Aus dem Reisebericht der: deutschen Schonerbrigg „Franz“,
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Auf der ganzen Strecke herrschte fast immer Windstille, dagegen machte
sich eine unverhältnifsmäfsig hohe Dünung aus SW bemerkbar, die bei der
Reise nach Kapstadt im Februar des Jahres nicht beobachtet wurde, aber in
dieser Jahreszeit gewöhnlich hier stehen soll. Das Wetter war bis zur Espidgle-
Bucht schön und klar, von. da ab war die Luft nach der Küste zu sehr un-
sichtig und letztere zeitweise fast ganz in Nebel gehüllt, der nur während der
Nachmittagstunden bis 4" p. m. sich lüftete, wodurch die Navigirung. sehr
erschwert wurde, . ;
Die Läuge von. Mossamedes (Signalstation auf der Spitze Noronha) ist
bei einer durch die Portugiesen vorgenommenen Aufnahme der Little Fish Bat
zu ‚12° 1,5‘ Ost bestimmt worden, was einen Unterschied mit. der Karte
Tit. VIII, No. 11 (Br. K. 627) von 11,5‘ in Länge ergiebt, wodurch die in dem
Reisebericht der Reise von Loanda nach Kapstadt gemachte Angabe über die
Länge des Küstenstriches von Kap Negro bis Albino Point bestätigt wird (siehe
diese Annalen.1887 S. 211). |
Eine auf der Rhede vorgenommene Längenbestimmung ergab. dasselbe
Resultat, wie die portugiesische Aufnahme,
Aus dem Reisebericht des Kapitän J, G. Nichelson, Führer der
deutschen Schonerbrigg „Franz“,
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Reise von Port Natal nach Port Adelaide. |
Am 24, Januar 1886 verliefs „Franz“, mit Zucker und Mais beladen und
mit. 9 Passagieren an Bord, . Natal. Sobald das Schiff über. die Barre war,
setzten wir Segel und steuerten bei frischem NE-Winde. einen SO-Kurs, der,
soweit. die späteren Winde es erlaubten, bis südlich von 40° S-Br eingehalten
wurde. Diesen Parallel. erreichten: wir am 8. Februar nach 15tägiger Fahrt in
ungefähr 65°:20‘ O-Lg. Die beim Absegeln der Länge angetroffenen Winde
waren. nicht sehr stark, aber meistens günstig und ermöglichten dem Schiff eine
gute Durchschuittsfahrt, so dafs wir am 1. März, nach weiteren 21 Tagen, die
Länge von 121° 50‘ Ost in 40° 27‘ S-Br erreicht hatten. Von hier aus wurde
erst etwas Nord mit angehalten, um der Australischen Küste näher zu kommen
und dann für Kap Borda (Kangaroo-Insel) gesteuert, welches am 7. März erreicht
wurde. Von hier wurde noch ein Tag bis Port Adelaide gebraucht, so dafs die
ganze Reise die Dauer von 43 Tagen hatte. Stürme waren auf derselben kaum
zu verzeichnen und infolge dessen auch kein grober Seegang und mufs die Reise
im Ganzen als eine angenehme bezeichnet werden. ;
‚Port Adelaide. Anm Re ;
Während: unseres Aufenthalts in Port Adelaide vom. 9. März bis 13. April
war der Wind vorherrschend SE, begleitet von Sonnenschein und Staub.‘ Nur
zwei kleine‘ Regenschauer kamen vor und ferner zwei Gewitter aus NW, das
erste am: Morgen unserer Ankunft, das zweite Anfangs April, Von, den
35 Tagen, welche wir in. Port Adelaide lagen, waren 16 mit SE-, 10 mit SW-
und W-.und 9 mit veränderlichen Winden. und ‚Stillen. Das Barometer. fiel
nicht unter 760 mm (unred.) und stand mit den östlichen Winden 764—767 mm
(unred.) hoch. Die Nächte waren gewöhnlich still, worauf am Morgen leichter
Nordwind wehte. Die. Schiffe liegen in Port Adelaide gut und sicher, und : das
Löschen und Laden geht schnell; doch ist der Arbeitslohn hoch und das Stau-
holz theuer. Kein Schiff erhält: Ladung, wenn es nicht zuvor von den Besich-
tigern für seefähig erklärt worden ist. .
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