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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

218 Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „J. F, Pust“. 
Fischen gedeckt wurde. Von der früheren grofsen Walfischfängerflotte sind 
gegenwärtig noch drci Dampfer vorhanden, die gut im Stande gehalten werden 
und jeden Sommer Reisen nach den grönländischen Gewässern machen. 
Die Stadtbehörde von Peterhead hat grofse Anstrengungen gemacht zur 
Herstellung von Hafenanlagen, die bei dem harten Untergrunde schwierig und 
kostspielig waren. Die einzelnen Häfen sind dockartig, aber ohne Schleusen 
angelegt und stehen mit einander in Verbindung. Der Unterschied zwischen 
Hoch- und Niedrigwasser beträgt zur Springzeit 3,3 m (11 Fufs), bei tauber 
Gezeit 1,8 m (6 Fuls), und selbst gröfsere Schife kommen selten auf den Grund. 
Das Hauptbassin und am meisten geschützt ist der Nordhafen, der durch einen 
Kanal mit dem Südhafen verbunden ist und nach Norden ein offenes Vorbassin 
mit einem engen Zwischenkanal hat, dessen Molen nur eine beschränkte Durch- 
fahrt nach See besitzen. Der Nordhafen kann in beiden Kanälen durch Balken, 
welche vermittelst eines Krahns querüber von einer Mole zur andern in den 
an denselben angebrachten Einschnitten herunter gelassen und in genügender 
Zahl aufeinander gelegt werden, geschützt werden, so dafs die Schiffe hier so 
sicher wie in einem Dock liegen, nur mit dem Unterschiede, dafs diejenigen 
mit einem Tiefgange von über 2,7 m (9 Fufs), weil sich der Wasserstand infolge 
der Gezeiten ändert, bei Niedrigwasser den Grund berühren. Wenn der Hafen 
picht in der beschriebenen Weise abgeschlossen ist, so fliefsen Ebbe und Fluth 
ungehindert mit bedeutender Geschwindigkeit hindurch, erstere von südwärts, 
letztere von nordwärts, 
Vor einigen Jahren war das tiefste Wasser 5,1 m (17 Fufs) zur Spring- 
zeit vor dem Eingange zum Nordhafen, doch seit der Vertiefung des Fahr- 
wassers zum Südhafen hat man hier jetzt 0,8 m (2!/2 Fufs) mehr und selbst bei 
tauber Gezeit noch 4,8m (16 Fuß) Wasser. Westliche Winde erhöhen und 
östliche vermindern den Wasserstand, ein Umstand, der sich an der ganzen 
Ostküste von Schottland fühlbar macht. 
Leider hat Peterhead eine sehr exponirte Lage, und wenn in See Dünung 
vorhanden ist, brandet es, je nach der Richtung derselben, entweder vor der 
Einfahrt des Nord- oder Südhafens, oder auch vor beiden gleichzeitig. Da nun 
der Südhafen nicht die Vorrichtung zum Abschliefsen hat, so entsteht in dem- 
selben manchmal Dünung und Grundsee. In solchen Fällen flüchten die Schiffe 
durch den Verbindungskanal in den Nordhafen hinein, wobei aufser der Kanal- 
gebühr von 1 d. für die Registertonne, für Lootsen- und Bootshülfe 8 sh. und 
zuweilen noch für einen Schleppdampfer 7 sh. 6 d. bis 15 sh. zu zahlen sind, 
Die sonstigen Hafenabgaben betragen 6d. pro Registertonne. Die Lootsen, 
welche unter dem Kommando des Hafenmeisters stehen, haben sich in mehrere 
Kompagnien von fünf Mann zu einer Bootsbesatzung vereinigt, machen einander 
Konkurrenz und halten daher scharfen Ausguck, Das Lootsgeld beträgt 2 d. 
für die Registertonne, einkommend und ausgehend zusammen und einschliefslich 
der Hülfe der Bootsmannschaft beim Vertäuen und Festmachen des Schiffes. 
Ein Schleppdampfer ist vorhanden, dessen Taxe für jede Tour einkommend und 
ausgehend 2 d. pro Registertonne beträgt. Der Sandballast kostet neben dem 
Schiffe auf der Kaje 1 sh. die Tonne. Es sind zwei Trockendocks vorhanden, 
in denen Schiffe bis zu 800 Tonnen Größe Aufnahme finden können, und von 
denen das eine von dem Innern des Nordhafens, das andere von dessen Vor- 
hafen aus zugänglich ist. 
Die Regierung beabsichtigt, südlich von Peterhead einen Wellenbrecher 
zu bauen, der die Bai in einen Nothhafen umwandeln soll. Die Bai hat pas- 
sende Wassertiefen über Sandboden mit gutem Untergrund für den Bau des 
Wellenbrechers, der den ganzen Hafenanlagen gegen südliche Stürme und Seen 
hinreichenden Schutz gewähren wird. Eine Kompagnie von Sträflingen, welche 
bei dem Bau verwendet werden sollte, war schon an Ort und Stelle. Die Voll- 
endung des Wellenbrechers erhofft man nach 20 Jahren, womit dann ein sehr 
nothwendiges Werk zum Schuize der Schiffahrt an dieser gefährlichen Küste 
geschafiten sein würde, 
Trinidad in Westindien. 
Die Insel Trinidad wurde bekanntlich am 31. Juli 1498 von Columbus 
auf seiner dritten Reise entdeckt und nach dem zuerst gesehenen Lande — drei
	        
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