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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen. Secwarte,
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'# 5 Das‘ Maximum über Grönland verflachte rasch, vom 19,—22, bewegte sich
ein schwaches von Dakota nach Virginia, um dort gleichfalls zu verschwinden.
In den folgenden Tagen aber löste sich‘ vom Nordostende ‘des atlantischen
Hochdruckgebiets ein. Theilstück los, das zunächst nur-in geringer Ausbildung,
am 24, nur als Band höheren Druckes zwischen den ‘Depressionen im NW und
SE, von Frankreich nach Nordrussland schritt; vom 25. an gelangte die süd-
russische: Depression an’ seine Südwestseite‘ und: pflanzte sich nun, unter Mit-
wirkung der. hohen Temperaturen im Wolgagebiet, rascher über- die Ostsee-
provinzen 'nach dem Eismeere fort, während an ihrer Südseite ein Theilminimum
von Italien nach “Smolensk und weiter gleichfalls nach dem Weifsen Meere
eilte, und an ihrer Nordostseite‘ das‘ Maximum bedeutend ‚an Intensität gewann.
In der Umgebung von Norwegen, wo in diesen Tagen (vgl. Karte V)
tiefere Depressionen vorzugsweise zu finden waren, stieg‘ nun das Barometer
rasch; diese Gegend befand sich nun auf der Westseite der letzterwähnten
Minima, und zugleich auf der Ostseite einer neuen von Neufundland kommenden
Depression, welche zunächst am 28. und 29. an Tiefe zunahm. Hierdurch wird
der neue Zeitabschnitt vom 29. Juli bis 4. August eingeleitet, welcher
durch hohen‘ Druck im Norden Europas und niedrigen auf dem Ocean südlich
yon Island zum vorhergehenden in einem gewissen Gegensatz steht. In Ceontral-
auropa war die Ausbildung einer Depression auf der südlichen Ostsee, welche
unruhige Witterung in Ostdeutschland am 1. und 2. veranlalste, der bemerkens-
wertheste Zug; der Westen stand unter der Herrschaft ziemlich hohen Luft-
drucks, Indem: die letzterwähnte- Depression nach‘ Nordrussland fortschritt,
erhielt: die Situation am 4. und 5. einen anderen Charakter; allein das nach-
rückende Maximum,‘ das ‚sich im Ostseegebiet festsetzte, gab der Wetterlage
nunmehr diejenige Gestaltung, welcher durch 3 Wochen fortdauernd für Deutsch-
land sommerliche, mäfsig warme und bis auf einzelne Gewitter trockene Witterung
bedingte, die für die Beendigung der Ernte sehr erwünscht war. ;
Die drei Zeitabschnitte‘ von je einer Woche etwa, in welche dieser
Zeitraum vom 5.—24, August sich gliedern läfst, sind auf Karte VI und VI
dargestellt. Der Atlantische Ocean nördlich von 40° N-Br war während dieser
längeren Zeit der Tummelplatz von mehr oder weniger grofsen eyklonalen Luft-
wirbeln, welche raschen und komplicirten Aenderungen in ihrer Intensität und
ihrer Bahnrichtung unterlagen. So weit als möglich sind ‚diese letzteren durch
die Beobachtungen von 2* und 9% p. m. der Stationen auf Island ‘kontrolirt
worden, da der 24stündige Abstand der Karten in diesem, wie im vielen anderen
Fällen für eine sichere Verknüpfung zu grofs ist. Zahlreiche barometrische
Maxima von mäfsiger Höhe und geringer Lebensdauer geben im Verein mit den
vielen und verschlungenen Cyklonenbahnen den Karten VI und VII ein unruhiges
Aussehen, welches zu dem guten Wetter in Deutschland wenig zu stimmen
scheint.‘ Doch. ist es. ja eine, wenn auch mit manchen Einschränküngen, all-
gemeine Regel, dafs gutes Wetter in Europa mit. schlechtem auf. dem Ocean,
and umgekehrt, gleichzeitig zu sein pflegen; ihre Erklärung findet diese Regel
Jarin, dafs die Luftdruckverhältpisse: beider Gebiete. in einem gewissen Anta-
gonismus stehen.
Bemerkenswerth ist es, dafs während dieser Zeit ziemlich starker Enut-
wickelung. der nordatlantischen Depressionen auch der dem Sommer eigenthüm-
liche niedere. Druck im Aralo-Kaspischen Gebiet und in Westsibirien sich zur
Ausbildung einer Reihe bedeutender Luftwirbel steigerte,!) so dafs Westeuropa
den Vortheil der Lage unter einem Walle höheren Luftdrucks zwischen zwei
Minimalgebieten .genofs, welche Lage ja zu allen Jahreszeiten von schönem
Wetter begleitet zu sein pflegt. Diese Koexistenz gut entwickelter Cyklonen
im Nordwest und Südost dauerte auch in dem letzten Zeitabschnitt des
Vierteljahres, jenem vom 25,—31. August, fort, allein nunmehr war auch
über Westeuropa der Luftdruck ziemlich niedrig, während. das Maximum bei
den Azoren sich verstärkt hatte. Infolge dessen wurde Centraleuropa von
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Auch über dem Mittelmeergebiet, namentlich im Osten (bei Cypern), lagen in dieser Zeit
fast‘ immer Depressionen. ‘Ein geringfügiges Theilminimum, das am 10. August in Ungarn sich
zeigte (vgl. Karfe VI), ist. bemerkenswerth wegen seines Zusammenhangs mit den ungeheuern Regen-
güssen in Ofen und Umgegend; über welche man in der „Monatl. Uebers.“, August 1884. S. 3.
Näheres findet.