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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
Tage an nahm der Luftdruck auf dem Ocean im Allgemeinen wieder zu, wenn- 
zleich sich diese Cyklone bis in den Juni hinein auf der Mitte des Oceans erhielt, 
Der Verlauf der mittleren Isobaren des Monats Mai 1884 schließt 
sich der Druckvertheilung der Mitte des Monats au, wie wir sie auf Karte VII 
sehen, und trägt die Züge eines Frühlingsmonats weniger ausgeprägt zur Schau, 
als es die normalen Isobaren des Mai thun. Denn der Druck war im Mittel 
des ganzen Monats, trotz der letzten Woche, bei den Faröern und in Nordwest- 
europa nicht unerheblich (3—4 mm) unter normal, freilich aber in Grönland 
am mindestens ebensoriel über normal. Das Maximum der Rossbreiten war 
durchschnittlich 1884 etwas stärker ausgebildet, als in andern Jahren (768 mm 
statt 767), seine Lage ungefähr die normale. Ein langes Band mit Luftdruck 
unter 760mm streckt sich auf der Isobarenkarte des Mai 1884 von Sibirien 
über Skandinavien bis Neufundland und sendet von da Ausläufer nach den 
oberen Seen (Depressionen am 2. und 19..—20.) uud nach der Hudsons-Strafse 
(Depressionen in der letzten Dekade). 
Werfen wir einen Rückblick auf das ganze Vierteljahr, so finden 
wir, dafs die besonderen Eigenthümlichkeiten, durch welche die normale Druck- 
vertheilung des Frühlings von jener der anderen Jahreszeiten sich auszeichnet 
— nämlich relativ hober Luftdruck auf dem nördlichen Theile des Oceans und 
auf dem Eismeere — hnur in drei Zeiträumen, Ende März, Mitte April und Ende 
Mai, stark ausgobildet waren, welche sich in Centraleuropa durch Kälterückfälle 
bemerkbar machten; dafs dagegen in der übrigen Zeit, namentlich während der 
ersten Hälfte des März und in der Mitte des Mai, bei Island und den Faröern 
bedeutende Depressionen herrschten, wie dieses in den übrigen Jahreszeiten 
Regel ist. Depressionen auf dem Mittelmeere waren während der ganzen Zeit 
häufig, auch die dem Frühjahr eigenthümlichen Depressionen in Ungarn traten seit 
dem 23. März ziemlich anhaltend, jedoch meist in schwacher Entwickelung auf, 
‘Schluls folgt.) 
Kieine Notizen. ) 
l. Untersuchungen im Golfstrom, welche während des Jahres 1887 
durch den amerikanischen Secoffzier, Licut. J. E. Pillsbury, Kommandant 
des U, S. Coast and Geodetic Survey-Dampfers „Blake“ angestellt sind, habon 
folgende Resultate ergeben?) 
Il. Zwischen Rebecca-Untiefe und Cuba, 
1. Die Stromgeschwindigkeit war während des Tages verschieden, er- 
reichte aber ihr Maximum ungefähr 9 Stunden 20 Minuten vor der Monds- 
kulmination. 
2, Die nördliche Grenze des Stromes varlirt beträchtlich in Breite; 
nach den angestellten Beobachtungen liegt dieselbe im Mittel 30 Sm südlich 
vom Leuchtthurm der Rebecca-Untiefe. 
3. Die Axe des Stromes liegt ungefähr 65 Sm südlich des letztgenannten 
Leuchtthurms oder 25 Sm von der Küste Cubas. 
4, Die Stromrichtung in der Axe ist ungefähr Ost, an den beiden Seiton 
neigt sich dieselbe der Mitte zu. Fünf Seemeilen von der Küste Cubas entfernt 
war die Richtung NE'AN und 5 Sm innerhalb der nördlichen Stromgrenze 
SEzE'AE. 
5. Eine monatliche Schwankung in der Geschwindigkeit ist nicht be- 
merkt worden. 
i) Die mit (D. $.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Scewarte eingesendet. 
?) Notice to Mariners. U. S. Coast and Geodetic Survey-Office, Washington 1887 No. 94.
	        
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