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Hydrographische Notizen für die Küste Ostafrikas.
bei niedrigem Wasser, wo man auf das nördliche Ende des Dorfes zuhaltend,
an einer vorspringenden Sandbank trockenen Fufses an Land gelangen kann.
2, Wami-Flufs.!) Die Einfahrt in den Wami-Flufs ist sehr schwer
auszumachen, Zur Zeit des Aufenthaltes S. M. Kr. „Nautilus“ war dieselbe
durch Priceken gekennzeichnet; wenn diese jedoch nicht vorhanden sind, so ist
man darauf angewiesen, an der Aufsenkante der Brandung entlang fahrend, mit
dem Lothe die Fahrrinne zu suchen und dann auf das Land zuzudrehen, um
dieselbe weiter lothend zu halten.
Die vorgefundenen Wassertiefen lassen annehmen, dafs in dieser Jahres-
zeit für einen Dampfkutter ca 1 Stunde vor oder nach Niedrigwasser nicht ge-
nügend Wasser auf der Barre sein wird. .
Im Uebrigen sind die Angaben des „Afr. Pilot“, Part III, 1884, pag. 322
über den Flufs zutreffend. ;
3. Von Saadani nach Pangani. Während der Fahrt von Saadani
nach Pangani wurden die Brecher an den äufseren Kipumbwe-Riffen („Africa
Pilot“ Part III, 1884, pag. 325) nicht gesichtet; die Insel Maziwi wurde schon
auf 17 Sm Entfernung gesehen und ist, wenn die hohen Berge im Innern ver-
deckt sind, das wichtigste Peilobjekt für diese Gegend.
Das Aufsuchen des Ankerplatzes in der Pangani-Bai bietet nicht die
geringsten Schwierigkeiten.
4. Der Pangani-Flufs.?) Auf einer Rekognoseirungsfahrt den Pangani-
Flufs aufwärts (Monat Dezember) wurde der Marktort Shogwe erreicht, der auf
dem Wasserwege ca 22 Sm, auf dem Luftwege ca 12 Sm von Pangani ent-
fernt sein dürfte.
Zwei Mal unterwegs wurde der Dampfkutter durch Stellen aufgehalten,
deren Passiren nur bei halber Fluth möglich war. Der Fluthstrom machte sich
nicht ganz bis Shogwe bemerkbar, wenngleich die Wassermarken am Ufer ein
Steigen und Fallen des Wassers noch höher aufwärts deutlich erkennen liefen.
Die Karte des Flusses (Tit. IX No 70) ist im Allgemeinen korrekt, bis
zu dem Orte Mseko (Msako).
Nach eingezogenen Erkundigungen soll für kleine Fahrzeuge der
Fluß noch schiffbar sein bis zu einer Tagereise abwärts von Korogwe, einem
gröfseren Marktiflecken, in welchem die Hauptstation der ostafrikanischen Ge-
sellschaft auf dem Plateau der Usambara-Berge angelegt ist.
Im Mai und Juni soll der Flufs am meisten, im Januar und Februar am
wenigsten Wasser führen.
5. Tanga-Bai.®) S. M. Kr. „Nautilus“ benutzte zur Einfahrt vom
Süden im den Hafen die in den Annalen 1886, Seite 308 angegebene Passage
zwischen Yambe und dem Niule-Riff, zur Ausfahrt nach Nordost, die ebenso
bequeme Passage zwischen Mwamba Wamba und Nyama-Riff, welche den Weg
abkürzt und in den (3) Sandhaufen von Fungu Nyama, den Inseln Yambe,
Ulenge und Kwale auch einlaufenden Schiffen bei klarem Wetter gute Peil-
objekte bietet.
6. Von Tanga nach Lamu. Bis Mombas (Mombaza) passirt ist, fehlt
es nicht an Landmarken. Von dort ab nach Norden zu ist indessen die
Küstenkarte von Chala Point to Kwyghuw Bay (IX: 76) so mangelhaft, dafs es
selbst am Tage unmöglich wird, nach Landpeilungen zu steuern, ohne sich
ganz dicht unter Land zu begeben und damit einen erheblichen Umweg zu
machen. Aus der wechselnden Entfernung von 5 bis 12 Sm vom Lande, in
welcher S. M. Kr. „Nautilus“ seinen Kurs hielt, wurden indessen charakteristische
Objekte (Tafelberge, einzelne Hügel, weiße Klippen) in genügender Anzahl
gesehen, welche nach genauer Niederlegung in der Karte zu Ortsbestimmungen
auch aus gröfserer Entfernung sich gut eignen würden, .
Die drei auf der Karte „Coroa Mombaza“ genannten Berge markirten
sich sowohl auf der Fahrt nordwärts wie südwärts sehr deutlich. Sie bieten
von Norden kommenden Schiffen gute Kreuzpeilungen mit der Flaggenstange
auf Mombaza-Fort. Ferner markirte sich das 4 Sm nordnordöstliech von der
5 „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 322.
3) Vgl. Annalen 1886, S. 14.
3) „Africa Pilot*, Part III, 1884, S. 360.