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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte. 
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dieselben von West nach Ost fort, natürlich mit anderer — und zwar gewöhn- 
lich weit gröfserer — Geschwindigkeit, als die atmosphärischen Wirbel selbst. 
Während dieser Vorgänge bleibt das Hochdruck-Gebiet im hohen Norden 
stationär, wird aber zum Schlufs durch ein von W heranziehendes verstärkt; 
jenes der Rossbreiten wandert bis zum 15. langsam ostwärts (nach NE—SE); 
ebenso das von Centraleuropa ausgehende, welches indessen vom 12. an kein 
irgendwie deutliches Centrum mit umgebender Anticyklone, sondern nur einen 
ganz schmalen Rücken höheren Drucks darstellt, welcher am 12. vom Nordkap 
nach Tunis, am 13. längs dem 25., am 14. längs dem 35. Grade östl, v. Grw. 
sich durch ganz Europa erstreckt und so das atlantische von dem russischen 
Depressionsgebiet scheidet, bis am 15. eine Randbildung des ersteren ihn 
durchbricht und nur sein südliches Ende in Armenien übrig bleibt. Die langen 
Rücken höheren und Furchen niederen Druckes, welche zwar überhaupt häufige 
Phänomene sind, aber in diesen Tagen in Europa besonders ausgeprägt auf- 
traten, sind in der „Monatl. Uebersicht“ auf S. 3—4 näher besprochen. Der 
bedeutendste Rücken höheren Druckes war, wie gewöhnlich, an den meisten 
dieser Tage derjenige, welcher sich längs der „barometrischen Axe des Konti- 
nents“ von der atlantischen Anticyklone der Rossbreiten zwischen Ostsee und 
Mittelmeer nach dem Kaukasus hinzog, und längs welchem ein am 16., bei der 
zweiten allgemeinen Druckzunahme auf dem Ocean, in Südwesteuropa ab- 
geschnürtes Theilstück der letzteren .ostwärts wanderte, während ibr Rest bei 
den Azoren stationär wurde. Die bemerkenswertheste unter den Furchen, 
welche diesen Rücken gelegentlich durchbrachen, war jene, die am 19. zwischen 
den eben geschilderten Theilen der Anticyklone sich von der Ostsee nach Ost- 
spanien erstreckte und längs welcher in den folgenden Tagen sich die kleine 
Cyklone zwischen jenen Maxima nach Nordosten „durchzwängte“. 
12. Mai (27°—15° W). S. 16. Um 4p niedrigster Luftdruck, 751,1, bei SWzW 8. — 
S. 19. Um 4p niedrigster Luftdruck, 747,0, bei SSW 11; orkanartiger Sturm; um 12p W9. — 
S. 111. Um Ip plötzlich stürmischer Südwind, Regen; um 12p SEzE9, rasch abnehmender 
Luftdruck. . 
13. Mai. S. 111. Um 12a niedrigster Luftdruck, 747,8. Nachmittags Wind nördlich 
laufend und Luftdruck rasch zunehmend. 
14. Mai. S. 92 (59° W). Um 6p windstill, um 10p SSE 6, um 12p SSW?7. 
L6. Mai. 8, 92 (52° W). Um 6a Wind noch W232. 
Der auf Karte VIII dargestellte letzte Zeitabschnitt dieser Jahres- 
zeit, vom 21.—31. Mai, beginnt mit der abermaligen Abschnürung eines 
selbstständigen barometrischen Maximums am Nordostende des subtropisch- 
oceanischen, und dessen Fortwanderung vom Kanal zum Kaspischen Meere, 
während gleichzeitig ein geringes Maximum von der Westküste der Hudsons-Bai 
nach den Neufundland-Banken sich fortpflanzt. Auf dem Ocean und längs der 
grofsen amerikanischen Zugstrafse bewegen sich schwache Depressionen. Die 
allgemeine Wetterlage wird vom 21. bis 23. vorübergehend wieder von einem 
Maximum in Deutschland beherrscht, ändert sich aber zum 24. mit der Aus- 
bildung eines Maximums nördlich von Schottland ziemlich plötzlich und nimmt 
nun einen stabilen, aufserhalb der Frühlingsmonate selten vorkommenden Cha- 
rakter an, welcher in der Dıuckvertheilung mit jenem vom 24.—28. März und 
12.—17. April (vgl. Karten III und V) Aehnlichkeit hat. Bei der Bildung der 
vieljährigen Mittel-Isobaren des Mai scheint dieser Typus eine wesentliche 
Rolle mitzuspielen. Er besteht darin, dafs ein barometrisches Maximum bei 
den Faröer demjenigen der Rossbreiten gegenübertritt und zwischen ihnen sich 
bald ein .verbindender Rücken hohen Druckes hinzieht, bald Depressionen von 
zumeist nur geringer Tiefe sich hindurchdrängen. Der am 28.—29, erfolgende 
Ersatz des nördlicheren dieser Maxima durch ein neues, von Grönland ge- 
kommenes, hatte auf die Wetterlage im Großen wenig Einfluß, wenngleich dies 
neue Maximum sich weiter von den europäischen Küsten entfernt hielt. In dem 
Bande niederen Luftdrucks, welches an den meisten Tagen, mit kleinen oder 
gröfseren Unterbrechungen, bei 50° oder 40° N-Br über den Ocean hinüber- 
reichte, fand am 25. und 26. eine bedeutende Druckabnahme statt, welche sich 
auf drei verschiedene Minima erstreckte und besonders bei dem westlichsten 
zur Ausbildung eines Wirbels von grofsen Dimensionen führte. Vom folgenden
	        
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