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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Salaverry und Pacasmayo an der Küste von Peru. 
vorbei getrieben zu werden, denn das Aufkreuzen mit den leichten südlichen 
Winden ist keine leichte Aufgabe. Um 4*a, m. den 15. hielten wir wieder ab, 
steuerten auf einer Tiefe von 12,5 bis 18,‚0m — 7 bis 10 Faden — längs der 
Küste und ankerten um 10*a, m, auf der Rhede von Pacasmayo auf einer Tiefe 
von 10m — 5'2 Faden — über Sandgrund. Nach der englischen Segel- 
anweisung soll man die Mole in Ost bringen und auf einer Wassertiefe von 
(0,8 m — 6 Faden — ankern; dieses ist aber nicht zu empfehlen, denn erstens 
jst dort felsiger Ankergrund und zweitens liegt man viel zu weit nach See, 
von wo die Leichter, wenn sie auch verhältnifsmäfsig leicht längsseits gelangen, 
doch nur mit den gröfsten Anstrengungen nach der Mole zurückkommen 
können. Nach Allem, was ich darüber erfahren habe, ist der beste Ankerplatz 
in der Nähe von Point Pacasmayo, quer ab von einer grofsen Reismühle und 
die Mole in rechtweisend NEzN, auf einer Wassertiefe von 9,5 bis 9,9m — 
5!/a bis 5'% Faden —, wo der Grund aus Sand und Lehm besteht, wenig 
Dünung vorhanden ist und von wo die Leichter am besten ab und an fahren 
können. Pacasmayo liegt an einer kleinen Bucht, die durch Pacasmayo- Point 
gebildet und gegen südlichen Seegang geschützt wird. Die vorherrschende 
züdwestliche Dünung steht gerade hinein, doch kann diese höchstens in den 
Monaten August und September gefährlich werden. Wie man mir hier allgemein 
versicherte, ist letzteres, #zo weit bekannt, überhaupt noch nicht rorgekommen, und 
wird während des ganzen Jahres das Löschen und Laden vielleicht an einem 
oder zwei Tagen durch zu hohen Seegang unterbrochen. Eine besondere Eigen- 
ihümlichkeit von Pacasmayo ist das Auftreten südlicher Winde von Anfang 
Oktober bis Ende Juli, die am Tage steif und des Nachts frisch und auf der 
Rhede mit einer gröfseren Stärke wehen, als weiter von der Küste ab. Da 
dieselben vom Lande kommen, werden sie den Schiffen auf der Rhede nicht 
gefährlich. 
Der kleine Ort Pacasmayo hat einige sehr nette Häuser, die schon 
erwähnte Reismühle mit einem Thurm und einen Bahnhof. Die Eisenbahn 
verbindet Pacasmayo mit St. Pedro und Guadalupe. Von der gröfsten Wichtigkeit 
aber für die Schiffahrt ist die schon erwähnte Mole, welche aus Eisen her- 
gestellt, mit Eisenbahnschienen und Dampfwinden versehen ist und zum Beladen 
und Entlöschen der Leichter dient. Man kann zu jeder Zeit mit dem Schiffs- 
boot bequem an der Brücke anlegen, während in Salaverry eine Landung nur 
durch die Brandung vermittelst einer Lansche ausführbar ist, wobei man sich 
noch schliefslich für gute Worte und Bezahlung auf den Schultern der Peons 
an das Land tragen lassen mulfs. 
Das Beladen eines Schiffes geht in Pacasmayo schnell. Man kann leicht 
in einem Tage 150 bis 200 Tonnen einnehmen, wenn man im Stande ist, so 
viel zu verstauen, Die Hauptausfuhrartikel sind Zucker, Reis und Silbererz. 
Das bedeutendste Handlungshaus ist das der amerikanischen Firma Kaufmann 
a. Co.; aufser diesem sind hier nur wenige Kaufleute ansässig, da der Handel 
meistens im Innern des Landes betrieben wird. Proviant für die Reise ist 
hier nicht zu haben, ebensowenig Kartoffeln oder anderes Gemüse, sondern 
pur frisches Rindfleisch zu einem mäfsigen Preise. Trinkwasser, welches an 
der Mole zu haben ist, kostet die Gallone 2 Cents. Nachdem wir in Pacasmayo 
318 Tonnen Zucker geladen hatten, wurde am 25. November die Reise nach 
Livernool angetreten.
	        
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