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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Meteorologische Beobachtungen im Cumberland-Sunde. 
261 
Windstärke SW 
1- +31 Q 
> + 83 (D) 
+11,7 (1) 
417.4 0) 
3 _ = = _ 
10 — — — — — 
Mittel +876) +41 08 —59 6© — 3,0 147) —73 (1) —1,0 (52) 
NNW. Kalmen 
—7,3 (1) —1,0 52) 
Umanaktuak. Dezember 1883 bis März 1884. 
Windstärke N NNE NE E: SE Ss SSW 
3 28310) 500 +04 (6) . —5408) — 7140 +11 — 690) 
_ +28 (8) +60 @ +010) +04 6 +156 @ 
— +2,6 (1) ds +12,6 (8) — 
—3,4 (1) +156 0) +86 5) — 
+1710 +31 6 — 
_ -- — 2. +141 @ 
— — — +16 © 
y — —_ = — 418,6 (1) 
10 — — — — 
Mittel —31 (8 —22(11) +26 10 .—54.©. + 95 15) 
Windstärke SW WSW wW 
+3,7 6 -+H10,6 (1) +31 © 
+51 ©@)- +15 0%) 
+12,6 
+9,23 09 + 8,1 ® 
NW NNW 
—4,5 (74) — 25 (22) 
—22.43) — 0200) 
+04 21) +04 © 
12,6 8 — 06 ® 
42,9 (10) +28 @) 
—04 D +10,6 (I) 
— — — —-040@ 0. — 
y — = — — So 
Mittel -+4,0 (8) +10,6 (ID) +3,702 +03(24) -—22 (163 — 08 0) 
SE 
Man sieht aus diesen beiden Tabellen, dafs allerdings mit wachsender 
Windstärke die Temperatur steigt, und dieses ist gewilfs der dünnen kältesten 
Luftschicht zuzuschreiben, die unmittelbar in den Thälern und auf den Schnee- 
feldern weht; andererseits bringt aber der NW-Wind die gröfsten Temperatur- 
erniedrigungen, und selbst wenn dieser Wind dauernd und kräftig weht, liegt 
die Temperatur oft noch unter dem. Monatsmittel. Diese kalten Luftmassen 
dürften dann entstehen, wenn der Barometerstand. westlich von der Gebirgskette 
zunimmt und nun aus den hohen Lagen abgekühlter Luft westwärts strömt, 
Die Beobachtungen‘ an der Bergstation zu Kingua zeigen allerdings ein 
Wachsen. der Temperatur bei zunehmender Höhe. Dasselbe setzt sich aber 
gewifs nicht weit aufwärts fort. Das Hochland ist ein Plateau, das nirgends 
unter Höhen von ca 2000 m herabsinkt. Auf dasselbe sind viele Gipfel,. welche 
mehr als 2500 m Höhe erreichen, aufgesetzt. Hier werden sich daher dieselben 
Verhältnisse wie im Thale wiederholen, d. I. in den niederen 'Theilen des 
Plateaus. wird sich die Luft ansammeln, die von den Berghängen herabsinkt. 
Diese Verhältnisse erklären auch, wie ich glaube, die ungemein heftigen lokalen 
Winde. Das Plateau ist durch zwei Thäler, Pagnirtung und Kignait, in drei 
Theile getheilt. Diese beiden Thäler sind enge Schluchten mit fast senkrechten 
Wänden, die unmittelbar von der Thalsohle sich bis zu ca 500 bis 800 m Höhe 
erheben und dann steil zu dem 2000 m hohen Plateau aufsteigen. Die gröfste 
Höhe dieser Thäler dürfte nicht mehr als 100m sein. Die erkaltete Luft ergiefst 
sich daher von den Plateaus in die Thäler, in denen als Folge ein gröfserer 
Luftdruck entsteht, welcher thalabwärts wehende Winde bedingt. Sobald nun 
im Cumberland-Sunde das Barometer auch nur. wenig fällt, und südliche Winde 
eine rasche Temperaturerhöhung bewirken, entsteht ein steiler Gradient, welcher
	        
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