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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Kleine Notizen. 
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Kupferbeschlag abgerissen war, An St-B.-Seite war der Blitz wahrscheinlich 
zwischen dem Kupfer und der hölzernen Schiffswand hineingefahren und hatte 
dicht bei einem Bolzen seinen Weg nach aufsen genommen, denn der Rifs im 
Kupfer erschien in fünf 2 bis 3 Fufs langen Streifen, die strahlenförmig aus- 
wärts gebogen waren. An B-B.-Seite, ebenfalls genau unter dem Rüsteisen der 
Oberbrampardune, war die oberste Kupferplatte in einer Länge von 10 bis 
12 Zoll, etwa 6 Zoll nach aufsen gebeult, ungefähr in der Form einer umge- 
kehrten Schüssel, Eine angestellte Untersuchung aufsenbords erwies den 
Schaden am Rumpf des Schiffes als sehr geringfügig; an St-B.-Seite war der 
Kitt von dem Bolzen, bei dem der Blitz nach aufsen in das Wasser abgelenkt 
wurde, theilweise entfernt, und ein kleiner Holzsplitter war aus der Schiffsplanke 
gerissen, was aber keinen Leck befürchten liefs. Die neue Tauschwichting, 
welche in einer Höhe von 13,5 m (45 Fufß) über Deck die Bram- und Ober- 
brampardune mit einander verbindet, war dicht beim Augesplifs gebrochen, 
was auch nur eine Folge des Blitzschlages sein konnte. 
Ich füge noch hinzu, dafs dieses Gewitter eines der schwersten war, die 
ich in meiner vierzigjährigen Fahrzeit erlebt habe“, 
5. Ueber die Einsegelung in den Kamerunflufs macht der Kom- 
mandant S. M. Knbt. „Cyclop*“ Kapt.-Lieut: von Halfern folgende Angaben: 
Beim Einlaufen verfährt man am zweckmäfsigsten, wenn man sich der Küste 
nicht weiter als bis auf 12m Wassertiefe nähert und in diesem Abstande Kap 
Kamerun in die Peilung NO, (mw.) bringt. Man wird dann Green Patch frei 
von Kamerun sehen und auch die Ansegelungstonne in Sicht haben. Hiernach 
ateuert man mit NO-Kurs resp. in der Linie „Green Patch gut frei von Kap 
Kamerun“ auf das letztere Kap zu, bis man entweder Tonne A in Sicht be- 
kommt, oder bis man sich der Küste bis auf drei Sm Abstand und 10 m Wasser- 
tiefe genähert hat, So lange man Green Patch frei von Kap Kamerun hält, 
geht man klar von den Bimbia Flats. Es ist gut, sich näher an letztere zu 
halten, als an die steil abfallende Dogsheadbank, welcher man sich von SW 
nicht weiter‘ als bis zur Ansegelungstonne nähern darf. Von Tonne A aus 
ateuert man am besten mw. ONO und kommt mit diessem Kurse gerade auf 
Tonne E, neben welcher sich der geeignetste Ankerplatz für grofse Schiffe 
befindet. Von Tonne E ab liegen die Tonnen so nahe, dafs man von einer 
jeden aus die nächste gut sehen kann, doch werden Schiffe von 5 und 5,5 m 
Tiefgang, die zum ersten Male einlaufen, ohne Lootsen nicht mit Sicherheit 
weiter gehen können. Schiffe, die über 5,5m Tiefgang haben, können über- 
haupt nicht weiter als bis Tonne E. Beim Auslaufen kann man von Tonne E 
aus mit WSW-Kurs direkt in See gehen. Dieser Kurs liegt in der Richtung 
des Stromes, so dafs man keine Versetzung aus dem Kurse hat, man passirt 
Tonne A. und B in bequemem Abstande und kann danach den Kurs kontroliren. 
Man wird auch die Ansegelungstonne sehen und schliefslich nicht ünter 10m 
Wassertiefe haben. 
6. (D.S.) Die Einsegelung von Kap Haytien, Nach dem meteoro- 
logischen Journal des deutschen Vollschiffes „Western Chief“, Kapt. Fr. Sander. 
„Am 9. Mai 1887 kamen wir nach einer 19tägigen Reise von New- York 
in Kap. Haytien an. Schiffe, welche hierher bestimmt sind, sollten im Besitz 
einer guten Specialkarte dieses Hafens und dessen KEinfahrt sein, denn die 
Lootsen gehen nicht weiter als höchstens bis Point Picolet hinaus, kommen 
aber häufig auch, wenn sie nicht gegen den steifen NE-Wind anrudern können, 
erst an Bord, wenn das Schiff alle Riffe und Gefahren passirt hat und sich in 
der Nähe des Ankerplatzes befindet. Zum Beidrehen aufserhalb der Riffe, um 
auf einen Lootsen zu warten, ist kaum genügend Platz vorhanden, und setzt 
ein solches Unternehmen das Schiff der Gefahr der Strandung aus. Die beste 
und genaueste Spezialkarte von Kap Haytien ist diejenige, welche von dem 
Hydrographischen Amt in Washington herausgegeben ist. 
. :; In Kap Haytien besteht Lootsenzwang. Trotzdem mufste eine nor- 
wegische Bark mehrere Stunden, nur ungefähr 3 Sm von Point Picolet entfernt, 
vergebens auf einen Lootsen warten. Endlich entschlofs sich ein englischer 
Kapitän, in seinem Boot hinauszufahren und die Bark hineinzulootsen. Für 
diese Dienstleistung wurde er von der hiesigen Behörde zu einer Geldbufse 
von 100 Doll. verurtheilt, und entging er dieser Strafe nur nach vielen Mühen
	        
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