadel seine Seite zu (seitweise Lage), Die Wirkung in der ersten 
Hauptlage beträgt (bei gleicher Entfernung der magnetischen Centren) das 
Doppelte der in der zweiten. Es giebt eine Zwischenlage, bei welcher die 
Wirkung Null ist und von der aus sich dieselbe bis zu den beiden Hauptlagen 
hin vergröfsert, welche also Maximalwirkungen vorstellen. Will man die Lage 
des ablenkenden Magnets zu dem magnetischen Meridian als mafßsgebend be- 
trachten, so nennt man auch die erste Hauptlage die, bei welcher der ablenkende 
Magnet senkrecht zum magnetischen Meridian in östlicher oder westlicher Lage 
sich befindet, während er in zweiter Hauptlage im Norden oder Süden liegt 
und seitwärts wirkt. Bei verschiedenen Entfernungen nimmt stets die Gröfse 
der Ablenkungen umgekehrt mit der dritten Potenz der Entfernung ab. 
e Wenngleich die magnetische Fernwirkung der Dynamomaschine keine so 
einfache sein kann, wie die eines einfachen Magnetes, so stellte es sich als 
nothwendig heraus, um die Untersuchung zu einer vollständigen zu machen, 
einerseits die Längsrichtung der Maschine möglichst in die beiden erwähnten 
Hauptlagen zu bringen, andererseits die Zahl der Beobachtungspunkte zu ver- 
mehren und die Kompasse in den verschiedenen Azimuten rings um die Maschine 
— goweit es erreichbar war — aufzustellen. Aufserdem war es für die praktische 
Nutzanwendung von Bedeutung, dafs der obere Raum des Hauses eine Auf- 
stellung von Kompassen oberhalb der Maschine erlaubte. 
Der Gang der Untersuchung war der folgende: 
Es wurde an einem, dem Wirkungsbereich der Dynamomaschine gänzlich 
entzogenen, ca 50m entfernten Punkte im Freien ein Peilkompals aufgestellt, 
die Mifsweisung durch Beobachtung der Sonne bestimmt und Schwingungsdauern 
einer kleinen Nadel eines Deviationsmagnetometers beobachtet. 
Dieser Kompafs (mit A bezeichnet) konnte von mehreren Punkten im 
Innern des Hauses gepeilt werden. Den beiden Hauptlagen entsprechend be- 
fand sich also die Maschine einmal mit der Rotationsaxe und Längsrichtung 
der Elektromagnete in nord-südlicher Lage, in der zweiten Hälfte der Unter- 
suchung dagegen in ost-westlicher. Da für den Betrieb der Maschine die Auf- 
stellung eines besonderen Motors erforderlich war, so konnte seine Längs- 
richtung nur in die genannten astronomischen Richtungen gebracht werden, 
wenn es auch als erwünscht gelten mufste, die magnetischen Hauptlagen zu 
Grunde zu legen. 
Zuerst befand sich der seinen Ort verändernde Kompalfs im Innern auf 
einem gewöhnlichen Stativ von ca 1,50 m Höhe, bei den Hauptuntersuchungen 
wurde er dagegen auf einem niedrigen Stativ mit der Rose in die Höhe der 
Rotationsaxe der Maschine gebracht. Da nunmehr die Peilung nicht mehr durch 
das Fenster, sondern nur durch die Thür des Gebäudes vorgenommen werden 
konnte, so war es nöthig, einen Kompafls (auf niederem Stativ) in der Nähe der 
Thür unverändert aufzustellen, so dafs von diesem gegenseitige Peilungen mit 
dem Kompafs aufsen, sowie mit dem inneren vorgenommen werden konnten, der 
in mehreren Entfernungen und mehreren Azimuten zur Maschine aufgestellt 
wurde. Der Kompafs aufsen änderte an den verschiedenen Beobachtungstagen 
seinen Platz; von den einzelnen Positionen, die mit Aı Az As bezeichnet sind, 
wurde As schliefslich als die bestgelegene beibehalten, 
Die Kompafsstellungen im untern Raum, die mit einer Ausnahme im 
Innern des Gebäudes befindlich sind, mögen mit U und entsprechenden Indices 
benannt werden, Uo bedeute den Kompals an der Thür, der die Vermittelung 
mit Kompafs A bildete. 
Die Kompasse oben — es wurden gewöhnlich zwei, auch drei verwendet 
— seien in ihren verschiedenen Lagen mit Oı O2 ete. bezeichnet. Die Stellung 
war derart, dafs gewöhnlich von mehreren nach Kompafs A gepeilt werden konnte. 
In jeder Position wurden nun diese Peilungen ausgeführt, einmal, wenn 
die Maschine keinen Strom erzeugte, das zweite Mal, wenn ein Stromschlufs in 
möglichst kurzer Leitung stattfand. An allen Punkten wurde jedesmal die 
Schwingungsdauer der Nadel I beobachtet, hierdurch erhielt man das Mittel, 
die Lokaleinflüsse, die ohne Strom sich zeigten und die von Eisentheilen der 
Fenster, dem Motor u. s, w. herrührten, zu ermitteln und in Rechnung ziehen 
zu können. Es mufs noch erwähnt werden, dafs der Strom. von der Maschine
	        
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