Salaverry und Pacasmayo an der Küste von Peru.
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kleinen Passagierdampfer, die den Verkehr mit Valdivia vermitteln, haben nicht
die Kraft, um ein gröfseres Schiff schleppen zu können,
Schiffe mit einem Tiefgange von 3,3 m (11 Fuß) können nach Valdivia
hinaufkommen; sie haben jedoch den südlichen Flulsarm zu benutzen, der fast
dreimal so lang als der nördliche ist. Ein grofser Dampfbagger hatte zehn
Monate hindurch im Flufs und auf der Barre gearbeitet, aber ohne Erfolg, was
daher für die Zukunft wohl wieder aufgegeben werden wird, 44
Corral ist ein unbedeutender Ort; Reparaturen können nicht ausgeführt
werden und aufser den dort gewöhnlichen Lebensmitteln, die billig sind, und
gutem Trinkwasser, welches sich ohne viele Mühe‘ beschaffen läfst, ist dort
nichts zu haben.
Bemerkungen über Salaverry und Pacasmayo an der Küste von Peru.
Von Kapt. J. Hansen, Führer der deutschen Bark „Emil Julius“.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Nachdem wir in Callao die von Hamburg eingebrachte Stückgutladung
gelöscht hatten, verliefsen wir mit 320 Tonnen neu eingenommenen Silbererzes
diesen Hafen wieder am 5. November 1886 5 Uhr Nachmittags, um nach
Salaverry zu segeln. Wir trafen auf dieser Reise nur leichte südliche Winde
oder Stillen und konnten daher erst nach 3 "Tagen am 8. November unseren
Bestimmungsplatz erreichen, wo wir am Vormittage auf einer Wassertiefe von
10,8 m — 6 Faden —, die Flaggenstange mit Laterne in NOzO und den Berg
Huanchaco in NNW'/W, ankerten. Die Verhältnisse sind in Salaverry noch
fast gerade so, wie sie Kapt. Jorjan von der deutschen Bark „KXise“ in diesen
Annalen 1882 geschildert hat. Die Mole, bei der die unterbrochen gewesene
Arbeit seit einem Monat wieder aufgenommen ist, ist noch wenig weiter fertig
als damals, Der Bau derselben wird jetzt unter der Leitung zweier ameri-
kanischer und eines englischen Ingenieurs mit Eifer betrieben, und einer der
ersteren, mit dem ich persönlich bekannt wurde, erklärte mir, dafs sie in
weniger als 6 Monaten fertig gestellt sein würde, Sobald dieses geschehen,
ist Salaverry gar kein schlechter Platz mehr für die Schiffe. Wir hatten am
Tage meistens cine leichte Briese und in der Nacht Windstille. Die Woho-
häuser sind in Salaverry der allereinfachsten Art, denn es leben dort meistens
nur Arbeiter; Waarenspeicher giebt es auch nicht und die mit Schiffen oder der
Eisenbahn angebrachten Güter müssen bis zu ihrer Weiterbeförderung am
Strande lagern. Salaverry ist leicht zu finden, wegen des einzigen, hart am
Strande daselbst liegenden dunkelfarbigen Hügels; auch kann man von hier
aus den Berg Gwanape sehen.. Der Ankerplatz ist, mit Rücksicht auf das
An- und Vonbordkommen der Leichter, am besten quer ab vom Hügel auf
einer Tiefe von 9,9m — 5'hA Faden — zu nehmen, woselbst gewöhnlich
2 Lanschen vor Anker liegen, in deren Nähe ein einkommendes Schiff den Anker
fallen lassen An der schon erwähnten Flaggenstange brennt des Nachts
oftmals eine Laterne, jedoch nicht immer, sondern gewöhnlich nur dann, wenn
ein Dampfer erwartet wird. . . -
Nachdem wir in Salaverry ungefähr 100 Tonnen Zucker geladen hatten,
gingen wir am 13. November wieder Anker auf, um nach Pacasmayo zu segeln;
da es aber Abend wurde, bevor wir unter Segel kamen, so mulfsten wir in der
Nacht nahe der Küste in Stillen und flauen Winden umhertreiben. Am
folgenden Tage segelten wir bei flauer Briese längs der Küste nordwärts.
Weil wir aber unsern Bestimmungsplatz nicht mehr vor Dunkelwerden erreichen
konnten, wurde gut südlich von demselben an den Wind gelegt, um nicht durch
den 1—1!/ Sm die Stunde nach NNW setzenden Strom während der Nacht