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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

VierteljahrgWetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
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demselben auszuweichen, in die ungünstige Strömung des Golfstromes geriethen 
und zugleich, wie der Kapitän des „Wilhelm“ bemerkt, verhindert wurden, die 
günstigen Winde in den vorderen Quadranten der auftretenden Depressionen 
auszunutzen. Immerhin nahm die Ueberfahrt im Ganzen keine übermäfsig lange 
Zeit in Anspruch, ausgenommen bei „Anna“, welches Schiff auch später noch 
mehrmals wieder durch Stürme aufgehalten wurde. Die Uebrigen erhielten 
schlechtes Wetter. nur noch mit der Depression, welche am 20. März in der 
Gegend von Sandy Hook auf den Ocean hinaustrat (s. Karte IM). 
Von den drei Schiffen „Bertha“, „Ida“ und „Antoinette“, die durch den 
Kanal gegangen waren und um dieselbe Zeit die Passatroute verfolgten, hatte 
das erstere, welches von vornherein am entschiedensten nach Süden steuerte, 
eine verhältnifsmäfsig rasche Reise; es fand infolge des beständig hohen Luft- 
drucks in den Rofsbreiten (s. d. Karten I und II) einen sehr gut entwickelten 
Passat und auch auf dem Wege vom Passatgebiete nach der Delaware-Bai eine 
ziemlich günstige Gelegenheit. . „Ada“ und besonders „Antoinette“ benöthigten 
dagegen eine lange Zeit zur Ueberfahrt. Kapt. W. Schneider vom Schiffe 
„Ida“ entschlofs sich erst am 7, März, als er schon bis jenseits 30° W-Lg auf 
der direkten Route gekommen war, da er hier bei den anhaltend heftigen west- 
lichen Winden keinen befriedigenden Fortgang erzielen konnte, nach Süden ab- 
zuhalten, und war dies vornehmlich die Ursache, durch welche er gegen seinen 
Mitsegler verlor. . Bei „Antoinette“ war die lange Reise hauptsächlich eine 
Folge der sehr geringen Segelfähigkeit des Schiffes und in ‘zweiter. Linie der 
während. seines Zurückbleibens eingetretenen viel ungünstigeren Verhältnisse im 
Passat. Einen Beweis, wie frisch und beständig dieser Wind im März und 
besonders in der ersten. Hälfte dieses Monats wehte, liefert ‘die Reise: der 
„Stephanie“, welches Schiff die 3250 Sm lange Strecke von den Bissagos-Iuseln 
an der Westküste von Afrika nach Monte Christi auf Santo Domingo um diese 
Zeit in weniger als 18 Tagen, also mit einer durchschnittlichen Fahrt von mehr 
als 7,5 Kn zurücklegte, 
Die nächsten drei in der Tabelle aufgeführten Schiffe „Port Royal“, 
„Columbus“ und „Friedrich“ traten etwas später, aber ebenfalls noch vor Anfang 
März ihre Ueberfahrt an. „Port Royal“ und „Friedrich“ nahmen, nach New- 
Orleans bestimmt, die Passatroute und fanden, obschon anfänglich durch südwest- 
liche Winde aufgehalten, doch im Ganzen eine günstige Gelegenheit.‘ Der 
Unterschied in der Reisedauer der beiden entstand zum gröfsten Theile auf der 
allerersten Strecke, indem „Port Royal“ infolge der Südweststürme, welche in 
der zweiten Hälfte Februar vor dem Kanal wehten, nicht weniger als 11 Tage 
benöthigte, um von Liverpool nach 10° W-Lg zu gelangen, während „Friedrich“ 
diesen Meridian von Lizard aus in einem Tage erreichte, ferner aber auch da- 
durch, dafs „Port Royal“ sich im Passat etwas weniger südlich hielt und infolge 
dessen eine weniger frische Briese fand als „Friedrich“. Der dritte Mitsegler, 
„Columbus“, ging, nach New-York bestimmt, Nord um Schottland. Er machte 
ebenfalls eine ziemlich rasche Reise, hatte aber mehrmals, bei dem Auftreten 
tiefer Depressionen, sehr heftige Weststürme auszustehen, zuerst vom 3. bis 
9..März zwischen 20° und 25° W-Lgy (s. Karte I), dann wieder am 3. und 
4. April in 40° N-Br und 70° W-Lg (s. Karte IV). Zwischen 45° N-Br, 
44° W-Lg und 42° N-Br, 54° W-Lg wurde sehr viel Eis angetroffen, 
. Unter den Schiffen, welche im März ihre Reise antraten, schlugen vier, 
nämlich „Hermann Friedrich“, „Bertha“, „Der Nordpol“ und „Franz“ die Passat- 
route ein. Dieselben hatten, mit Ausnahme von „Der Nordpol“, der von Teneriffa 
ausging, sämmtlich eine lange Reise, zum Theil infolge der anhaltenden, unter 
der Wechselwirkung des hohen Luftdrucks über Südwesteuropa und .der De- 
pressionen auf dem Ocean um die Mitte und in der zweiten Hälfte März (siehe 
Karte II und III) auftretenden Süd- und Südwestwinde, welche es den Schiffen 
sehr schwer machten, das Passatgebiet zu erreichen, zum Theil aber auch in- 
folge des angetroffenen sehr schwachen und unregelmäfsigen Passats. „Bertha“ 
konnte in den acht Tagen vom 2. bis 10. April in 23° N-Br und 37° W-Lg 
nur 4° Länge gutmachen. Die durch den fortwährend hohen Barometerstand 
nahegelegte Vermuthung, dafs in etwas südlicheren Breiten wahrscheinlich eine 
bessere Briese gefunden worden wäre, wird bestätigt durch die verhältnismäßig 
gute Fahrt von „Der Nordpol“, welches Schiff, etwa 5° südlicher stehend, die
	        
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