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Kleine Notizen,
grofser, eiserner, rothgestrichener Krahn für die Molenbauten steht, das noue
Fort Ciudadela, nördlich von der Stadt gelegen (in der Karte angegeben, aber
nicht benannt), mit grauen Grundmauern und roth gestrichenem Oberbau, Fort
San Miguel, in dessen unmittelbarer Nähe ein weißer, gut sichtbarer, konisch
geformter Schornstein steht, und die äufserste Paso Alto-Batterie (vgl. „Nachr.
t. Seef.“ 1883, No. 1978). Der westlich vom Fort Ciudadela in der Karte an-
gegebeno Palmbaum hebt sich nicht besonders hervor. In der Nähe und süd-
lich vom Fort Miguel erstreckt sich eine lange Mole mit Krahn und Treppe
nach südöstlicher Richtung. Zwischen Fort Miguel und Ciudadela liegt ein
Wrack am Strande.
2. Bemerkungen über die Galapagos-Inseln im Stillen Ocean.
(„Hydrographie Notice“ No. 9. London 1887.) Nach einem Berichte des
Kommandanten des britischen Schiffes „Cormorant“, Commander Nicholls,
vom Jahre 1886 über die Galapagos-Inseln!) ist ein auffallender Unterschied
zwischen der Südseite und Nordseite dieser Inseln, Die südlichen Seiten sind
mit Erde und einer üppigen Vegetation bedeckt, während die nördlichen Seiten
hauptsächlich aus unbedeckter Lava bestehen, in deren Spalten ein dichtes
Gestrüpp wuchert, welches schwer zu durchdringen ist.
Klima. Die Ansiedler auf der Insel Chatham theilen das Jahr in zwei
Jahreszeiten ein, in eine Regenzeit vom Juli bis November und in eine trockene
vom Dezember bis Juni. In der letzteren treten bei dem im Allgemeinen
herrschenden schönen trockenen Wetter häufig heftige Regenschauer auf, wäh-
rend sich die Regenzeit durch anhaltenden feinen Regen auszeichnet. Dieser
feine Regen fällt nur an der südlichen Seite der Inseln und läfst die nördliche
Seite trocken.
Erzeugnisse. Vor ungefähr 40 Jahren wurde eine Anzahl Rinder,
Ziegen, Pferde, Esel und Schweine auf den Inseln Charles, Chatham und Albe-
marle eingeführt. Diese haben sich sehr vermehrt, und waren im Jahre 1886
wenigstens 6000 Rinder, Schweine, Esel und Ziegen auf der Insel Chatham
vorhanden, Die Rinder sind auf allen Inseln sehr wild geworden, und darf
man sich denselben nicht ohne Vorsicht nähern; sio leben zum gröfsten Theil
im Innern der Inseln. Auf den Inseln wird Zuckerrohr, Baumwolle, Kartoffeln,
Gemüse und allerlei Fruchtarten gewonnen, desgleichen alle Arten Getreide,
mit Ausnahme von Reis.
Ausfuhr. Die Hauptausfuhr besteht aus Häuten, Zucker und Rum.
Die Schildkröten sind beinahe ausgerottet, und es wird kein Schildkrötenöl
mehr exportirt.
Insel Chatham. Die einzige bewohnte Insel im Jahre 1886 war die
Insel Chatham, woselbst sich eine Anusiedelung, Progreso benannt, mit 250 KEin-
wohnern befindet, Diese Ausicdelung liegt ca 5 Sm von der Wreck-Bucht, und
man kann dieselbe auf einer guten Fahrstrafse von hier aus erreichen. |
Die Wreck-Bucht, auch Porto Chico genaunt, hat einen guten, aber kleinen
Ankerplatz, unmittelbar nördlich der Spitze Wreck, dem Westeude der Insel.
Die Bucht ist gegen NW zu durch das Schiavoni-Riff geschützt, welches quer
vor der Einfahrt liegt. Bei ruhiger See ist von dem Riffe nichts zu sehen,
aber bei Seegang brandet die See heftig auf demselben. Die Landung ist
wegen der am Strande stehenden Dünung zeitweise recht schwierig. Im Innern
der Bucht steht dort, wo der Weg nach Progreso beginnt, ein Waarenhaus.
Der Handel mit Guayaquil wird mit Segelschonern unterhalten.
Bei der Annäherung an die Wreck-Bucht muß man, besonders wenn man
von Westen kommt, grofse Vorsicht gebrauchen und in allen Fällen dicht bei
Dalrymple Rock passiren und den Kurs auf die Ostspitze der Bucht setzen, um
das Schiavoni-Riff zu vermeiden. .
Am Landungsplatze östlich der Hütte in der Wreck-Bucht befindet sich
ein weißes festes Leuchtfeuer auf einem Maste, welches sich 9,1 m über der
Meeresfläche befindet und bei klarer Luft ca 4 Sın weit sichtbar ist (vgl. No. 870
d. „Nachr., f. Seef.“ 1887).
) Vgl. „South America Pilot“, Part II, 1886, pag. 449—454.