Meteorologische Beobachtungen im Cumberland-Sunde.
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Windstärke SW
1- +31 Q
> + 83 (D)
+11,7 (1)
417.4 0)
3 _ = = _
10 — — — — —
Mittel +876) +41 08 —59 6© — 3,0 147) —73 (1) —1,0 (52)
NNW. Kalmen
—7,3 (1) —1,0 52)
Umanaktuak. Dezember 1883 bis März 1884.
Windstärke N NNE NE E: SE Ss SSW
3 28310) 500 +04 (6) . —5408) — 7140 +11 — 690)
_ +28 (8) +60 @ +010) +04 6 +156 @
— +2,6 (1) ds +12,6 (8) —
—3,4 (1) +156 0) +86 5) —
+1710 +31 6 —
_ -- — 2. +141 @
— — — +16 ©
y — —_ = — 418,6 (1)
10 — — — —
Mittel —31 (8 —22(11) +26 10 .—54.©. + 95 15)
Windstärke SW WSW wW
+3,7 6 -+H10,6 (1) +31 ©
+51 ©@)- +15 0%)
+12,6
+9,23 09 + 8,1 ®
NW NNW
—4,5 (74) — 25 (22)
—22.43) — 0200)
+04 21) +04 ©
12,6 8 — 06 ®
42,9 (10) +28 @)
—04 D +10,6 (I)
— — — —-040@ 0. —
y — = — — So
Mittel -+4,0 (8) +10,6 (ID) +3,702 +03(24) -—22 (163 — 08 0)
SE
Man sieht aus diesen beiden Tabellen, dafs allerdings mit wachsender
Windstärke die Temperatur steigt, und dieses ist gewilfs der dünnen kältesten
Luftschicht zuzuschreiben, die unmittelbar in den Thälern und auf den Schnee-
feldern weht; andererseits bringt aber der NW-Wind die gröfsten Temperatur-
erniedrigungen, und selbst wenn dieser Wind dauernd und kräftig weht, liegt
die Temperatur oft noch unter dem. Monatsmittel. Diese kalten Luftmassen
dürften dann entstehen, wenn der Barometerstand. westlich von der Gebirgskette
zunimmt und nun aus den hohen Lagen abgekühlter Luft westwärts strömt,
Die Beobachtungen‘ an der Bergstation zu Kingua zeigen allerdings ein
Wachsen. der Temperatur bei zunehmender Höhe. Dasselbe setzt sich aber
gewifs nicht weit aufwärts fort. Das Hochland ist ein Plateau, das nirgends
unter Höhen von ca 2000 m herabsinkt. Auf dasselbe sind viele Gipfel,. welche
mehr als 2500 m Höhe erreichen, aufgesetzt. Hier werden sich daher dieselben
Verhältnisse wie im Thale wiederholen, d. I. in den niederen 'Theilen des
Plateaus. wird sich die Luft ansammeln, die von den Berghängen herabsinkt.
Diese Verhältnisse erklären auch, wie ich glaube, die ungemein heftigen lokalen
Winde. Das Plateau ist durch zwei Thäler, Pagnirtung und Kignait, in drei
Theile getheilt. Diese beiden Thäler sind enge Schluchten mit fast senkrechten
Wänden, die unmittelbar von der Thalsohle sich bis zu ca 500 bis 800 m Höhe
erheben und dann steil zu dem 2000 m hohen Plateau aufsteigen. Die gröfste
Höhe dieser Thäler dürfte nicht mehr als 100m sein. Die erkaltete Luft ergiefst
sich daher von den Plateaus in die Thäler, in denen als Folge ein gröfserer
Luftdruck entsteht, welcher thalabwärts wehende Winde bedingt. Sobald nun
im Cumberland-Sunde das Barometer auch nur. wenig fällt, und südliche Winde
eine rasche Temperaturerhöhung bewirken, entsteht ein steiler Gradient, welcher