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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Aus dem Reisebericht der deutschen ‘Schonerbrigg: „Franz“. 
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Vor Allem möchte ich den Schiffen, die in Kingston an der Brücke zu laden 
haben, den Rath geben, möglichst kurze Ladezeit zu bedingen, nicht eher an 
die Brücke zu legen, bis die Ladung fertig liegt und dann kein Geld und keine 
Mühe zu scheuen, um sobald als angängig fertig zu werden; dann sollte man 
sofort in See gehen oder auf 8—11m — 4'/2—5 Fad. — in der Bai ankern, 
Ich glaube, bis zu einem Tiefgange von 3,6 m — 12 Fuß — "kann man ruhig 
das Schiff an der Brücke beladen, Als wir. an derselben lagen, betrug die 
Wassertiefo daselbst 3,9m — 13 Fuls — aber der Hafenmeister sagte mir, 
dafs bei anhaltendem Ostwinde der Wasserstand auf 3,0m — 10 Fufßfs — 
herunterginge, Hafenabgaben hat man keine in Kingston; der Arbeitslohn 
beträgt 1 sh. die Stunde; frisches Fleisch kostet 4 d. das halbe Kilo. 
Reise von Kingston nach Numea. 
Ueber diese Reise ist wenig zu sagen. Das Wetter war meist veränderlich 
und schwere Stürme kamen nicht vor. Das Barometer hatte nur einmal einen 
niedrigen Stand, indem es am ersten Tage der Reise bei regnerischem Wetter 
und steifem N- bis NW-Winde auf 742,3 mm (unred.) fiel. Die Luft war voll 
von Elektricität. Nachher holte der Wind bei steigendem Barometer auf SSW 
und wehte stürmisch aus dieser Richtung. Am fünften Tage der Reise passirte 
„Franz“ die Bass-Strafse und hatte dann mehrere Tage flaue östliche Winde 
und ruhige See. Am 28, April in 39° S-Br’ und 152° O-Lg holte der bis 
dahin östliche Wind nördlich, am folgenden Tage nordwestlich und wurde steif 
mit hoher Kreuzsee von SW und NW. Inu einem Regenschauer sprang der 
Wind auf SW und wuchs zum Sturme an, der eine hohe See verursachte und 
bis zum 30. anhielt. Aehnliche Vorgänge wiederholten sich bis zum 8. Mai 
mehrmals. An diesem Tage, in 30,5° S-Br und 166,5° O-Lg, wurde der Wind 
flau und veränderlich, bis am 12., in 26,5° S-Br und 168,0° O-Lg, der NW-Wind 
von Neuem auffrischte und wieder nach kurzer Zeit unter Regen auf SW holte, 
um zwei Wachen stürmisch zu wehen und dann abzuflauen, Am folgenden Tage 
gegen Abend wurde er indessen nochmals, doch nur auf ganz kurze Zeit stürmisch 
und nahm dann zu einer mäfsigen südlichen Briese ab. Mit dieser wurde die 
Reise beendet. Am 16, Mai sichteten wir bei Tagesanbruch die Küste von 
Neu Caledonien im NNE und steuerten mit allen Segeln darauf zu. Um 2 Uhr 
Nachmittags nahmen wir einen Lootsen an Bord, ankerten um 8 Uhr Abends 
bei der Insel. Le Maitre und erreichten am folgenden Morgen nach einer Reise 
von 26 Tagen den Bestimmungsplatz, Starke Stromversetzungen sind auf dieser 
Reise nicht vorgekommen. 
Numea. 
Am Tage unserer Ankunft setzte hier der SE-Passat ein, der vier Tage 
steif wehte. Am 1. Juni war es den ganzen Tag windstill, und darauf folgte 
am Nachmittage des 2, steifer SW-Wind, der uns verhinderte, wieder nach See 
zu gehen. Erst am 3. Juni traten wir bei wieder eingesetztem Passat von SSE 
die Rückreise nach Sydney an. . 
Ueber die Ansegelung von Numea sind im „South Pacific Directory“ so 
gute Anleitungen gegeben, dafs ich denselben nichts hinzuzufügen habe; auch 
trifft die dort gemachte Aeufserung, dafs Numea ein guter und sicherer Hafen 
ist, vollkommen zu. Auf einen Uebelstand habe ich indessen aufmerksam zu 
machen, den nämlich, dafs die Ladungsempfänger, wenn sie es nur mit dem 
geringsten Schein Rechtes thun können, stets Abzüge an der Fracht zu machen 
suchen. Man sollte deshalb alle Vorsichtsmafsregeln anwenden und besonders 
immer Lukenbesichtigung nehmen. Die Unkosten in Numea sind die folgenden: 
Lootsgeld, welches nach dem Tarif 30 Centimen für jeden Decimeter Tiefgang und 
jede gelootste Seemeile berechnet wird und für „Franz“ bei einem Tiefgange 
von 35 Deecimetern und 21 Sm gelootster Distanz einkommend und ausgehend 
je 220,50 Fr. betrug; ferner: Verholen im Hafen 15 Fr., Feuergeld 60 ct. und 
Hospitalgebühr 16 et. für die Tonne. Ballast kostet 7 Fr, die Tonne, Wasser 
2 Fr. für 250 Gallonen und frisches Fleisch 1 Fr. das Kilo. Der Arbeitslohn 
beträgt 3 Fr. den Tag. Tonnengeld hat man.in Numea nicht zu‘ bezahlen,
	        
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