accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Beiträge zu den Segelanweisungen für die Westküste von Afrika. 263 
erst auf etwa 1500m als Hütten erkannt werden, Nach wenigen Stunden 
Aufenthalt ging der Kreuzer wieder Anker auf und dampfie weiter nach Süden, 
Von Loanda bis zum 22, Februar in 14° 5‘ S-Br und 12° 14‘ O-Lg war 
das Wetter schön. An diesem Tage zeigte sich im Nordwesten eine schwere 
Wolkenbank mit scharf abgegrenzten Rändern, und wurde dann das Wetter 
trübe. Der Himmel war fast fortdauernd bedeckt, die Luft wurde diesig und 
es regnete verschiedene Male, Am 26. und 27. Februar fiel bei erhöhter Diesig- 
keit häufiger Staubregen von 19° 30‘ S-Br und 12° O-Lg bis 22° S-Br und 
13° 50‘ O-Lg. Kap Cross wurde angesteuert, doch konnte dasselbe erst auf 
5 Sm Entfernung gepeilt werden. Am Morgen des 28. Februar wurde. es nebelig, 
so dafs das Tiefloth in Gebraueh genommen wurde. Um 7° 30” a, m, wurde 
die bis etwa 5 Sm vor der Küste lagernde Nebelbank passirt, und das Land 
kam auf diese Entfernung in Sicht, Es fand sich nunmehr, dal das Schiff 
südlich von der Walfischbat stand, da dasselbe während der Nacht durch einen 
südlichen Strom etwa 12 Sm versetzt war. Dieser aufsergewöhnliche Strom ist 
wahrscheinlich durch die nach Angaben der Bewohner von Walfischbai in der 
letzten Zeit wehenden nördlichen Winde hervorgerufen. 
8. M. Kr. „Habicht“ dampfte deshalb zunächst nach Sandwich - Hafen. 
Der Eingang zu dem Hafen ist ungemein schmal und nicht ungefährlich, so dafs 
es rathsam erscheint, beim Einlaufen einen der dortigen englischen Fischer, 
welche auf das Heifsen der Lootsenflagge an Bord kommen, als Lootsen an- 
zunehmen. Auf der Spitze der den Hafen bildenden schmalen Landzunge befand 
sich eine kleine Bake (schwarze Stange mit schwarzem Ball am Topp). Die- 
selbe ist weder in den Segelanweisungen noch auf der Karte vermerkt. Nach 
kurzem Aufenthalte dampfte der „Habicht“ dann nach Walfischbat und ankerte 
dort noch an demselben Tage. 
Am 3. März früh Morgens wurde diese Bucht wieder verlassen. Da 
schon gegen Mittag ziemlich viel Wind und vor allen Dingen hoher Seegang 
aus SSW aufkam,. so wurde der ursprüngliche Plan, längs der Küste nach 
Kapstadt zu fahren, aufgegeben, und die längere Segelroute eingeschlagen, Die 
Schoner, welche den Postverkehr zwischen Walfischbati und Kapstadt vermitteln; 
ziehen diese gröfsere Tour ebenfalls der direkten Verbindung vor, da nur selten 
nördliche Winde so stark wehen, dafs sie unter Land bleiben können. Die 
Dauer der Reise dieser Schoner schwankt zwischen 9 und 42 Tagen. 
Am 6. März in 25° 35‘ S-Br und 12° 11‘ O-Lg setzte der Südostpassat 
aus SzE ein. Derselbe wehte mit Stärke 5—8. 
Am 11. März setzte nach Passiren der Passatregion in 31° S-Br und 
4° 23’ O-Lg eine nordwestliche Briese ein, die allmählich nordöstlich wurde. 
Am 14. wehte der Wind aus NNE stetig mit Stärke 5, als in 35° 26,5‘ S-Br 
und 7° 8’ O-Lg plötzlich eine schwere Regenböe aus NW einsetzte. Wenige 
Minuten darauf drehte der Wind nach SW; 25 Minuten lang ging derselbe fort- 
während von SW bis NW hin und her, wobei es fortdauernd regnete, dann 
wurde der Wind stetig SW. 
In den nächsten Tagen herrschten vielfach umspringende Winde, doch 
waren südliche Winde vorherrschend, die in 35° 3‘ S-Br und 12° 40‘ O-Lg 
südöstlich und ostsüdöstlich wurden, in 34° 51‘ S-Br und 14° O-Lg jedoch 
wieder nach. S und SW umsprangen. Westliche Winde, wie solche nach den 
Windkarten vor allen Dingen zu erwarten waren, sind nur ausnahmsweise und 
für Stunden beobachtet worden, 
Am 21. März kam das Feuer vom Kap der guten Hoffnung auf ca 36 Sm 
in Sicht. Schon etwa eine Stunde später kam dann das Green Pt.-Feuer und 
das Robben-Feuer auf ca 28 Sm in Sicht. Beide Feuer‘ waren auf diese grofse 
Entfernung klar und deutlich zu sehen, zeitweise verschwanden sie für einige 
Minuten, kamen dann aber wieder zum Vorschein. Das feste Feuer der Robben- 
Insel sah auf etwa 24 Sm Entfernung aus, als ob zwei Feuer unter einander 
brannten. Beide Feuer verschwanden dann vollständig und kamen erst auf die 
angegebene Entfernung wieder in Sicht. 
Am 22. März 7° 30“ a. m. lief der Kreuzer auf die Rhede von Kapstadt 
und machte an dem östlichen Bollwerk des inneren Hafens fest.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.