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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Ein neuer .Tiefenmesser, 
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Ein neuer Tiefenmesser. ” 
Von J. M. Weeren in Charlottenburg. 
Die Instrumente zum Messen grofser Meerestiefen sind zur Zeit noch 
sehr unvollkommen. Ein wissenschaftlicher Apparat, der gröfsere Tiefen mit 
einem Fehler von nur wenigen Metern zu messen gestattet, existirt meines 
Wissens überhaupt noch nicht. Man hat wohl Manometer angewandt und aus 
der Größe der.Kompression der Luft die Tiefe berechnet, allein die Apparate 
haben sich bis jetzt nur für verhältnifsmäfßsig sehr geringe Tiefen wirklich 
genau und zuverlässig erwiesen, versagten aber meistens, so wie grölsere Tiefen 
mit ihnen gemessen werden sollten. Ich bemerke jedoch, dafs die beschränkte 
Anwendung, welche diese Art von Bathometern bislang gefunden hat, nur an 
der mangelhaften Konstruktion der Apparate, nicht aber an der Methode selbst 
liegt. Hierauf näher einzugehen mufs ich mir indessen aus Mangel an Raum 
versagen, wie denn auch im Folgenden aus demselben Grunde alle Details ver- 
mieden sind, 
, Ein Apparat, den ich speciell für wissenschaftliche Zwecke vorschlagen 
möchte, basirt ebenfalls auf der Messung des Wasserdruckes, funktionirt aber 
in den gröfsten Meerestiefen mit derselben Zu- 
verlässigkeit, wie in geringen, ohne an Genauig- 
keit einzubüfsen. Nebenstehende Figur zeigt 
denselben im Durchschnitt; er ist im Wesent- 
lichen ein aus vernickeltem Stahl zum Schutze 
gegen die oxydirende Wirkung des Wassers be- 
stehender Hohleylinder, der durch die Scheide- 
wand C in zwei Abtheilungen A und B getheilt 
ist. Das Zwischenstück € ist mit der oberen 
Hälfte des Cylindera vollständig Iuftdicht ver- 
schraubt, mit der unteren Hälfte jedoch so, dafs 
diese mit Leichtigkeit abgeschraubt werden kann. 
Das Rohr D verbindet die beiden Abtheilungen 
A und B miteinander und besitzt an seinem 
unteren Ende bei X ein Ventil, welches sich nur 
nach oben hin und nur durch einen gewissen 
Ueberdruck öffnet. Ein gleiches Federventil be- 
findet sich bei /” und öffnet sich gleichfalls erst 
bei einem ziemlich kräftigen Ueberdruck in A. 
Beide Ventile müssen sehr sorgfältig gearbeitet 
sein. Aufserdem ist in der Wandung der 
Kammer B noch ein nach Aufsen führendes 
Rohr G angebracht, welches leicht abgeschraubt 
werden kann, H ist eine Aufhängevorrichtung, 
an welcher der Apparat in das Meer ver- 
senkt wird. 
Beim Gebrauche wird die obere Abtheilung 4, deren Inhalt genau aus- 
gemessen ist, nach Entfernung des Ventiles F, das sich leicht abschrauben 
Jäfst, vollständig mit luftfreiom destillirten Wasser von bestimmter Temperatur 
gefülle und sodann wieder das Ventil /"” aufgeschraubt, Hierauf wird die 
untere Abtheilung B durch das Rohr &@ mit Quecksilber gefüllt. Hiermit ist 
das Bathometer zum Gebrauch fertig. Die Aufhängevorrichtung H wird an der 
Lothleine befestigt und. nun der Apparat in die Tiefe hinabgelassen. Sehr 
bald beginnt er zu funktioniren. Der mit wachsender Tiefe stetig zunehmende 
Wasserdruck — je 10,25 m pro Atmosphäre, wenn die eigene Kompression des 
a 
1) Auf Wunsch des Herrn Autors aus der „Zeitschrift für Instrumentenkunde“, Dezember 
1887, aufgenommen.
	        
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