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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Aus dem Reiseberichte des deutschen Vollschiffes „Salisbury“. 
Auf der Weiterreise nach Makassar wurden leichte südöstliche, zuletzt 
nordöstliche Winde angetroffen, oft unterbrochen von Windstillen, auch war 
eine starke Gegenströmung dem Vorwärtskommen sehr hinderlich. Am 22. Juni 
wurde die Rhede von Makassar erreicht. Die ganze Reise von Port Natal bis 
dort hatte 67 Tage in Anspruch genommen. 
Aus dem Reiseberichte des Kapt. P. Reitzenstein, 
Führer des‘ deutschen Vollschiffes „Salisbury‘“‘. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Die Durchsegelung der Strafse Le Maire. „Auf unserer Reise von 
Cardiff nach Panama befanden wir uns um 8 Uhr Morgens den 12. September 
1886 nach der Besteckrechnung etwa 14 Sm nordwestlich der Straße: Le Maire, 
woselbst ich bei einem schweren WNW-Sturm und drohend aussehender Luft 
das Schiff mit Backbordhalsen beidrehte, weil ich die Durchsegelung der Strafse 
unter diesen Umständen nicht für gerathen hielt, besonders auch deshalb wicht, 
weil ich jeden Augenblick ein Umspringen des Windes auf SW vermuthete. 
Gegen alle Erwartung hielt jedoch der Sturm fast den ganzen Tag unverändert 
an, und um 12 p. m. war der Wind noch WzS 9. Somit wäre es wohl besser 
gewesen, nicht beizudrehen, sondern durch die Strafse zu segeln, indem das 
Schiff südlich von derselben wahrscheinlich auch besser gelegen hätte. Um 
4 a. m. den 13. September hielten wir mit dem Winde WzS 8 wieder auf die 
Strafse zu; doch näherten wir uns dem Lande, nachdem dieses in Sicht ge- 
kommen war, nur langsam, und es schien, als ob wir den Strom entgegen 
hätten. Von 8 a. m. an lief aber der Strom mit. Um 10* a. m. passirten 
wir Kap St, Diego in einem Abstande von 3 Sm, woselbst das Schiff, bei sonst 
ruhiger See, in eine sehr starke Stromkabbelung gerieth und trotz der 10 Ku 
Fahrt schlecht zu steuern war. Der Wind fiel in schweren Stöfsen (Stärke 9) 
von den Bergen herunter, so dafs wir nur die drei Untermarssegel, Fock, 
Klüver, Grofsstengstagsegel, Besanstagsegel, Besan und Grofsobermarssegel 
führen konnten. Letzteres mufsten wir querab von Good Success Bay auch 
noch festmachen, da wir befürchteten, sonst die Stenge zu verlieren. Aufserhalb 
der Strafse wurde der Wind flauer. Abgesehen von den schweren Windstößen 
war die Durchsegelung eine leichte gewesen.“ 
Beruhigung der Wellen durch Anwendung von Thran. „Am 
2. Oktober 1886 im Stillen Ocean auf ungefähr 42,8° S.Br und 80,7° W-Lg 
hatten wir einen WNW-Sturm zu bestehen mit einer sehr hohen, gefährlichen 
Kreuzsee von SW, N und NW. Durch eine Sturzsee, die das Schiff vorn über- 
nahm, wurde das Gallion fortgerissen. Wir suchten uns deshalb, während das 
Schiff beigedreht lag, durch über Bord gehangene, mit Schweinfischthran gefüllte 
Segoltuchsäcke gegen die Sturzseen zu schützen, und dieses gelang auch völlig, 
wenngleich das Schlingern des Schiffes nicht verhütet werden konnte, 
Am folgenden Morgen fanden wir 1,5m (5 Fufs) über dem Wasser in 
dem Vordersteven ein Stück von dem Schwerte eines Schwert- oder Sägefisches, 
welches so fest in dem harten Holze steckte, dafs es nur stückweise zu ent- 
fernen war. Es ragte nur sehr wenig hervor und konnte möglicherweise schon 
längere Zeit dort gesessen haben.“ ; 
Zodiakallicht. Am Abend des 22. Oktober 1886 wurde im Stillen 
Ocean‘ auf ungefähr 8.5° S-Br und 82,7° W-Lg das Zodiakallicht schön be- 
obachtet. 
Einige Bemerkungen über Panama. „Am 1. November 1886 ankerten. 
wir nach einer Reise von 109 Tagen von Cardiff auf der Rhede von Panama, 
Ich habe während meiner Reise hierher die mir in der Segelanweisung der See- 
warte empfohlenen Schnittpunkte so nahe wie möglich eingehalten, und glaube 
ich, dafs ich recht gut dabei gefahren bin. Möglicherweise hätte ich jedoch 
im Atlantischen Ocean besser gethan, im Westen der Kapverden zu passiren. 
Zugleich mit „Salisbury“ verliefsen zwei englische Schiffe Cardiff; das eine, ein
	        
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