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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Panama“
Die Pier, von der Kapt. Becker spricht, ist noch um nichts weiter
fertig als damals und wird wohl ebensowenig jemals vollendet werden, wie der
beabsichtigte Wellenbrecher. Die Eisenbahn nach Tehuantepec befand sich in
einem verwahrlosten Zustande, und der Verkehr auf derselben war eingestellt,
An frischem Proviant ist in Salina Cruz nur Fleisch zu bekommen; für
das Trinkwasser, welches aufserdem brackig ist, muß man 10,5 Cents für
18 Gallonen bezahlen.
Am Strande lag das Wrack der deutschen Bark „Lowise & Georgine“,
in zwei Theile gebrochen. Kin Schiff, welches hier in der Regenzeit laden soll,
mufs mit guten Ankern und Ketten versehen sein, denn es treten häufig plötzlich
Gewitterböen auf, und das Barometer dient nicht als Warner. In der ersten
Woche unseres hiesigen Aufenthaltes, vom 15. bis 22. September 1886, stand
an jedem Tage eine hohe Dünung aus SSW, längs der ganzen Küste der Bucht
lief eine hohe Brandung, so dafs es sehr schwer hielt, mit dem Boote zu landen.
Die Fluth setzt nach Osten und die Ebbe nach Westen, der Wechsel ist jedoch
sehr unregelmäfsig.
Am 18, und 19. September wehte, wie schon angedeutet, in Salina Cruz
ein schwerer Sturm. Am Abend des erstgenannten Tages begann es stürmisch
von ENE zu wehen, begleitet von heftigem Regen und Gewitter; dabei lief eine
sehr hohe See aus SSW. Wir liefsen den zweiten Anker fallen und steckten
135m (75 Fad.) Kette aus. Am Morgen des 19. wehte der Sturm mit der
zröfsten Stärke, wobei er um 10 Uhr Vormittags nach SE drehte. Es regnete
fortwährend sehr heftig, und das Schiff rollte und stampfte schwer in der hohen
See, doch hielten die Anker gut. Am Nachmittage flaute der Wind von SSE
bis S ab, begann indefs am Abend von Neuem stürmisch zu wehen, was bei
uanunterbrochenem Regen bis Mitternacht anhielt, worauf er dann endgültig ab-
nahm. Am 29. September setzte Nordwind ein, bei dem sich das Wetter bis
zu unserer Abfahrt am 16, Oktober schön hielt. Am dritten Tage seines Be-
stehens war der Nordwind stürmisch, bei klarer Luft; wir konuten es aber mit
einem Anker und 80m (45 Fad.) Kette halten, da mit diesem Winde kein See-
gang entstehen konnte.
Von Salina Cruz nach Falmouth. Am 16. Oktober 1886 verliefsen
wir, wie schon bemerkt, mit einer schlanken Briese von NzE die Rhede von
Salina Cruz, um nach Falmouth für Order zu segeln. Leider hielt diese günstige
Gelegenheit nicht lange genug an; schon am 18. hörte dieselbe auf, und wir
hatten bis zum 28., in 7° 15‘ N-Br und 95° 11‘ W-Lg, mit Windstillen und
leichten Winden zu kämpfen. Mit den nun folgenden südsüdwestlichen Winden
und einem nach Osten setzenden Strome standen wir gröfstentheils nach SO,
gelegentlich einen Gang nach Westen machend, um westlich von den Galapagos-
Inseln zu passiren. Auf 2° N-Br und 94° W-Lg holte der Wind auf rw. S
und raumte dann allmählich auf, so dafs wir, mit Backbord-Halsen segelnd, am
4. November in 99,0° W-Lg den Aequator schnitten. Der Aequatorialstrom
wurde zuerst in ungefähr 3° N-Br beobachtet. Die über denselben gemachten
Beobachtungen sind:
Am
»
»
»
»
#
‚ November auf 2,9° N-Br und 93,4° W-Lg
} » „ ZU „ 940° „5
&, # „ 14° , „ 964°
4. » „ 02° „ 98,9° ”
GM » » 1,7° S-Br „ 100,4°
6. “ „ 31° » 101,2°
S40° W 8 Sm
S52°W22
W 36
S84°W50
N79°W 36
$S20° W 12
Der Passat erstreckte sich bis 30° S-Br und 110° W-Lg. Derselbe war
im Ganzen nicht besonders frisch und wehte durchschnittlich am Kkräftigsten
zwischen 5° und 16° S-Br. Am 18. November, an welchem Tage 31° S-Br in
110° W-Lg erreicht wurde, drehte der Wind durch E und N nach NW und
wurde schwach. Leichte nördliche Winde waren bis 37° S-Br in 107° W-Lg,
welche Position am 23. November erreicht wurde, vorherrschend. Von jetzt
an bis zum 4. Dezember, an welchem Tage sich das Schiff auf 54,5° S-Br und
60,5° W-Lg befand, hatten wir eine ausgezeichnete Gelegenheit, wobei nur der
Wind zu häufig recht von hinten war, wodurch die Fahrt des Schiffes verringert