Hydrographische Notizen für die Küste Ostafrikas.
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Insel Mombaza und südöstlich von den Coroa Mombaza gelegene Kap, sowie
ein anderes 2%4 Sm südsüdwestlich davon und 1 Sm nordöstlich von der Ein-
fahrt (M’konongriombe) liegendes recht gut. Ras Mkomani oder English Pt,
giebt bei seinem charakteristischen thierkopfähnlichen Profil ein sehr gutes Peil-
objekt ab. |
4 Chala- und Pongwe-Spitze können leicht verwechselt werden, besonders
da die Insel Funzi nicht erkennbar ist; von Ortskundigen wird behauptet, dafs
es keine Insel, sondern eine Sandbank sei. Kap Wasin ist leicht erkennbar
an einem scharf abgegrenzten, südlich davon, etwa zwischen der auf der Karte
eingetragenen 6 Faden-Stelle und dem Kap gelegenen domartigen Felsen. Für
von Norden kommende Schiffe bietet dieser Felsen frei vom Kap eine sehr gute
Einsegelungsmarke nach Wasin. Weder Karte noch Segelanweisung erwähnen
des Felsens,
. Die Einfahrt nach Wasin bietet keinerlei Schwierigkeit, und ist der
Ankerplatz gut, wenn auch nach Osten offen. Der Wasserstand wird durch
Ebbe und Fluth um 3—4 m verändert, ;
Das Wasin gegenüber liegende Land ist auf Karte Tit. IX No, 72 (Br.
Adm.-K. 664) getrennt vom Festlande gezeichnet, während Ortskundige einen
trennenden Meeresarm nicht haben finden können. .
7. Ansteuerung von Lamu.!) Am Morgen des 15. Dezember wurde
bei Tagesanbruch in nördlicher Richtung Land gesichtet, nachdem ein starker
Strom, welcher das Fahrzeug des Nachts über versetzt hatte, (siehe weiter
anten) eine genaue Ortsbestimmung unmöglich gemacht hatte. Die mangelhafte
Beschreibung der Küste im „Africa Pilot“ liefßs es zunächst ungewifs erscheinen,
ob man Ozy Point, Dongo Kundu oder Lamu vor sich habe, und diese Unge-
wifsheit wurde erst beseitigt, als das Minaret von Shella über einem weifsen
Hause auf ca 12 Sm Entfernung sich in der Peilung N!4W gut markirte,
Aber selbst dann noch wurde infolge einer Verwechselung von Dongo Kundu
and der SW-Ecke von Lamu der Schiffsort zunächst zu südlich bestimmt und
erst auf ca 4 Sm Entfernung vom Lande der Fehler entdeckt. ;
Für Schiffe in ähnlicher Lage würden daher folgende Zusätze zur Segel-
anweisung von Nutzen sein:
a) Wenn man Lamu von Süden ansteuert, so ist ein gutes Erkennungs-
mark für die Insel das Minaret von Shell@ in der Nähe eines viereckigen
weifsen Hauses, welches man rechts von den Sandhügeln erblickt, so lange Sheila
zwischen den Peilungen NzO0-—NW sich befindet,
b) Man hüte sich davor, Dongo Kundu und die SW-Spitze von Lamu
zu verwechselo. Beide haben ihrer äufseren. Form nach grofse Aehnlichkeit,
and in einer Entfernung von 8.Sm sieht man das südlich von beiden gelegene
niedrige Land nicht.
Dongo Kundw ist indessen viel weniger sandig und sieht deshalb nicht so
hell aus. Aufserdem haben die Hügel von Dongo Kundu zwei markirtere
Spitzen von nahezu gleicher Höhe nebeneinander, während der höchste Hügel
im SW von Lamu abgerundeter und etwas isolirter ist.
7. Einfahrt in die Manda-Bai.”) Bei der grofsen Menge von aus-
gezeichneten Peilobjekten wird es selbst mit der Oertlichkeit noch nicht ver-
irauten Personen nicht schwer fallen, jeder Zeit ohne Weiteres auch bei Fluth
in die Bucht einzusegeln, .
Die südwestlich von Iwe ia Manda liegenden . Riffe traten schon bei
3/, Ebbe weit sichtbar über Wasser hervor, ein Umstand, der weder in der
Karte noch aus der Segelanweisung ersichtlich ist.
Wind, Wetter, Strom. In der ganzen Zeit vom 4, bis zum 16. De-
zember wurden nur leichte umspringende Winde und im Allgemeinen schönes
Wetter, unterbrochen durch Regenschauer und Gewitter, angetroffen, obschon
der Jahreszeit nach der NE-Monsun schon lange hätte einsetzen sollen. Auf
der Rückreise vom 21, bis 26. Dezember herrschten leichte nordwestliche und
nordöstliche Winde.
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n
Vgl. Annalen 1885, S. 382, 1887 S. 382. „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 373.
Vgl. Annalen 1886. S. 224 und 279. 1887 S. 227. „Africa Pilot“, Part IIL 1884, S. 375.