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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Kleine Notizen. 
Kleine Notizen. 
1. Seebeben. Auf dem britischen Schiffe „Diadem“ wurde am 1. März 
d. J. um 9* 15” Abends in 26° 2‘ N-Br und 63° 19‘ W-Lg eine 12 bis 15 Se- 
kunden anhaltende Erschütterung wahrgenommen, als wenn das Schiff auf ein 
Riff gelaufen oder gegen ein sonstiges Hindernifs gestofsen wäre. Die Nacht 
war klar und schön, Nordwind mit einer langen Dünung aus derselben Richtung, 
2. Beschreibung des Hafens Estero Balza Arriba. St. Domingo. 
Grofse Antillen. („Notice to Mariners“ No. 18/373. Washington 1888). 
Der Hafen Estero Balza Arriba, auch Puerto Juanita genannt, liegt an der 
Nordküste von St. Domingo, ca 20 Sm Ost von dem Hafen von Monte Christi?) 
antfernt, in 19° 54’ N-Br und 71° 19’ W-Lg. Ungefähr in 2 bis 2!/2 Sm Abstand 
von der Küstenlinie erstreckt sich längs derselben ein Riff in der Richtung Ost— 
West, und bei diesem Ort befinden sich zwei Oeffnungen in demselben, die eine 
am Ostende und die andere am Westende des Hafens, und beide bilden Durch- 
fahrten nach dem Hafen, Innerhalb des Riffes ist ein geräumiger und ge- 
schützter Hafen mit genügender Wassertiefe, Schiffe, mit 3 bis 3,7 m Tiefgang 
können bis auf eine ganz kurze Entfernung von der Küste sicher herankommen 
und ankern. Die östliche Hafeneinfahrt besteht aus einem breiten und tiefen 
Fahrwasser mit 14,6 bis 25,6 m Wasser, mit Ausnahme einer kleinen Sandbank 
mit 3,7 bis 4,6 m Wasser, welche sich in der Mitte der Durchfahrt befindet; 
an beiden Seiten dieser Bank ist tiefes Wasser. 
Trinkwasser kann man in diesem Hafen nicht bekommen, aber die Schiffe, 
welche solches bedürfen, erhalten es zu Monte Christi, 
3. Die Nanusa- oder Meangis-Inseln®). Petermanns Mittheilungen 
geben in Heft V d. J. eine nach den an Bord des Marinedampfers „Bali“ 1886 
ausgeführten Aufnahmen entworfene Skizze der „Nanusa-Inseln“, nebst einer 
Beschreibung dieser Inselgruppe von F. A. Ebbinge Wübben. Die Gruppe 
ist offenbar nach ihrer Position und auch nach der gegenseitigen Lage der 
einzelnen Inseln zu einander identisch mit den in den britischen Segelanweisungen 
und Admiralitäts-Karten (No.2575, Tit. X No. 128) unter dem Namen „Meangis-In.“ 
verzeichneten Inseln, wenn auch die einzelnen Inseln anders benannt sind und 
in ihrer Gestalt nicht unwesentlich von denjenigen der Karte abweichen, Die 
Hauptinsel, welche auf der britischen Karte Nanusa heilst, wird auf der vor- 
liegenden Skizze Mengampit benannt, 
die Central-I. der brit. Karte wird hier Mengnoepoe genannt, 
Sueste-L. » » » » „ Onrata » 
Kakarutan-I.„ 5 „nn Marokka ” 
Karatan-I. „ » » „ Karaton » 
North-JT. ” m » % „ Carata » 
andlich wird der nördlich von Sweste gelegenen, auf der brit. Karte unbe- 
nannten kleinen Insel der Name tata beigelegt. 
Nach den Angaben des Herrn Ebbinge Wübben liegt die Inselgruppe 
auf etwa 4° 35’ N-Br und 127° 5‘ O-Lg, welche Position ungefähr 2!’ südlich 
der auf der britischen Karte verzeichneten Gruppe fällt (die Länge stimmt 
ungefähr mit der mittleren Länge der britischen Aufzeichnungen überein). Von 
den Inseln sind nur Karatan ( Karaton), Mengampit (Nanusa) und Onrata (Sueste) 
bewohnt. Nur bei einer dieser Inseln, und zwar bei Karaton, ist ein guter 
Ankerplatz in 15 bis 17 Fad. Tiefe auf Sandgrund, ca 400m SS0O°/40 von 
Kampong (Dorf) Karaton (an der Südostseite der Insel gelegen), während die 
NW-Ecke von Mengampit (Nanusa) NO—N peilt; die geographische Länge 
dieses Platzes wurde zu 127° 7‘ 50“ O bestimmt. Wie die übrigen Inseln ist 
auch Karaton, besonders an der Süd- und Ostküste von Riffen umgeben. 
Zwischen den drei südlichen kleinen Inseln ist wegen der weit hinausreichenden 
:) Die mit (D. &.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet. 
*) Vergl. „West India Pilot“, Vol. II, 1887, pag. 236. 
3) Findlay’s „Indian Archipelago“, 1878, S. 883.
	        
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