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Kleine Notizen,
wohl zu grofs und die Richtung der See so eigenthümlich (4—5 Strich von
Backbord achtern), dafs das Oel, das ja nur in geringer Qualität zu Wasser
kam, sich kaum ausbreiten konnte und meistens erst zur Geltung kam, wenn die
See schon hinter dem Schiff war. 240° p. m. hörte ich auf, und versetzte den
Kessel weiter nach achtern. Vorher hatte ich 60—70 Tropfen Oel in der
Minute laufen lassen, doch sah ich deutlich, dafs das Oel sich nicht entwickeln
konnte. — Im Kessel hatte ich 8 kg gewöhnliches Lampenöl; die Temperatur
des Wassers betrug 14°—12° C. — Dicht vor der Brücke in den Gängen
stellten wir den Kessel wieder auf. 3* 20° wurde der Krahn geöffnet und auf
70 Tropfen gestellt. Jetzt hatten wir eine sofortige und wirklich wunderbare
Wirkung. Die Brecher donnerten heran, und brachen die Kämme 2—3m vom
Schiff. Es war eine Freude, das zu sehen, wie die mächtigen Seen beim Ueber-
kappen plötzlich stille wurden und verschwanden. Das Schiff lag bedeutend
besser, kein Spritzer kam an Deck, und wir konnten gut unsern Kurs steuern.
Gegen Abend liefen der Wind und die See nördlicher, so dafs vorne beim Wellen-
brecher eine schwere See überkam. Ich liefs sofort einen Oelsack fertig
machen (Presennigstuch, unten 50cm breit, weil ich eine gröfsere Fläche für
Lecklöcher haben wollte, 70cm lang, nach dem Ende sich um 30 cm verjüngend,
mit doppelter Hahnepoot zum Zusammenziehen, an derselben eine Schleife mit
einem 2“.Steert zum Festmachen). Es wurde !/ kg Werg in den Sack gesteckt
und 6kg Oel hineingegossen. Der Sack wurde aufsen an den Krahnbalken
gebunden. Vorher liefs ich über den zugeschnürten Sack ein dazu verfertigtes
Stück Bramtuch binden, um das Wasser abzuhalten, wenn der Sack eintauchte.
Es hat sich dies bewährt.
Den Oelsack hatte ich deshalb unten breit machen lassen, um, wie ich
schon vorher erwähnte, eine gröfsere Fläche für die Oellöcher zu haben, das
untere Liek war aus Drahtbendsel, um etwas mehr Halt zu geben. Da der
„Main“ vorne sehr schroff ist, so hing der Sack genügend frei; zu Wasser liefs
ich ihn nicht, da bei der Fahrt des Schiffes sonst leicht der Steert gebrochen
wäre. Die Wirkung war dieselbe wie bei dem Kessel, den ich von 7t—7!/% p. m.
abstellen ließ, nachher aber wieder mit 50 Tropfen in Gebrauch nahm. Leider
bekamen wir erst des Abends eine wärmere Wassertemperatur bis zu 20° C.,
80 dafs ich nicht beobachten konnte, wie die Oeltropfen sich im warmem
Wasser ausbreiten, so viel ich bei Tage beobachtete, ging das Oel aus dem
Sack weit schneller auseinander, weil es frei vom Schiff tröpfelte.
Um 9!/2h Abends nahmen Sturm und See ab. Das Schiff lag gut und 80
liefs ich um 10% p,m aufhören mit Oelen. Im Kessel war noch kaum ! kg.
Derselbe war geöffnet in Thätigkeit von 2* 30” —2* 40" mit 50-—55 Tropfen,
von 3% 20” p.m. bis 7% p.m. mit 70 Tropfen, von 7* 30” p.m. bis 10% p. m.
mit 50 Tropfen, er hatte also im Ganzen 6 Stunden 20 Minuten gelaufen mit
durchschnittlich 60 Tropfen in der Minute und 7%4kg Oel, in der Stunde also
1,3 kg Oel verbraucht. Im Verhältnifs zu dieser verschwindend kleinen Quan-
tität war der Erfolg ein ungeheurer. .
Der Sack am Krahnbalken wurde zu gleicher Zeit aufser Thätigkeit ge-
setzt. Das im Sack befindliche Werg wurde so gut es ging, ausgedrückt und
dann mit dem Oel gewogen. Wasser fand sich wenig vor, der Bramtuchdeckel
hatte ziemlich dicht gehalten. Es ergab sich, dafs von 7° 10" p.m. gut 4'h
bis 5kg Oel ausgelaufen waren. Die Wirkung war bei beiden Apparaten die-
selbe, und geht aus dieser gemachten Erfahrung hervor, dafs man meistens mit
weniger Oel auskommen kann, als gewöhnlich verbraucht wird. Ich habe in einer
Winterreise an Bord des Dampfers „Rhein“ ungefähr dasselbe Experiment ge-
macht und damals auch mit zwei Kesseln dieselbe Wirkung beobachtet. Bei
2—3° C. Wassertemperatur mufste ich bis zu 120 Tropfen in der Minute aus-
laufen lassen, Der Unterschied lag in der Temperatur des Wassers, denn wir
waren in ähnlicher Situation.“
Das Hydrographische Amt zu Washington bringt ferner von den daselbst
über den Gebrauch von Oel während der Märzstürme auf dem Atlantischen
Ocean eingegangenen Berichten auf der „Pilot Chart of the North Atlantic
Ocean“ vom April d. J. die folgenden:
Kapt. Legemann verhinderte mit der amerikanischen Bark „Serene“ vom
14. bis 15. März beiliegend durch Oel das Ueberbrechen von Seen. Zwei