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Full text: Jahresbericht 1995

Meereskunde 
Die Ergebnisse aus diesem Projekt zeigen, 
daß die Elemente Chrom, Mangan, Nickel, Kup 
fer, Zink, Selen und Blei bis zu den im offenen 
Ozean üblichen niedrigen Konzentrationen be 
stimmt werden können. Für Eisen, im offenen 
Ozean ein Spurenmetall mit Konzentrationen un 
ter 100 ng/l, reichen die Nachweisgrenzen noch 
nicht aus. Die Aufarbeitung an Bord diente auch 
zur Beurteilung der verwendeten Konservie 
rungsmethoden für Seewasserproben. Es 
konnte festgestellt werden, daß das Einfrieren 
von Proben eine geeignete Methode ist, um die 
labile Spezies Cr(VI) für eine spätere Analyse zu 
konservieren. 
Das Randstromsystem entlang dem westeuro 
päischen Kontinentalabhang (ORAS) 
Wie bereits im Jahresbericht 1994 erwähnt, 
existiert entlang dem westeuropäischen Konti 
nentalabhang mit jahreszeitlich und regional 
wechselnder Intensität eine polwärts gerichtete 
Randströmung. Diese Randströmungen sind 
von der Biscaya bis zu den Shetland-Inseln 
nachgewiesen worden. Weiter nördlich folgt die 
ser Hangstrom dem norwegischen Kontinen 
talabhang, wobei ein Teil der von ihm mitgeführ 
ten Wassermassen in die Nordsee einströmt und 
erst über den Umweg durch die Nordsee mit 
dem Ausstrom vor Norwegen der nordatlanti 
schen Randströmung wieder zugeführt wird. Ein 
anderer Teil der Randströmung gelangt durch 
den Kanal in die Nordsee. Im Mittel betragen die 
durch die Straße von Dover in die Nordsee ein 
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fließenden Volumentransporte etwa 1/10 der im 
Norden einströmenden Wassermassen. 
Zwischen 48 und 51 °N ändern sich die 
Strömungsverhältnisse beim Übergang vom 
Kontinentalabhang zu den flachen Gewässern 
auf dem keltischen und armorikanischen Schelf. 
Die polwärts setzende Randströmung wird dort 
abgelöst durch variable Wasserbewegungen mit 
starken, kurzfristigen und ausgeprägten jahres 
zeitlichen Schwankungen, die zum großen Teil 
durch die regionalen Windverhältnisse verur 
sacht werden. 
Ziel des BSH-Vorhabens Ostrandströmun 
gen (ORAS) ist es, die jahreszeitliche Veränder 
lichkeit der Randströmungen und deren Ursa 
chen zu untersuchen. Hierzu sind 1995 zwei 
Meßfahrten am Kontinentalabhang zwischen 
49 und 53° N mit Valdivia und Gauß durchgeführt 
worden. 
Die Valdivia-Fahrt fand im Rahmen der Zu 
sammenarbeit zwischen BSH und dem Institut 
für Meereskunde (IfM), Hamburg, statt. 
Hauptzweck der Fahrten war die Bergung 
von Strömungsmesserketten, die 1994 verankert 
oder nicht geborgen worden waren. Zusätzlich 
wurden auf der Gauß-Fahrt für die Dauer des 
Aufenthalts auf See Strömungsmesser für kurz 
fristige Messungen ausgelegt. 
Die auf dieser Fahrt geborgenen Meß 
geräte zwischen 52° und 53° N waren zugleich 
Bestandteil eines gemeinsam mit dem IfM, Ham 
burg, durchgeführten WOCE-Meßprogramms, 
das vom BMBF gefördert worden war.
	        
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