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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Segelschiffsreisen vom Atlantischen Ocean nach der Ostküste von Afrika ete. 187 
das hohe Land zurücktritt; Der Strom hatte uns während der Nacht trotz der 
frischen Briese von SSW etwa 26 Sm nach SSO versetzt. 
Wegen des sehr flauen Windes ging die Weiterreise nordwärts längs der 
Kette der Querimba - Inseln nur langsam von Statten, so dafs erst spät Nach- 
mittags Zbo in Sicht kam und nach Dunkelwerden die Nordostspitze dieser 
Insel, auf welcher der Leuchtthurm steht,‘ erreicht ‘wurde. Wir drehten bei 
und führten während der. Nacht kleine Segel, das Feuer beständig in Sicht 
haltend. Am folgenden Morgen, den 16. April, war mit Tagesanbruch der Wind 
so westlich, daß ein Einsegeln. nicht rathsam erschien, weshalb. wir unter 
kleinen Segeln in der Nähe.des Leuchtthurms ab und an lagen, bis um 10 Uhr 
Vormittags der Wind auf S bis SSW lief, und wir uns beeilten, den Hafen zu 
erreichen. Beim KEinsegeln wählten wir das Fahrwasser zwischen St, Gonsalo- 
und Mwjaca-Shoal, Um 12 Uhr Mittags ankerten‘ wir bei Niedrigwasser auf 
10-Fad, (18 m) Tiefe. :% 
Die Insel /bo.ist leicht zu erkennen, weil sie die einzige. der Querimba- 
Inseln ist, auf welcher Cocospalmen wachsen, Der Leuchtthurm nobst Flaggen- 
stange;. der, wie schon bemerkt, auf der Nordostspitze der Insel steht, ist 
indessen. aus einer gröfseren Entfernung bei Tage nicht leicht auszumachen. 
Das Feuer brannte jedoch während der Zeit, in welcher wir auf der Rhede 
lagen, hell. und gut. 
Die beiden Untiefen St. Gonsalo und Mujaca, welche den. Tiefwasser- 
Kanal begrenzen, zeichnen sich gegen den letzteren deutlich ab, so dafs dieser 
bei einigermafsen -hellem Wetter leicht zu erkennen ist. Die auf der Karte 
verzeichneten beiden Tonnen, eine schwarze. und eine rothe, waren zur. Zeit 
nicht auf ihrem Platze, sondern lagen, wie ich später erfuhr, im Zollhause, .Sie 
waren vor längerer Zeit vertrieben, und da Niemand in Zbo die genaue Position, 
auf. welcher sie liegen sollen, kannte, so war die Wiederauslegung derselben 
bis jetzt unterblieben. Von unserem Ankerplatz aus peilte das Fort von. bo 
S 11° O und der Leuchtthurm S 52° O0 am Kompafs. Die Mifsweisung des 
letzteren: war nach mehrfachen von mir angestellten Beobachtungen 15° West. 
Der Ankergrund bestand aus festem blauen Thon mit zerbrocheneh Korallen 
und war gut haltend. Es wurde uns . später selbst schwierig, den Anker zu 
ichten. 
Während unseres -Aufenthalts auf der Rhede von Zbo vom 16. bis 25. April 
beobachteten wir mit wenigen Ausnahmen des Morgens frische Landbriese von 
West bis SW und des Nachmittags eine ebenso frische Seebriese von SE bis 
ESE. Zwischen 10 und 11% Uhr Vormittags fand.der‘ Wechsel von. Land- 
und Seewind statt; oftmals ging derselbe. ohne ein Abflauen des Windes vor 
sich. Regen hatten wir während unserer Anwesenheit in /bo nicht. 
Die Strömung macht sich auf der Rhede sehr fühlbar, und liegt deshalb 
das Schiff selten auf dem Winde, Um das Schiff ruhig zu halten und das 
Unklarwerden des Ankers zu verhüten, empfiehlt es sich, während des SW- 
Monsuns das Schiff mit beiden Ankern, den einen nach Osten, den andern nach 
Süden, zu vertäuen, 
Ausgehend benutzte.ich ebenfalls das Fahrwasser zwischen St. Gonsalo- 
und Mujaca-Shoal und kam trotz der fehlenden Tonnen leicht. in Seo. Wegen 
des südlichen Windes hielten wir dabei die flachere Südseite des Fahrwassers“. 
Ä. Ueber die. Ansegelung von Quilimane macht Kapt. D. Schierloh, 
damals Führer der Brigg „Seenymphe“, folgende Bemerkungen: 
_ „Bei der Ansegelung von Quilimane hat man bedeutende Stromversetzungen 
zu gewärtigen. Auf der Reise von Delagoa-Bai fand ich im Januar 1879 einen 
sehr veränderlichen, Nord, Süd, Ost und West setzenden Strom; Nur. vermittelst 
häufig wiederholter :astronomischer Beobachtungen war es möglich, ein. einiger- 
mafsen richtiges Besteck: zu ‘halten, und wenn. die Wiederholung ‚nicht ‚eine 
Bestätigung des vorher gefundenen Beobachtungsresultats gebracht hätte, so hätte 
man bei der unerwarteten, bald in dieser, bald.in jener Richtung erfolgenden 
Versetzung wohl an seiner. Ortsbestimmung irre werden können. So setzte. der 
Strom. z. B. am. 17. Januar in 22° S-Br und 38° O-Lg' 60 Sm nach Osten, :an 
den beiden nächsten Tagen in 21° S-Br und 38° O-Lg dagegen in jedem Ktmal 
60 Sm ‚nach Westen. . Schliefslich fand ich mich noch nahe dem Lande in der 
Bucht von Sofala, wo .nach meiner Annahme der Strom nach Südwest setzen 
Ann. d. Hyädr. ate.. 1888. Heft IV.
	        
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