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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Einflufs magnetischer Kräfte auf den Gang der Chronometer, 
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Einflufs magnetischer Kräfte auf den Gang der Chronometer. 
Die Frage, ob und welche Einflüsse magnetische Kräfte auf einen Chrono- 
meter ausüben, ist noch keineswegs endgültig entschieden. Die bisherigen Unter- 
suchungen haben allerdings nur ausnahmsweise eine merkliche Beeinflussung des 
Chronometerganges durch den Magnetismus nachweisen können. In diesen Annalen 
1884, S. 316 und 379, sind solche Untersuchungen bereits erörtert worden. 
Wie dort angeführt, fand Airy unter Hunderten von Chronometern, welche er 
untersucht hat, nur ein einziges, welches eine merkliche Abhängigkeit von dem 
Erdmagnetismus zeigte; bei den auf dem Chronometer-Observatorium zu Kiel 
untersuchten Chronometern liefs sich zwar bei einigen Chronometern eine Wir- 
kung des Magnetismus auf den Chronometergang nachweisen, jedoch betrug die 
durch denselben. erzeugte Aenderung des Ganges nicht über eine Sekunde. 
Ueber die Konstruktion sowie speciell über das Metall, aus welchem die ein- 
zelnen Theile der untersuchten Chronometer bestanden, ist hierin nichts gesagt 
worden... Mehr Nachdruck wird hierauf in den durch den Französischen Schiffs- 
lieutenant Le Goarant de Tromelin angestellten Untersuchungen gelegt, 
welche er in einem in der „Revue maritime .ct coloniale“ veröffentlichten Auf- 
satz diskutirt und .zu.dem Resultate gelangt, dafs die Einwirkung der magne- 
tischen Kräfte auf den Gang eines Chronometers lediglich abhängig ist von 
dem Metalle, aus welchem die Unruhe, speziell die die beiden Theile derselben 
verbindende Lamelle, und in geringem Mafse die Spirale besteht, Es dürfte 
von Interesse und am Platze sein, aus den Untersuchungen und Diskussionen 
hier Einiges.hervorzuheben und zu besprechen. ; 
Der Isochronismus, die Amplitude und Dauer der Oscillationen und somit 
auch der Gang des Chronometers sind wesentlich abhängig von der Spirale und 
der Unruhe, es ist daher auch von vorn herein anzunehmen, dafs, wenn sich 
eine Beeinflussung von magnetischen Kräften auf den Gang des Chronometers 
bemerkbar machen soll, diese sich zunächst auf die eben angeführten Theile 
äufsern mufs. Die Versuche bestätigen dies dadurch, dafs sich ein stärkerer 
Einfluls magnetischer Kräfte nur bei denjenigen Chronometern nachweisen hliefs, 
bei welchen diese Theile aus einem dem Magnetismus zugänglichen Materiale 
bestanden. . Besonders lehrreich in dieser Beziehung sind die Untersuchungen 
von Arnold und Dent, zu welchen sowohl Chronometer herangezogen wurden, 
deren Spirale und Unruhe aus Stahl, als auch solche, bei denen diose Theile 
aus anderem Metalle bestanden. Aus denselben sind folgende Ergebnisse ab- 
geleitet: Ein Chronometer, dessen Spirale allein aus Stahl‘ bestand, zeigte nur 
geringe Aenderungen von einigen Sekunden; die Chronometer, deren Spirale und 
Unruhe, oder deren Unruhe allein aus Stahl bestand, wiesen sehr bedeutende 
Aenderungen bis zu 37 Minuten (Sekunden?) auf. Die magnetische Einwirkung 
auf die Chronometer, deren Spirale und Unruhe kein Kisen enthielt, war 
gleich Null. . 
Herr Fischer, welcher, gleich wie bei den letzteren Versuchen, einen 
starken Magnetstab in einer Entfernung von 5 Centimetern von seinen Instru- 
menten placirte, hatte unter diesem Einflusse bei allen Chronometern eine: Ac- 
celeration von 8—9 Sekunden zu Konstatiren. . Ueber die Beschaffenheit der 
Unruhe und Spirale derselben ist leider in der Abhandlung des Herrn Tro- 
melin nichts angegeben, 
Die Herren. Delamarche und Ploix haben analoge Experimente 
angestellt, indem sie die Chronometer am Lande unter gleichen Verhält- 
nissen zu placiren versuchten, welchen sie an Bord eines Schiffes ausgesetzt 
sind, d. h. sie legten einen Magnetstab in eine solche Entfernung von den 
Chronometern, in welcher er eine gewöhnliche Magnetnadel 15° bis 40° abzu- 
lenken im Stande ist. Diese Ingenieure kamen nach ihren Versuchen zu dem 
Schlusse, dafs der magnetische Zustand des Schiffes keinen merklichen Einflufs 
auf den Gang der Chronometer hat, und dafs man die Gangänderungen, welche 
sich beim Transport von Land an Bord und umgekehrt gewöhnlich omstellen, 
anderen. Einwirkungen zuzuschreiben hat. Letztere Bemerkung ist wohl deshalb 
hervorgehoben, weil man eine Zeit lang geneigt war, diese durch Umplacirung 
des Chronometers von Land an Bord und umgekehrt auftretenden‘ Gangände- 
rungen auf magnetische Einflüsse zurückzuführen: man hat den Irrthum aber 
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