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Kleine Notizen.
5. Ueber die Navigirung in der Hainan-Strafse!) berichtet der
Kommandant S. M. Knbt. „/itis“, Kapt.-Lieut. von Eickstedt, nach den da-
selbst gemachten Erfahrungen das Folgende:
Beim Ansteuern der Strafse von Osten her bietet das Loth einen guten
Anhalt; so lange man zwischen 30 und 40 Fad. (55 und 73 m) Wasser hat, ist
man im richtigen Fahrwasser. Bei klarem Wetter kann man direkt Kurs auf
Mafou Point nehmen, andernfalls thut man gut, North Taja-Insel anzusteuern.
Während des Nordostmonsuns darf man nicht darauf rechnen, Land weiter
als 10—12 Sm zu sichten. Die beste Einfahrt ist die innere Passage des Süd-
kanals, weil man in ihm so dicht beim Lande vorbeifährt, dafs man auch bei
regnerischem Wetter nach Landmarken den Schiffsort bestimmen kann. Man
läuft auf Mafow Hill zu, bis man auf ungefähr 10 Fad. (18 m) kommt und hält
sich dann mit nordwestlichem Kurse zunächst auf dieser Wassertiefe. Bei
frischem Winde erkennt man die Bänke im Norden recht gut durch die auf den-
gelben stehende Brandung; bei Hainan Head steht dann aber auch im Fahrwasser
aine kurze hohe See mit Brechern, die es schwer machen, zu erkennen, wo die
Bänke aufhören. Von Landmarken ist eigentlich nur Mafow Hill mit Sicherheit
auszumachen, Mafow Point erst, wenn man es achteraus in SO bekommt; bei
klarem Wetter sieht man auch Pochin Hill resp. Pagoda. Beim Passiren von
Hainan Head hat man den Kurs auf West zu ändern, sobald diese Pagode frei
vom Lande gekommen ist. Es wird stets gerathen sein, sich bei der Durch-
fahrt eines Lootsen, der in Hongkong zu haben ist, zu bedienen, so lange man
nicht mehrere Male diese Tour gemacht hat. Hinter Hainan Head kann man
in 6—8 Fad. (10—15 m) zu Anker gehen, nach Angabe des Lootsen auch östlich
von Hainan Head in 11 Fad. (20m) Wasser, bei nicht zu starkem Monsun.
An letzterer Stelle kann man gezwungen werden, für kurze Zeit zu ankern,
wenn man in der Einfahrt durch heftigen Regen oder Nebel ereilt wird.
Die weitere Fahrt durch die Hainan-Strafse bietet keinerlei Schwierigkeit,
wenn man die Stromverhältnisse kennt; östlich von der Einfahrt setzt gewöhnlich
die Fluth nordwestlich, die Ebbe östlich, und während des Nordostmonsuns
wird weiter ab eine Versetzung nach WSW von 1—2 Sm pro Stunde ange-
troffen; in der Strafse selbst setzt der Strom nach West oder Ost.
Die Rhede von Hoihow bietet gegen Nordostwinde wenig Schutz;
zur Zeit des Aufenthaltes S. M. Kubt. „/itis“ daselbst (Ende Januar) stand
immer eine ziemlich bedeutende Dünung, während im Sommer und Herbst die
häufigen Taifune die Sicherheit der dort ankernden Schiffe gefährden. Man
liegt dort fast wie in offener See.
Als gute Landmarken auf Hainan erwiesen sich noch folgende in der
Karte Tit. XI, No. 10 (Br. K. 876) eingetragene Punkte: Bei Hozhow die
Kien-Chu-Pagode, die „Five Palms“, von denen vier hoch sind, eine niedrig,
der Obelisk; weiterhin die „Hummocks“, deren eine Spitze eine kraterförmige
Einsenkung zeigt; Mandarin Kap; Tong-sui-mum; Magpie Pt, kenntlich durch
den dabei liegenden 48 Fufs a m) hohen Felsen; der 805 Fufs hohe Berg
auf 109° 45‘ O-Lg; Laamkoo Hill; Kun-ching; Mt. Pingmar,
Auf der Nordseite der Strafse sind fast gar keine guten Peilungsobjekte;
Kap Cami ist niedrig und schlecht auszumachen.
In der Strafse und auch an der Westseite der Insel, über 20 Sm vom
Lande entfernt, wurden sehr viele durch Mudd braungelb gefärbte Stellen im
Wasser beobachtet, ohne dafs dort die Wassertiefen verringert waren.
6. (D. S.) Der Hafen von Tandjong Priock bei Batavia, Kapt.
0. Kampehl von der deutschen Bark „Speculant“ schreibt gelegentlich seines
Aufenthalts auf der Rhede von Batavia im Juni 1887: „Seitdem ich in den
„Annalen der Hydrographie“, Jahrgang 1886, Seite 440?) in Kürze über die
Vorzüge und Nachtheile des neuen Hafens von Batavia „Tandjong Priock*
berichtet habe, sind hier verschiedene Veränderungen getroffen worden. Die
Zeitballstation, welche sich vordem beim Uitkiek an dem Flüfschen Kali-
Tiliwang befand und von der Rhede von Batavia von allen Schiffen gut zu
‘) „China Sea Directory“, Vol. II, 1879, S. 394.
7) Siehe auch Annalen 1888, S. 152.