Kleine Notizen.
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Il. Zwischen Cuba und Yucatan.ı
i. Die Stromgeschwindigkeit während des Tages ist verschieden, am
gröfsten 10 Stunden vor der Kulmination des Mondes, ;
2. Die westliche Grenze des Stromes bildet die Yucatan-Bank, die öst-
liche Grenze liegt ca 20 Sm von Kap San. Antonio. Oestlich von dem
Strom läuft an der Küste Ebbe- und Fluth-Strömung, und zwischen dieser und
dem Golfstrom setzt eine Strömung nach Nordosten und nach Südosten.
Wahrscheinlich werden hier zuweilen sehr starke Wirbelströmungen auftreten,
während der Beobachtungszeit waren jedoch die Stromrichtungen an der Ober-
fläche gleich oft NE und SE, unter der Oberfläche dagegen stets SE.
3. Die Axe des Stromes liegt ungefähr 6 Sm von der 100-Fadenlinie
der Yucatan-Bank in einer Wassertiefe von 200 bis 400 Faden.
In der Axe ist die Stromrichtung Nord, zu beiden Seiten derselben un-
gefähr ebenso. ; I
5. Eine monatliche Variation macht sich hier sehr bemerkbar, und zwar
findet das Maximum zwei oder drei Tage nach der gröfsten Deklination des
Mondes statt.
2. Strömung an der Westküste Afrikas zwischen Mossamedes
und St. Paul de Loanda. Auf der Reise von Mossamedes nach St. Paul
de Loanda fand S. M. Kr. „Habicht“ im Oktober v. J. anstatt des dort ge-
wöhnlich setzenden nördlichen (Benguela-) Stromes einen nach Süden laufenden,
trotz südlichen Windes. Wahrscheinlich wird sich ein Zweig der Gwinea-
Strömung so weit an der Küste entlang vorgedrängt haben; leider liegen Tem-
peraturmessungen des Wassers nicht vor, um dies konstatiren zu können. Es
wurde beobachtet: Zwischen Mossamedes und Port Alexander am 13. Oktober
in sieben Stunden ein Strom von 5 Sm nach S 71° W, sowie
Strom:
S61°W 5 Sm in 24 Stunden.
S1I9 E 53 » » » »
S50 E 26 % »„ » »
S34 E128 » „ »n x»
S73 E 235 „ in 21 Stunden.
3. Gebrauch von Oel auf See. S. M. Kr. „Albatrofßs“ lag, wie
der Kommandant Korv.-Kapt. von Frantzius berichtet, am 11. Dezember
v. J. auf der Reise von Batavıa nach Kapstadt in 34° 50‘ S-Br und 25° 14‘ O-Lg
bei schwerem Weststurm mit Böen von orkanartiger Stärke unter Gaffelsegels-
schoten bei. Der Sturm hatte im Kampfe gegen den hier beobachteten starken
SW-Strom eine überaus hohe, steile und gefährliche See aufgewühlt. Um Brecher
zu vermeiden, wurde das Mittel des Oelausträufelns probirt; zu diesem Zwecke
wurde ein starker Segeltuchsack mit altem Maschinenöl gefüllt und in den Luv-
ausgufs gelegt. Der Verbrauch belief sich auf ca 1 kg pro Stunde. Das Resultat
war, dafs die See bis auf ungefähr 15m vom Schiff querab wesentlich beruhigt
und dünungsartig erschien, dafs die schweren Brecher an genannter Grenze auf-
gehalten wurden und das Fahrzeug vor Brechern bewahrt blieb.
Nach der Mittheilung des Hydrographischen Amtes zu Washington sind
daselbst wieder zahlreiche Berichte über den erfolgreichen Gebrauch von Oel zur
Beruhigung der See während der Stürme der letzten Monate eingegangen. Von
denselben werden auf der „Pilot Chart of the North Atlantic Ocean“ für De-
zember 1887 und Januar 1888 einige veröffentlicht, welchen wir die folgenden
entnehmen:
Das amerikanische Dampfechiff „Wanderer“, Kapt. Galt, hing beim Bei-
liegen in einem Sturm am 25. Oktober 1887 in 23° N-Br und 87° W-Lg zwei
mit Oel gefüllte durchlöcherte Säcke am Lurvbug auf. Sie hatten die Wirkung,
dafs kein Wasser mehr überkam. Es wurden während 24 Stunden in jedem
Sack zwei Gallonen Oel verbraucht. .
Der britische Dampfer „Pirate“, Kapt. Moon, lenzte in 33° N-Br und
771° W-Lg vom 31. Oktober bis 1. November: vor einem WSW-Sturm mit
schwerer See und hing am Heck und an der St-B.-Seite. des Hinterschiffs
Ann, d. Hydr, etc., 1889, Heft IL.