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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Kleine Notizen. 
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<<) Die deutsche Bark „Kemeralda“, Kapt, J. Jäger, befand sich auf 
einer Reise von Mazatlan nach Hongkong, als man am 16. Januar 1886 um 
4 Uhr 30 Minuten Nachmittags im nördlichen Stillen Ocean, auf 20,3° N-Br 
und 147,2° O-Lg, eine leichte Erschütterung des Schiffes bemerkte, welche von 
einem Seebeben herzurühren schien. Wind leicht, umlaufend von SE durch W 
nach NW, Barometer 764,2 mm, Thermometer 25,8° C. 
d) Deutsche Bark „Peter Godeffroy“, Kapt. P. Möller, auf dem Anker- 
platz der Insel Nixafu im südlichen Stillen Ocean, auf ungefähr 15,6° S-Br 
und 175,7° W-Lg. Am 12. August 1886 um 2'/2 Uhr Morgens ereignete sich 
gain starkes Erdbeben, Alle an Bord befindlichen Leute liefen auf Deck, in der 
Meinung, das Schiff habe gestofsen. Grofse Felsmassen stürzten infolge der 
Erschütterung von den Uferklippen ins Meer und die aus leichtem Fachwerk 
erbauten Häuser der Station erlitten Beschädigungen. Es wehte zur Zeit eine 
leichte bis mäßige östliche Briese, bei einem Luftdruck von 761,2 mm und einer 
Temperatur der Luft von 25,5° C. Gegen Mittag nahmen Wind und Seegang bei 
etwas abnehmendem Luftdruck derart zu, dafs die Ankerkette brach und das 
Schift nach See flüchten mußte, wobei es nur mit der gröfsten Mühe von den 
Klippen frei zu halten war. 
e) An Bord des deutschen Vollschiffes „Drehna“, Kapt. J. Haesloop, 
beobachtete man auf der Reise von Cardiff nach Singapore am 4. Dezember 1886 
um halb ein Uhr Morgens im Indischen Ocean auf 18,7° S-Br und 89,7° O-Lg 
eine leichte Erschütterung des Schiffes, welche wahrscheinlich von einem See- 
beben herrührte und ein Getöse hervorrief, als wenn Fässer auf Deck gerollt 
würden, Das Wetter war zur Zeit regnerisch bei steifem Südostpassat, einem 
Luftdruck von 761,6 mm und einer Temperatur von 20,9° C. 
f) Kapt. C. Hannes vom deutschen Dreimastschoner „Albatrofs“ macht 
die folgende Beschreibung von einem Erdbeben in Banda (Niederländisch 
Indien): „Am Tage unserer Ankunft hierselbst, am 18, Dezember 1886, hatten 
wir bei 9 Uhr Abends herum ein leichtes Erdbeben, zwei Stöfse innerhalb fünf 
Minuten. Ich safs um diese Zeit auf dem Hinterdeck. Mit einem Male war es 
mir, als ob der Anker durchginge und die Kette in der Klüso rassele. Der 
Wind war jedoch nur von mäfsiger Stärke. Ich lief sofort nach vorne, guckte 
über den Bug und sah, dafs die Ankerkette schlaff hinunter hing, fast auf und 
nieder, Als ich eben wieder auf dem Hinterdeck angelangt war und mich 
gesetzt hatte, erfolgte eine zweite Erschütterung ‚in derselben Weise, Am 
nächsten Morgen erfuhr ich am Lande, dafs am vorhergegangenen Abend ein 
Erdbeben stattgefunden habe, eine Erscheinung, die hier öfters beobachtet wird, 
Aber meistens nicht sehr stark auftritt. 
g) Die deutsche Bark „Louise“, Kapt. J. Köhne, hatte am zweiten Tage 
ihrer Reise von Callao nach Corinto am 18, Februar 1887 um 3'% Uhr Nach- 
mittags auf 10,7° S-Br und 79,5° W-Lg im südlichen Stillen Ocean ein leichtes 
Seebeben. Bei einem beständigen Luftdruck von 758,5 mm und einer Temperatur 
von 25,5° C. war der Himmel halb bewölkt, und es wehte ein mäßiger 
Passatwind. 
2. Ueber den Gebrauch von Oel zur Beruhigung der See ist 
uns der folgende Bericht von dem Kapitän des Norddeutschen Lloyddampfers 
„Main“, Herrn J. Schienmann, zugegangen. 
„Im nachfolgenden Bericht erlaube ich mir, meine Beobachtungen beim 
Oelen während eines schweren Sturmes, den ich auf 41°—42° N-Br und 
53°—51° W-Lg bestand, mitzutheilen: 5. Mai. Der Nordwest wehte mit Stärke 
8—10 — während der Böen war er wohl noch steifer — mit Hagelschauer, 
Kurs ON0'0 rw., Fahrt des Schiffes 13,5—14 Sm. Alle Segel bei. Der 
„Main“ arbeitete furchtbar, doch war bis dahin noch keine See übergekommen, 
doch drohte jeder Brecher an Deck zu schlagen. Um jede Gefahr zu beseitigen, 
beschlofs ich zu ölen. 2* 30" p. m. fingen wir an. Im vordersten Heizerkloset 
stellten wir einen Kessel mit einem kleinen Krahn, der dicht über dem Boden 
angebracht war und genau nach Tropfen regulirt werden konnte, auf. Gut fest- 
gelascht, lielfsen wir 50-—55 Tropfen Oel laufen. Das Oel lief direkt ohne 
Werg durch die Oeffnung in die See. Das Kloset war ungefähr 40 Fußls vom 
Steven, Der Erfolg wär alsbald bemerkbar, doch die Fahrt des „Main“ war 
Ann. d. Hydär, eto., 1888, Höft VI.
	        
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