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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
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und leichte Briesen auf ihr ungleich häufiger auftraten. Immerhin konnte auch 
diese Fahrt in befriedigend kurzer Zeit zurückgelegt werden. ; 
Von den von Golfhäfen abgegangenen und nach Europa bestimmten 
Schiffen vollendeten „Port Royal“ und „Friedrich“ die zwischen New-Orleans 
und Kanal liegende Strecke in 39 und „Niagara“ in 37 Tagen. „Port Royal“ 
and „Niagara“ verfolgten, nachdem die Bemini-Enge verlassen worden‘ war, 
zunächst noch einen hoch nördlichen Kurs, um möglichst bald in höhere Breiten 
zu gelangen. „Friedrich“ befolgte dieses Verfahren nicht ganz und würde dieses 
30 überaus schnelle Schiff seine Reise, der Wetterlage nach, wahrscheinlich 
schneller haben vollenden können, wenn es früher in höhere Breiten gelangt 
wäre. Immerhin war auch die Reise des „Friedrich“ eine befriedigend rasche, 
Dagegen verlängerte der von Trinidad nach dem Kanal bestimmte Schoner 
„Franz“ seine Reise wahrscheinlich dadurch um ein Bedeutendes, dafs derselbe 
nördlich von der in verhältnifsmäfsig niedriger Breite angetroffenen Passatgrenze 
gleich einen zu östlichen Kurs einschlug. 
3. Reisen von Nord nach Süd. 
Die während des Sommerhalbjahres 1884 im östlichen Theile .des 
Atlantic herrschenden Verhältnisse waren im Allgemeinen den vom Kanale zur 
Linie segelnden Schiffen nicht ungünstig. HEine in den ersten Tagen des Juni 
inmitten des Oceans, südlich von 40° N-Br lagernde Depression erstreckte 
ihre Wirkungen nicht weit genug nach Osten, um den damals nach Süden be- 
stimmten Schiffen hinderlich zu sein, und das während der ganzen späteren Zeit 
im mitileren "Theile des Atlantic lagernde Maximum hatte, wenn es auch von 
sehr schwankender, unregelmäfsiger Gestalt war, doch KEinflufs genug, um 
zu bewirken, dafs die im. östlichen Theile des Meeres wehenden Winde vor- 
herrschend günstige waren und dafs die polare Passatgrenze in verhältni(smäfsig 
hoher Breite. angetroffen werden konnte. Die schnellste Reise, welche im be- 
ireffenden Vierteljahr zwischen Kanal und Linie vollendet wurde, ist die der 
„Johanna“, welche die Strecke in 26 Tagen durchsegelte. Die meisten der 
übrigen Reisen waren nur mäfsig schnelle. ; 
Das erste der in der Liste erwähnten Schiffe ist die von New-York nach 
Süden bestimmte „Anna“, Die Reise dieses Schiffes wurde, als es sich während 
der ersten Tage des Juni westlich von der an anderer Stelle erwähnten, in- 
mitten des Oceans gelegenen Depression befand, durch frische nördliche Winde 
begünstigt, später aber durch die an deren Ostseite auftretenden Südwinde ver- 
zögert. Nachdem am 11. Juni in 28° N-Br und 34° W-Lg der ziemlich kräftige 
and raume Passat eingesetzt hatte, nahm die Reise wieder einen günstigeren 
Verlauf. Zwischen 7° N-Br in 28,5° W-Lg und 5,5° N-Br in 274° W-Lg 
wurde das. Schiff 3% Tage durch Mallung zurückgehalten, südwestlicher Monsun 
wurde. aber noch nicht beobachtet. Obgleich „Anna“ den Aequator in 29,2° W-Lg 
schnitt, konnte sie die brasilianische Küste doch später, ohne zu wenden, frei- 
zegeln, doch konnte der frische SE-Passat der nahen Leeküste wegen nur 
unbefriedigend‘ ausgenutzt werden. In den letzten Tagen des Mai und der 
ersten Hälfte des Juni verliels eine gröfsere Anzahl von südwärts bestimmten 
Schiffen die Küste Europas. Unter denselben befand sich die nach Lagos be- 
bestimmte „Margaretha Gaiser“, welche ihr Ziel in der kurzen Zeit von 33 Tagen 
erreichte, und der „General Brialmont“, welcher, von Bordeaux zur Linie segelnd, 
die letztere am 18. Juli in 20° W-Lg, 33 Tage später als die Garonne verlassen 
worden war, überschritt. Die übrigen fünf Schiffe „Emanuel“, „Pedraza“*, 
„Johanna“, „Professor“ und „J. H. Ramien“, legten die Reise zwischen Kanal 
und Aequator in durchschnittlich 30 Tagen. zurück. Sie alle trafen, da sich 
damals ein schon an anderer Stelle erwähntes Gebiet hohen Luftdrucks von 
den. Gründen ab südwestwärts erstreckte, den Passat frühzeitig an, „Johanna“ 
anscheinend schon von 40° N-Br ab. Im Stillengürtel war die Richtung der 
vorherrschenden Winde eine südwestliche, doch‘ wurde ein. einigermafsen be- 
ständiger SW-Monsun auch von diesen Schiffen noch nicht beobachtet. Der 
„General Brialmont“ verlor südlich von 10° N-Br bedeutend gegen „J. H. Ramien“, 
weil jener zu weit nach Osten überlag, bevor beständig mit B-B.-Halsen ‚gesegelt 
wurde. ‚Indem „Ramien“ aber später in südlicher Breite die. Küste, - ohne 
Er
	        
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