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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Ein neuer Tiefenmesser, 
Meerwassers unberücksichtigt gelassen wird — treibt das Meerwasser durch 
das Rohr G in die Kammer B und drückt auf das dort befindliche Quecksilber. 
Dieses öffnet seinerseits das Ventil X, steigt im Rohre D auf und komprimirt 
das in A eingefüllte Wasser in einer genau der Tiefe entsprechenden Weise. 
Es wird nun so lange Quecksilber in die Abtheilung A eindringen und fort- 
fahren, das destillirte Wasser zu komprimiren, als der Apparat überhaupt sinkt. 
Hört dies mit dem Aufstofsen auf dem Meeresgrunde auf, £o kann, da jetzt 
der Druck des in A befindlichen destillirten Wassers und des den Apparat um- 
yzebenden Meerwassers derselbe ist, kein Quecksilber mehr in die Abtheilung 4 
hineingedrückt werden. Das Ventil £ schliefst sich infolge des Zuges seiner 
Feder und trennt so das in 4 eingedrungene, der Kompression des destillirten 
Wassers bezw. der Tiefe genau entsprechende Quecksilberquantum von dem 
Quecksilber der Kammer 8. An Bord des messenden Schiffes zeigt sich das 
Aufstofsen des Bathometers auf dem Meeresboden dadurch mit genügender 
Sicherheit an, dafs die Seiltrommel der Lothmaschine mit einem Male viel lang- 
3amer sich zu drehen beginnt. Man hört deshalb mit weiterem Ablassen von 
Leine auf und windet den Apparat wieder auf. Hier tritt jetzt das entgegen- 
yesetzte Spiel der Ventile ein. X ist geschlossen; F, welches die Rolle eines 
Sicherheitsventiles für die Kammer A zu übernehmen hat, öffnet sich jetzt, da 
beim Heraufwinden der Druck in A stets größer ist, als der des umgebenden 
Meerwassers, läfst nach Bedarf einen Theil des destillirten Wassers austreten 
und schützt so den Apparat vor Deformationen. Das Bathometer wird an Bord 
geholt, das in die Kammer A eingedrungene Quecksilber nach Abschraubung 
des Ventiles F in ein Gefäls übergefüllt, getrocknet und auf einer guten Wage 
yewogen. Sein Gewicht giebt sodann mit gröfster Genauigkeit die Tiefe an. 
Sollten sich diese Wägungen nicht mit genügender Foinheit auf dem Schifte 
selbst ausführen lassen, so würde es sich empfehlen, später bei günstiger Ge- 
legenheit noch eine zweite Wägung auf dem Lande vorzunehmen und zu diesem 
Zwecke die einzelnen Quecksilberproben in kleinen Fläschchen aufzubewahren. 
Wasser statt Luft komprimiren zu lassen habe ich als viel vortheilhafter 
gefunden. Bei Anwendung von Luft als Kompressionsmedium nimmt die Ge- 
nauigkeit der Messungen fast im quadratischen Verhältnifs zur Tiefo ab. Beim 
Wasser hingegen. ist die Kompressibilität für alle Drucke eine fast gleiche und 
beträgt bei 1 At. Druck 0,000050, bei 700 Atın, Druck noch 0,000 045 Theile 
seines Volumens pro Atmosphäre. Diese Gröfsen erwiesen sich für unsere 
Zwecke als völlig ausreichend. Hat z. B. die Kammer 4 genau 1 Liter = 
1000000 emm Inhalt, so wird das darin befindliche Wasser für jede Atmosphäre 
Druck eine Volumenverminderung von 50 cmm erfahren; es werden also 50 cmm 
Quecksilber eindringen, welche ein Gewicht von 50, 13,59 mg = 0,6795 g haben. 
Da sich diese 0,6795 g = 679,5 mg mit Leichtigkeit auf 1mg genau wägen 
jassen, 80 vermögen wir mithin mit unserem Apparate den 679,5%2 Theil von 
L Atm., d. h. von 10,25 m Wassertiefe, gleich 15mm zu messen, Da ferner 
die Kompressibilität des Wassers auch bei bedeutenden Drucken nur unwesent- 
lich kleiner ist, als bei geringen Drucken, so erleidet der Apparat selbst in 
den gröfsten Tiefen keine nur irgend nennenswertho Abnahme seiner Genauig- 
keit, indem bei 700 Atm. Druck, oder etwa 7175 m Tiefe, pro Atmosphäre 
immerhin noch 45. 13,59 mg = 0,6116 g Quecksilber eindringen, Von wesent- 
lichem Vortheil ist ferner, dafs bei den bedeutendsten "Tiefen — rund 8500 m 
— etwa 830 At. — im Maximum nur 450 bis 500g Quecksilber in die Ab- 
‘heilung A eindringen. Eine gute Wage zeigt num bei dieser Belastung mit 
Sicherheit 1 mg an, wir würden also noch den 450000 bis 500 000%» Theil von 
8500 m, d. h. etwa 19mm, messen können. 
In Wirklichkeit gestaltet sich nun freilich die Sache etwas anders, und 
ich will hier auf die Hauptschwierigkeiten, welche dieser Apparat bietet, auf- 
merksam machen, bemerke aber, dafs dieselben nicht meinem Instrumente allein 
eigenthümlich sind, sondern bei allen Bathometern dieser Gattung wiederkehren, 
Zunächst mufs der Apparat, falls er wirklich genaue Resultate liefern 
soll, einmal empirisch geprüft, und aus den gefundenen Werthen eine möglichst 
genaue Tabelle zusammengestellt werden. Zu diesem Zwecko ‚wird das Batho- 
meter, wie vorhin angegeben ist, vorbereitet und alsdann in ein starkwandiges 
(Gefäls gesetzt, welches mit einer Kompressionspumpe in Verbindung steht.
	        
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