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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Staubfälle im Nordatlantischen Ocean. 
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Journal S. 2761. „Richard Wagner“, Kapt. O0. Romberg. 
1887 Mai 7 in 6,9° N-Br und 33,6° W Lg: Trübe, stark heirige Luft. Rother 
Staub; das Manilatauwerk an der Windseite rothgelb bestäubt. Wind 
NE 5. 
Mai 9 in 11,5° N-Br und 37,1° W-Lg: Sehr dunstig; die Sonne geht 
trübe und gelb hinter einer dichten Dunstbank auf, Wind NE5, 
Mai 12 in 19,3° N-Br und 41,1° W-Lg: Dem Anscheine nach weniger 
rother Staub in der Luft, da das Tauwerk bedeutend abgebleicht ist, 
Journal S. 2752. „Andre Rickmers“, Kapt. J. Gennerich, 
1887 Mai 24 in 11,2° N-Br und 31,0° W-Lg: Morgens bemerkten an der weißen 
Farbe an Deck Wüstenstaub; Wind NE5. Von 7° N-Br her‘ diesiges 
Wetter, nach dem Staubfall nicht mehr. ; 
Journal S. 2756. „Dorothea“, Kapt. H. Th. Möller, 
1887 Juni 3 in 15° N-Br und 32,8° W-Lg: Um 4% p.m. die Takelung mit 
feinem gelbem Sand überzogen; sehr diesige Luft zwischen 11° und 
17,5° N-Br; Wind NE 5. 
; Journal S. 2764. „Alice Rickmers“, Kapt. A, Lohmann, 
1887 Juni 5 in 17,9° N-Br und 32° W-Lg: Abends ist die Luvseite des stehen- 
den Gutes mit sogenanntem Passatstaub bedeckt; Wind NE 5—6. Luft 
von 12° N-Br her immer diesig, jenseits 20° N-Br nicht mehr. 
Journal S. 2773. „Wega“, Kapt. A. Leopold. _ 
1887 Juni 5 in 19° N-Br und 34° W-Lg: Bei Tagesanbruch sahen, da[ls das 
ganze Schiff an der Luvseite mit einer röthlichen Staubschicht bedeckt 
war. Dieselbe mufs wohl aus der Wüste Sahara gekommen sein oder 
von einem vulkanischen Ausbruche herrühren. Wind NE6. Luft von 
12° N-Br her fortwährend diesig, nach dem 5. nicht mehr. 
Journal D. 867. Dampfer „Erna Woermann“, Kapt. J. W. Jensen, 
1887 Juni 27 in 21,2° N-Br und 18° W-Lg: Um 8% a.m. hatte das Wasser 
eine röthliche Färbung; die weifse Farbe auf Deck wurde durch das 
überspritzende Seewasser mit rothbraunem Mud belegt. Wind NE 5—7. 
Journal D. 866. Dampfer „Petropolis“, Kapt. J. Behrmann. 
1887 Juni 27 in 22° N-Br und 20° W-Lg:. Morgens waren die Gegenstände an 
Deck an der vorderen Seite alle mit einer dünnen Schicht gelben Sandes 
bedeckt. Wind NEzN 6. 
Journal S. 2781. „Argo“, Kapt. F. Stuck. 
1887 Juni 29 in 17,6° N-Br und 38,2‘ W-Lg: Von 8* a, m, bis Mittag fiel eine 
Menge gelben Staubes; das Takelwerk und die weiße Farbe an Deck 
waren ganz damit bedeckt. Wind E6. Seit dem 27. in 14° N-Br stets 
lIrübes Wetter. 
Journal S. 2824, „Josepha“, Kapt. K. Brünings. . 
1887 Juni 30 in 19,1° N-Br und 36,6° W-Lg: Morgens die Takelung von unten 
bis oben voll von Wüstensand. Wind ENE4. Die Luft blieb diesig 
bis Juli 1 in 22° N-Br. 
Journal D. 871. Dampfer „Holsatia“, Kapt. C. Droescher., 
1887 Juli 1 in 40,9° N-Br und 37,6° W-Lg: Die Farbe mit Wüstenstaub be- 
deckt. Wind SSE 5. 
Anmerkung. Die zuletzt angegebene Position ist für das Antreffen von 
Staub eine ganz aufsergewöhnliche. Man könnte deshalb vermuthen, dafs der- 
selbe nicht aus der afrikanischen Wüste, sondern von den ungefähr 450 Sm in 
0SO'40-Richtung entfernten Azoren gekommen sei. Für den Wüstonursprung 
spricht jedoch einmal der Umstand, dafs an den vorhergehenden Tagen im 
Passatgebiete sehr starke Staubfälle stattgefunden hatten — nach dem Berichte 
vom Dampfer „Erna Woermann“ waren sie so stark, dafs selbst das Meer- 
wasser an der Oberfläche davon eine röthliche Färbung annahm — und ferner, 
dafs bei der vorhandenen Wetterlage der Staub durch die Luftströmung sehr 
wohl von der afrikanischen Küste bis zu jenem entfernten Punkte getragen 
werden konnte. Nach den auf der Seewarte gezeichneten synoptischen Wetter- 
karten befand sich nämlich Ende Juni und Anfang Juli 1887 auf dem östlichen 
Theile des Nordatlantischen Oceans aufserhalb der südeuropäischen Küste ein 
Gebiet hohen Luftdrucks, was bewirkte, dafs der aus der Wüste wehende Passat 
beim weiteren Fortschreiten einen nach Nordwest und Nord gerichteten Bogen
	        
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