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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Segelschiffsreisen vom Atlantischen Ocean näch der Ostküste von Afrika etc, 183 
Peilung gebracht hat. Dann setze man unter gehöriger Berücksichtigung des 
südlichen Stromes, dessen Geschwindigkeit man zu mindestens 2 Kn in Rechnung 
ziehen sollte, und Bedacht darauf nehmend, dafs der nordöstliche Wind in der 
Nähe der Küste meistens noch schraler holt, den Kurs dem Lande zu, wobei 
man stets noch dafür Sorge tragen sollte, dafs letzteres eine gute Strecke 
nördlich vom Bestimmungsorte angeholt wird, 
Für Schiffe, die nach /bo bestimmt sind, dürfte es sich empfehlen, statt, 
wie. gewöhnlich geschieht, westlich von der Insel Joao' da Nova zu passiren, 
östlich von derselben zu gehen!) und dann bis 15° S-Br noch etwas mehr Länge, 
etwa 44° Ost, anzuholen, wozu ihnen die in der Umgebung von Kap St. Andre 
auftretende nordöstliche Strömung und Winde aus hoch nördlicher Richtung nicht 
selten die Möglichkeit bieten werden. Sie vermeiden auf diese Weise moch 
besser den konträren Strom an der afrikanischen Küste und bringen sich in 
eine günstigere Stellung, um mit dem herrschenden Nordostwind den Hafen. zu 
erreichen. Für Reisen nach einem Platze an der Nordwestküste Madagaskars 
empfiehlt sich der Weg östlich von Joao da Nova schon wegen der Abkürzung 
der Distanz. . 
In der Jahreszeit .des günstigen südlichen Monsuns, von Februar bis 
Mitte Oktober, braucht man um das Gutmachen von Ostlänge, bevor dep Kurs 
nördlich gesetzt- wird, weniger besorgt zu sein. Man kann jetzt einen kürzeren 
Weg einschlagen und auch im Kanal von Mozambique sich näher der Mitte 
halten, was noch insofern von Vortheil ist, als hier der Wind frischer und be- 
ständiger weht als näher der Küste von Madagaskar, Immerhin erscheint es 
in Anbetracht der Strömungsverhältnisse rathsam, im Kanal östlich von der 
Europa-Insel zu gehen, Die durchschnittlich vortheilhafteste Route dürfte die 
in der Karte angegebene sein, welche 35° S-Br in 36° O-Lg, 30° S-Br in 40° 
O-Lg, 25° S-Br in 41° O-Lg und 20° S-Br in 41,7° O-Lg schneidet. Indessen 
braucht man, wie gesagt, in der Jahreszeit des Südmonsuns sich um das An- 
holen genügender Ostlänge keine grofse Sorge zu machen, und trifft man schon 
im Süden von 30° S-Br schrale östliche- Winde, so darf man den Schnittpunkt 
dioses Parallels gern einige Grade westlicher nehmen. Auf dem letzten Theile 
des Weges setze man, wenn nach Mozambique bestimmt, den Kurs auf etwa 
16,5° S-Br und 42° O-Lg und von hier auf den Bestimmungsort, Nach Zbo 
gehend, schneide man 15° S-Br in ungefähr 42,4° O-Lg und 42° O-Lg je nach 
der Stärke und Richtung des Windes in 13,5° bis 14° S-Br. Auch zur Zeit 
des Südmonsuns sollte man beim Ansteuern des Hafens auf die Strömung Be- 
dacht nehmen, besonders wenn. der Wind leicht ist. Der Strom. setzt in der 
Nähe der Küste auch in dieser Jahreszeit oft mit grofser Stärke nach Süd bis 
Südwest. Kapitän Föh vom Schiffe „Amanda & Elisabeth“ beobachtete ‘bei 
der Ansegelung von Mozambique im Februar 1883 eine Strömung von 2'/4 Kn 
nach SzW'/W. Dabei war der Wind fast recht dem Strome entgegen aus 
SSW bis SW und von Stärke 7 bis 8. ; 
Für die Reisen nach den an der Westküste von Madagaskar und an der 
afrikanischen Küste zwischen Kap Corrientes und Mozambique gelegenen Plätzen 
bedarf es nach dem Vorstehenden keiner besonderen Anweisung. Nur mufs 
hier mit Bezug auf die in der Karte verzeichneten Routen noch bemerkt werden, 
dafs bei einer Bestimmung nach einem Platze an der Bucht von Sofala, z. B. 
Quilimane, es. sehr rathsam. ist, zur Zeit des Südmonsuns den Bestimmungsort 
von Süden her anzusteuern und schon südlich von demselben das Land zu 
machen, da in dieser Jahreszeit in der genannten Bucht ein oft sehr starker, 
nach Nordwest. und längs der Küste nach Nordost setzender Neerstrom gefunden 
wird. (S. die Strömungskarte für August.) 
Hier, wie überhaupt im Kanal von Mozambique, ist es von grofser 
Wichtigkeit, dalßs man durch oft‘ wiederholte astronomische Ortsbestimmungen 
sein Besteck stets unter. Kontrole zu halten sucht. Die Strömung ist in diesen 
Gewässern sehr unregelmäfsig, in der Mitte des Kanals oft ganz unberechenbar. 
Hier setzt sie bald mit, bald gegen den. Wind und verändert nicht selten ihre 
Richtung von einem Tage zum anderen um 8 bis 16 Striche. Dabei ist sie oft 
von grofser Stärke, und kann deshalb ein Schiff, welches sich in.der Nähe der 
) 
Das Schiff „Zanzibar“ ‘passirte im Dezember 1882 45 Sm östlich von der Insel.
	        
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