Suva auf Viti-Levu (Fidji-Inseln).
167
Neben dem Hospital befindet sich eine Arzneischule für Fidjianer, die
jetzt von 14 jungen Leuten besucht wird. Dieselben werden in der Behandlung
Kranker sowie in der Kenntnifs der Arzneien soweit herangebildet, dafs sie
in ihren Heimathsdistrikten, oder an solchen Plätzen, die eines Arztes ent-
behren, den Erkrankten die nöthige Hülfe leisten können.
In nicht zu weiter Entfernung von diesen Baulichkeiten befindet sich die
städtische Irrenanstalt. Dieselbe hat 16 Zellen für 16 Personen. Augenblicklich
befinden sich 8 Kranke, 4 Europäer und 4 Schwarze, in der Anstalt.
Die Kosten für Verpflegung und ärztliche Behandlung betragen pro Tag
für den Europäer 10 sh., für den Eingeborenen (Schwarzen) 2 sh.; Spirituosen
u. dgl. sind zum Selbstkostenpreise besonders zu bezahlen.
Behandelnde Aerzte sind für gewöhnlich zwei. Seit einiger Zeit jedoch
ist einer derselben entlassen, und versieht jetzt nur ein Arzt, Dr. Bolton
Corney — Acting Chief Medical Officer Fidji — im Hospital den Dienst neben
seiner sonstigen Praxis in der Stadt.
Angebaut wird um Suva und auf Viti-Levu Zucker, Kaffee, Thee, Kokos-
nüsse und Früchte.
Nach der amtlichen Liste wurden mit letztem Dampfer von Suva ver-
schifft: Kokosnüsse, Bananen, Kopra, Perlmutter- und Schildkrötenschalen,
Zucker und Erädnüsse (peanuts).
Importirt werden alle übrigen Artikel.
Die Geschäfte hier am Orte sollen temporär recht schlecht gehen und
wird allseitig über eine allgemeine Geschäftsstockung Klage geführt.
Die Preise für Grundeigenthum, Häuser und Land sind infolge dessen
herunter gegangen, während die Lebensmittel im Preise gestiegen sind.
Das Klima in Suva soll ein‘ angenehmes und gesundes sein, und sind
Epidemien bis jetzt hier nicht vorgekommen,
Hydrographische Notizen für die Küste Ostafrikas von Zanzibar
bis zur Manda-Bucht.
Ueber die auf der im Dezember v. J. ausgeführten Reise S. M. Kr.
„Nautilus“ von Zanzibar nach der Manda-Bucht und zurück gemachten hydro-
graphischen Beobachtungen an der Küste berichtet der Kommandant, Korv.-Kapt.
von Hoven, wie folgt: ,
1. Saadani.!) Auf der Fahrt nach dem Wami-Flusse wurde das Dorf
Saadani angesteuert. Wenn die Berge Genda Genda und der Tongwe Pik”)
durch Wolken verdeckt sind, so fehlt es hier an geeigneten Peilobjekten.
Die in der Karte gezeichneten Hügel von 90 bis 180 m Höhe verlaufen
so einförmig, dafs sie für die Ansteuerung nicht verwendbar sind; auch der im
„Africa Pilot“ 1884, Part IlI, Seite 323 angoführte Hügel, dessen Kuppe eine
(allerdings nur sehr entfernte) Aehnlichkeit mit einem Hause haben soll, ist
erst auszumachen, wenn man sich dem Lande auf ca 5 Sm genähert hat und
Ras Utondwe zu Peilungen schon benutzen kann. Das Dorf Saadant erkennt
man an den hohen Palmbäumen in dessen Umgebung. . Dieselben machten bei
der Annäherung von Osten zuerst täuschend den Eindruck von zu Anker
liegenden Dhows.
Einer dieser Bäume steht vereinzelt am Südende des Dorfes, und findet
man, ungefähr West auf denselben lossteuernd, guten Strand zum Landen, aufser
i) Vgl. Annalen 1886, S. 14. „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 323.
% Die in den Annalen 1886, Seite 308 unter 3 gemachte Notiz über die unrichtige Ein-
zeichnung des Tongwe Pik in der Karte wurde durch Peilungen von S. M. Kr. „Nautilus“ aus be-
stätigt gefunden.