accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Salaverry und Pacasmayo an der Küste von Peru. 
129 
kleinen Passagierdampfer, die den Verkehr mit Valdivia vermitteln, haben nicht 
die Kraft, um ein gröfseres Schiff schleppen zu können, 
Schiffe mit einem Tiefgange von 3,3 m (11 Fuß) können nach Valdivia 
hinaufkommen; sie haben jedoch den südlichen Flulsarm zu benutzen, der fast 
dreimal so lang als der nördliche ist. Ein grofser Dampfbagger hatte zehn 
Monate hindurch im Flufs und auf der Barre gearbeitet, aber ohne Erfolg, was 
daher für die Zukunft wohl wieder aufgegeben werden wird, 44 
Corral ist ein unbedeutender Ort; Reparaturen können nicht ausgeführt 
werden und aufser den dort gewöhnlichen Lebensmitteln, die billig sind, und 
gutem Trinkwasser, welches sich ohne viele Mühe‘ beschaffen läfst, ist dort 
nichts zu haben. 
Bemerkungen über Salaverry und Pacasmayo an der Küste von Peru. 
Von Kapt. J. Hansen, Führer der deutschen Bark „Emil Julius“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Nachdem wir in Callao die von Hamburg eingebrachte Stückgutladung 
gelöscht hatten, verliefsen wir mit 320 Tonnen neu eingenommenen Silbererzes 
diesen Hafen wieder am 5. November 1886 5 Uhr Nachmittags, um nach 
Salaverry zu segeln. Wir trafen auf dieser Reise nur leichte südliche Winde 
oder Stillen und konnten daher erst nach 3 "Tagen am 8. November unseren 
Bestimmungsplatz erreichen, wo wir am Vormittage auf einer Wassertiefe von 
10,8 m — 6 Faden —, die Flaggenstange mit Laterne in NOzO und den Berg 
Huanchaco in NNW'/W, ankerten. Die Verhältnisse sind in Salaverry noch 
fast gerade so, wie sie Kapt. Jorjan von der deutschen Bark „KXise“ in diesen 
Annalen 1882 geschildert hat. Die Mole, bei der die unterbrochen gewesene 
Arbeit seit einem Monat wieder aufgenommen ist, ist noch wenig weiter fertig 
als damals, Der Bau derselben wird jetzt unter der Leitung zweier ameri- 
kanischer und eines englischen Ingenieurs mit Eifer betrieben, und einer der 
ersteren, mit dem ich persönlich bekannt wurde, erklärte mir, dafs sie in 
weniger als 6 Monaten fertig gestellt sein würde, Sobald dieses geschehen, 
ist Salaverry gar kein schlechter Platz mehr für die Schiffe. Wir hatten am 
Tage meistens cine leichte Briese und in der Nacht Windstille. Die Woho- 
häuser sind in Salaverry der allereinfachsten Art, denn es leben dort meistens 
nur Arbeiter; Waarenspeicher giebt es auch nicht und die mit Schiffen oder der 
Eisenbahn angebrachten Güter müssen bis zu ihrer Weiterbeförderung am 
Strande lagern. Salaverry ist leicht zu finden, wegen des einzigen, hart am 
Strande daselbst liegenden dunkelfarbigen Hügels; auch kann man von hier 
aus den Berg Gwanape sehen.. Der Ankerplatz ist, mit Rücksicht auf das 
An- und Vonbordkommen der Leichter, am besten quer ab vom Hügel auf 
einer Tiefe von 9,9m — 5'hA Faden — zu nehmen, woselbst gewöhnlich 
2 Lanschen vor Anker liegen, in deren Nähe ein einkommendes Schiff den Anker 
fallen lassen An der schon erwähnten Flaggenstange brennt des Nachts 
oftmals eine Laterne, jedoch nicht immer, sondern gewöhnlich nur dann, wenn 
ein Dampfer erwartet wird. . . - 
Nachdem wir in Salaverry ungefähr 100 Tonnen Zucker geladen hatten, 
gingen wir am 13. November wieder Anker auf, um nach Pacasmayo zu segeln; 
da es aber Abend wurde, bevor wir unter Segel kamen, so mulfsten wir in der 
Nacht nahe der Küste in Stillen und flauen Winden umhertreiben. Am 
folgenden Tage segelten wir bei flauer Briese längs der Küste nordwärts. 
Weil wir aber unsern Bestimmungsplatz nicht mehr vor Dunkelwerden erreichen 
konnten, wurde gut südlich von demselben an den Wind gelegt, um nicht durch 
den 1—1!/ Sm die Stunde nach NNW setzenden Strom während der Nacht
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.