Meereskunde
Die Ergebnisse aus diesem Projekt zeigen,
daß die Elemente Chrom, Mangan, Nickel, Kup
fer, Zink, Selen und Blei bis zu den im offenen
Ozean üblichen niedrigen Konzentrationen be
stimmt werden können. Für Eisen, im offenen
Ozean ein Spurenmetall mit Konzentrationen un
ter 100 ng/l, reichen die Nachweisgrenzen noch
nicht aus. Die Aufarbeitung an Bord diente auch
zur Beurteilung der verwendeten Konservie
rungsmethoden für Seewasserproben. Es
konnte festgestellt werden, daß das Einfrieren
von Proben eine geeignete Methode ist, um die
labile Spezies Cr(VI) für eine spätere Analyse zu
konservieren.
Das Randstromsystem entlang dem westeuro
päischen Kontinentalabhang (ORAS)
Wie bereits im Jahresbericht 1994 erwähnt,
existiert entlang dem westeuropäischen Konti
nentalabhang mit jahreszeitlich und regional
wechselnder Intensität eine polwärts gerichtete
Randströmung. Diese Randströmungen sind
von der Biscaya bis zu den Shetland-Inseln
nachgewiesen worden. Weiter nördlich folgt die
ser Hangstrom dem norwegischen Kontinen
talabhang, wobei ein Teil der von ihm mitgeführ
ten Wassermassen in die Nordsee einströmt und
erst über den Umweg durch die Nordsee mit
dem Ausstrom vor Norwegen der nordatlanti
schen Randströmung wieder zugeführt wird. Ein
anderer Teil der Randströmung gelangt durch
den Kanal in die Nordsee. Im Mittel betragen die
durch die Straße von Dover in die Nordsee ein
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fließenden Volumentransporte etwa 1/10 der im
Norden einströmenden Wassermassen.
Zwischen 48 und 51 °N ändern sich die
Strömungsverhältnisse beim Übergang vom
Kontinentalabhang zu den flachen Gewässern
auf dem keltischen und armorikanischen Schelf.
Die polwärts setzende Randströmung wird dort
abgelöst durch variable Wasserbewegungen mit
starken, kurzfristigen und ausgeprägten jahres
zeitlichen Schwankungen, die zum großen Teil
durch die regionalen Windverhältnisse verur
sacht werden.
Ziel des BSH-Vorhabens Ostrandströmun
gen (ORAS) ist es, die jahreszeitliche Veränder
lichkeit der Randströmungen und deren Ursa
chen zu untersuchen. Hierzu sind 1995 zwei
Meßfahrten am Kontinentalabhang zwischen
49 und 53° N mit Valdivia und Gauß durchgeführt
worden.
Die Valdivia-Fahrt fand im Rahmen der Zu
sammenarbeit zwischen BSH und dem Institut
für Meereskunde (IfM), Hamburg, statt.
Hauptzweck der Fahrten war die Bergung
von Strömungsmesserketten, die 1994 verankert
oder nicht geborgen worden waren. Zusätzlich
wurden auf der Gauß-Fahrt für die Dauer des
Aufenthalts auf See Strömungsmesser für kurz
fristige Messungen ausgelegt.
Die auf dieser Fahrt geborgenen Meß
geräte zwischen 52° und 53° N waren zugleich
Bestandteil eines gemeinsam mit dem IfM, Ham
burg, durchgeführten WOCE-Meßprogramms,
das vom BMBF gefördert worden war.