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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Brigg „Albert Reimann“. 
Reise der deutschen Brigg „Albert Reimann“, Kapt. C. v. d. Heyden, 
von Port Natal nach Makassar in der Zeit vom 16. April 
bis 22. Juni 1887. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Kapitän C. v. d. Heyden hat der Seewarte den folgenden Bericht zu- 
gesandt: 
In Port Natal war es nicht möglich, für „Albert Reimann“ eine Fracht 
zu erhalten, weshalb ich mich entschlofs, in Ballast nach Makassar zu versegeln. 
Am 16. April 1887 wurde mit mäßigem SW-Winde, der bereits am nächsten 
Tage durch S nach SE veränderte, die Reise angetreten. Bis zum 20. hielt 
sich der Wind im östlichen Halbkreise, mit der Stärke 4-—8, und holte dann 
linksdrehend auf W, während wir langsam nach 34° S-Br in 41° O-Lg fort- 
gchritten. Aus westlicher Richtung hielt sich der Wind bei wechselnder Stärke 
bis zum 24., drehte dann aber wieder langsam durch S nach dem östlichen 
Halbkreise, wo er sich für längere Zeit festsetzte, so dafs wir uns abermals 
sechs Tage mit Gegenwinden abmühen mufsten. Am 30. April, in 38,5° S-Br 
and 53° O-Lg, nahm der bis dahin leichte, meistens aus südöstlicher Richtung 
wehende Wind eine mehr nordöstliche und nördliche Richtung an und frischte 
auf. Am folgenden Tage, in 38,5° S-Br und 56,5° O-Lg, holte der Wind in 
einer Regenböe rasch von N durch W nach S und wehte zwei Tage kräftig 
aus letzterer Richtung, um dann wiederum von 37,5° S-Br in 62° O-Lg ab 
volle fünf Tage bei geringer Stärke von SE zu wehen, Unsere Reise hatte 
bis jetzt einen sehr unbefriedigenden Verlauf genommen, und wäre es wohl 
besser gewesen, gleich beim Anfange derselben jede Gelegenheit wahrzunehmen, 
uam mehr nach Süden in höhere Breiten zum Ablaufen der Länge zu gelangen. 
Es war meine Absicht, die Route zwischen 39° und 40° S-Br nach Osten hin 
zu verfolgen; doch war es, nachdem wir am 1. Mai 39° S-Br erreicht hatten, 
wegen der dort, wie schon vorher, angetroffenen anhaltenden S- und SE-Winde 
nicht möglich, diese Breite festzuhalten. Wir wurden wieder bis nach 36° S-Br 
nordwärts zurückgedrängt, und war dies jedenfalls die Ursache, weshalb unsere 
Reise eine so müherolle und übermäfsig lange geworden ist. Wir benöthigten 
volle acht Tage, um von 60° bis nach 70° O-Lg zu gelangen. Mit veränder- 
lichen, vorwiegend westlichen Winden nahm die Reise von 37,5° S-Br und 
66° O-Lg an einen etwas rascheren Verlauf. Am 12. Mai sichteten wir bei 
stürmischem NW-Winde St. Paul und überschritten am nächsten Tage 80° O-Lg 
in 38,1° S-Br. Um von Port Natal nach diesem Schnittpunkte zu gelangen, 
waren mithin 27 Tage gebraucht worden. Während dieser Zeit wehte der Wind 
an 18!/2 Tagen aus dem östlichen und nur 8! Tage aus dem westlichen Halb- 
kreise, wobei die östliche Windrichtung vorwiegend aus dem südöstlichen 
Quadranten war. Schwere Stürme wurden auf dieser Strecke nicht angetroffen. 
Von 80° O-Lg verlief die Reise bei mäfsigen westlichen Winden zunächst 
in einer gewünschten Weise, bis am 21. Mai in 33° S-Br und 102° O-Lg der 
bis Stärke 2 herabgesunkene Wind linksdrehend durch S östlich holte und aus 
dieser Richtung bei mäfsiger Stärke, begleitet von Mallung, vier Tage anhielt, 
In den nächsten Tagen machte der Wind eine nochmalige langsame Drehung, 
bei mäfsiger Stärke, durch N, W und S nach SE, womit in 24° S-Br auf 
109° O-Lg die polare Passatgrenze bei einem Luftdruck von 762,7 mm (unred.) 
am 28. Mai erreicht zu sein schien. Mit hoch südlichem Passat machten wir 
guten Fortgang, bis derselbe, allmählich östlicher holend, am 6. Juni auf 
10,5° S-Br und 116,3° O-Lg in nordöstlicher Mallung und darauf folgender 
Windstille endigte. Am folgenden Tage erblickten wir die Insel Lombok. Es 
waren somit 25 Tage erforderlich gewesen, um von 80° O-Lg hierher zu 
kommen, wobei 30° S-Br in 103,5° O-Lg am 24. und 20° S-Br in 112,5° O-Lg 
am 31. Mai geschnitten wurde. 
Es war Anfangs meine Absicht, die Allas-Stralse zu durchsegeln, doch 
konnten wir dieselbe infolge der schralen Windrichtung der letzten Zeit nicht 
anholen, trotzdem wir ein ganzes Etmal mit B-B.-Halsen ostwärts gelegen 
hatten. Wir wählten deshalb die Lombok-Strafse. Um 4 Uhr Nachmittags des
	        
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