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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Kleine Notizen. 
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sehen war, ist zum Nachtheil der letzteren jetzt nach Tandjong Priock verlegt, 
wo der Zeitball von jenen Schiffen nicht mehr beobachtet werden kann, Das 
Wachtschiff, welches früher auf der Rhede lag, hat jetzt seine Station in 
Tandjong Priock, auch werden die periodisch in Batavia einlaufenden hollän- 
dischen Kriegsschiffe dorthin beordert. Trotz alledem ist aber nicht zu 
leugnen, dafs das Klima von Tandjong Priock noch immer ungesund ist. 
Während unseres Ladens auf der Rhede von Batavia löschte ein eisernes eng- 
lisches Schiff in Tandjong Priock seine Kohlenladung. Hierbei war die Schiffs- 
mannschaft nicht beschäftigt; trotzdem war die Hälfte derselben, als das Schiff 
seine Ladung gelöscht hatte und wieder segelfertig war, in einem arbeits- 
unfähigen Zustande. Der Kapitän entschlofs sich indessen in See zu gehen — 
noch einige Tage vor „Speculant“ — um durch die Sunda-Strafse nach einem 
Reishafen zu versegeln, indem er der Hoffnung war, dafs seine Leute auf See 
bald wieder gesunden würden. Unter Assistenz von sieben Leuten vom Lande 
wurde das Schiff nach der Insel Baby gebracht, woselbst jene dasselbe verliefsen 
und von wo aus es allein mit seiner Mannschaft die Reise fortsetzte. Als wir eine 
Woche später Anjer passirten, sahen wir dort das genannte Schiff vor Anker 
liegen, und die an Bord kommenden Lootsen theilten uns mit, dafs nunmehr 
die ganze Mannschaft erkrankt sei und das Schiff nicht mehr manövriren könne, 
wodurch es gezwungen worden sei, aus See zurückzukehren. An Bord von 
„Speculant“ waren alle Leute kerngesund geblieben; ob dieses auch mit der 
Besatzung des Wachtschiffes und denjenigen der holländischen Kriegsschiffe 
in Tandjong Priock der Fall sein wird, mufs die Zukunft lehren. Wohn- 
häuser sind in Tandjong Priock auch Jotzt noch nicht vorhanden, da alle dort 
am Tage beschäftigten Europäer, des Fiebers halber, am Abend nach Batavia 
zurückkehren. Kin greifbarer Vortheil, den Tandjong Priock bietet und der 
die Kauffahrteischiffe dorthin zu ziehen geeignet erscheint, ist der Umstand, 
dafs die dort liegenden Schiffe ihr Trinkwasser unentgeltlich aus einem artesischen 
Brunnen erhalten, während sie es auf der Rhede mit 1,50 Gulden pro Legger 
bezahlen müssen.“ 
Gedruckt und in Vertrieb bei E, S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin, Kochstralse 68—70.
	        
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